Dividenden-ETFs im Vergleich: SCHD vs. NOBL – Rendite oder Wachstum?

Dividenden-ETFs im Vergleich: SCHD vs. NOBL – Rendite oder Wachstum?

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Für Anleger, die regelmäßige und verlässliche Dividendenerträge anstreben, ohne einzelne Aktien analysieren zu müssen, bieten Exchange Traded Funds (ETFs) eine attraktive Lösung. Insbesondere der Schwab U.S. Dividend Equity ETF (SCHD) und der ProShares S&P 500 Dividend Aristocrats ETF (NOBL) sind beliebte Optionen, die auf dividendenorientierte US-Aktien abzielen. Obwohl beide Fonds den Zugang zu Dividendenaktien erleichtern, unterscheiden sich ihre Anlagestrategien und Portfolios erheblich.

Einführung: Dividenden-ETFs als Anlagestrategie

Dividenden-ETFs bündeln Wertpapiere, die an einer Börse wie Aktien gehandelt werden, und ermöglichen so eine diversifizierte Investition in Unternehmen, die Ausschüttungen vornehmen. Die Wahl zwischen verschiedenen Dividenden-ETFs hängt oft von der Präferenz des Anlegers ab: Soll der Fokus auf einer hohen aktuellen Dividendenrendite oder auf einem stetigen Dividendenwachstum liegen? Diese Frage ist entscheidend beim Vergleich von SCHD und NOBL.

SCHD: Fokus auf hohe Dividendenrendite

Der Schwab U.S. Dividend Equity ETF (SCHD) bildet den Dow Jones U.S. Dividend 100 Index ab und konzentriert sich auf 102 große US-Dividendenaktien mit einer hohen Dividendenrendite. Dabei legt der Fonds großen Wert auf die Dividendenhistorie und die finanzielle Stärke der zugrunde liegenden Unternehmen. SCHD ist daher ein gefragter und zuverlässiger ETF für Anleger, die regelmäßige Dividendeneinnahmen erzielen möchten.

Die sektorale Zusammensetzung von SCHD ist auf Energie (19,3%), Basiskonsumgüter (18,5%) und Gesundheitswesen (16,1%) ausgerichtet. Zu den Top-Positionen gehören unter anderem Bristol Myers Squibb (NYSE:BMY), Merck & Co (NYSE:MRK) und ConocoPhillips (NYSE:COP). Der Fonds verfügt über eine 14,2-jährige Historie, die eine historische Perspektive auf seinen Ansatz und seine Ausschüttungskonsistenz bietet.

NOBL: Die Dividenden-Aristokraten im Blick

Der ProShares S&P 500 Dividend Aristocrats ETF (NOBL) verfolgt einen anderen Ansatz: Er investiert ausschließlich in sogenannte Dividend Aristocrats®. Dies sind S&P 500-Unternehmen, die ihre Dividenden seit mindestens 25 aufeinanderfolgenden Jahren erhöht haben. Der Begriff Dividend Aristocrats® ist ein eingetragenes Warenzeichen von Standard & Poor’s Financial Services LLC.

Bei NOBL steht nicht die aktuelle Dividendenrendite im Vordergrund, sondern die Fähigkeit eines Unternehmens, nicht nur eine regelmäßige Dividende zu zahlen, sondern diese im Laufe der Zeit zusammen mit den Cashflows zu steigern. Dies macht NOBL zu einem sehr sicheren Dividenden-ETF für Anleger, die Wert auf langfristiges Dividendenwachstum legen. Das Portfolio umfasst 70 Aktien und ist stark auf Industriewerte (22,4%), Basiskonsumgüter (22%) und Finanzdienstleistungen (12,4%) ausgerichtet. Zu den größten Positionen gehören Albemarle (NYSE:ALB), Cardinal Health (NYSE:CAH) und C.H. Robinson Worldwide (NASDAQ:CHRW).

Kosten und Rendite im direkten Vergleich

Ein wesentlicher Unterschied zwischen SCHD und NOBL liegt in den Kosten und der Dividendenrendite. SCHD ist mit einer Expense Ratio von 0,06% deutlich günstiger als NOBL, dessen Kostenquote 0,35% beträgt. Diese Differenz von 5,8x kann sich über die Zeit erheblich auf die Gesamtrendite auswirken.

Auch bei der Dividendenrendite gibt es klare Unterschiede: SCHD zahlt eine deutlich höhere Dividendenrendite von 3,8%, während NOBL eine Rendite von 2,2% aufweist (Stand: 31. Dezember 2025). Für einkommensorientierte Anleger ist SCHD aufgrund seiner niedrigeren Gebühren und der höheren Ausschüttung daher besonders attraktiv. Das verwaltete Vermögen (AUM) von SCHD liegt bei 72,5 Milliarden US-Dollar, während NOBL 11,3 Milliarden US-Dollar verwaltet.

Performance und Risikoprofile

In Bezug auf die Gesamtrenditen hat SCHD NOBL über die letzten fünf und zehn Jahre übertroffen, obwohl beide ETFs ähnliche maximale Drawdowns verzeichneten. Im Jahr 2025 zeigte sich jedoch ein anderes Bild: NOBL erzielte eine Jahresrendite von 6,8% (oder 6,84%), während SCHD eine Rendite von 4,3% erreichte (Stand: 31. Dezember 2025).

Die Beta-Werte, die die Volatilität im Verhältnis zum S&P 500 messen, liegen für NOBL bei 0,77 und für SCHD bei 0,68. Dies deutet darauf hin, dass SCHD tendenziell weniger volatil ist. Bei den risikobereinigten Renditen (Sharpe Ratio) übertraf NOBL mit 0,52 in Q4 2025 SCHD mit 0,36, was auf bessere Renditen pro Risikoeinheit hindeutet, wobei hier auch Diskrepanzen in den Datenquellen (z.B. NOBL 0,13 vs. SCHD 0,03) zu beachten sind.

Sektorale Ausrichtung und Portfoliozusammensetzung

Die unterschiedlichen Anlagestrategien führen zu einer divergierenden sektoralen Gewichtung und Portfoliozusammensetzung. SCHD hält mehr Aktien (102) und ist stärker in den Sektoren Energie und Gesundheitswesen engagiert. NOBL hingegen konzentriert sich auf 70 Aktien und legt den Schwerpunkt auf Industriewerte und Basiskonsumgüter.

Diese Unterschiede in den Sektorgewichtungen und Auswahlregeln können im Laufe der Zeit zu unterschiedlichen Wertentwicklungen führen. Beide Fonds vermeiden Leverage und andere strukturelle Besonderheiten, doch die Diversifikation und die Auswahlkriterien sind entscheidend für die langfristige Performance.

Fazit für Anleger

Sowohl SCHD als auch NOBL bieten Anlegern Zugang zu fundamental starken Dividendenaktien und können eine hervorragende Ergänzung für ein Einkommensportfolio sein. Die Entscheidung zwischen den beiden hängt jedoch stark von den individuellen Anlagezielen ab.

  • SCHD ist ideal für Anleger, die eine höhere aktuelle Dividendenrendite und niedrigere Kosten priorisieren. Der Fokus liegt auf Unternehmen mit starkem Cashflow und solider Dividendenhistorie.
  • NOBL eignet sich für Anleger, die Wert auf langfristiges, konsistentes Dividendenwachstum legen und bereit sind, dafür höhere Gebühren und eine niedrigere aktuelle Rendite in Kauf zu nehmen. Der Fokus liegt auf etablierten S&P 500 Dividend Aristocrats®.

Anleger sollten vor einer Entscheidung die jüngsten Renditen, Risikoprofile, sektoralen Engagements sowie die Kennzahlen wie Kosten und Rendite sorgfältig abwägen.