
Dividendenaktien als Anker: Stabilität im turbulenten Markt durch Iran-Konflikt
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Die anfängliche Marktstimmung, die zu Wochenbeginn noch von Optimismus geprägt war, hat sich rasch eingetrübt, da der Iran-Konflikt weiter eskaliert. Angesichts dieser Entwicklungen müssen Anleger ihre Portfolios möglicherweise auf eine längere Phase der Marktvolatilität ausrichten. Defensive Dividendenaktien könnten hierbei eine wichtige Stütze für Stabilität in den aktuellen Turbulenzen bieten.
Eskalation im Nahen Osten treibt Ölpreise und Marktunsicherheit
Nach einem starken Optimismus zu Beginn der Woche hat sich die Stimmung an den Aktienmärkten wieder deutlich vorsichtiger entwickelt. Die Ölpreise verzeichneten am 9. März ihren größten Tagesrückgang überhaupt und fielen an diesem Tag um etwa 32 % von ihrem Höchst- auf ihren Tiefststand. Ein Teil dieses Rückgangs war auf die Aussage von Donald Trump zurückzuführen, der einen schnellen Abschluss des Konflikts mit Iran prognostizierte.
Doch mit der Fortsetzung des Konflikts wachsen die Zweifel an einer schnellen Lösung. Infolgedessen sind die Ölpreise wieder stark gestiegen. Brent-Rohöl, das am Dienstag auf 76,73 US-Dollar pro Barrel gefallen war, kletterte bis Freitagmorgen auf über 95 US-Dollar, ein Anstieg von etwa 24,5 %. Auch WTI-Rohöl legte zu und erreichte die wichtige Marke von 100 US-Dollar.
Jüngste Entwicklungen im Konflikt haben die Besorgnis auf den Energiemärkten weiter verstärkt. Medienberichten zufolge wurden zwei internationale Öltanker im nördlichen Persischen Golf, nahe Irak und Kuwait, angegriffen. Bloomberg meldete zudem, dass der Oman vorsorglich alle Schiffe aus einem wichtigen Ölterminal in Mina Al Fahal evakuiert hat, nachdem es in der Region zu mehreren Angriffen auf Schiffe gekommen war.
China ergriff ebenfalls Maßnahmen zum Schutz seiner heimischen Treibstoffversorgung und verbot im März den Export von raffiniertem Kraftstoff. Dies soll eine mögliche Knappheit verhindern, falls der Konflikt mit Iran die Energieflüsse stört. Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass sich die Störungen im Zusammenhang mit dem Konflikt über die Straße von Hormuz hinaus ausbreiten. Der Krieg trat am Donnerstag in seinen dreizehnten Tag und verstärkt die globalen Marktbedenken.
Vor diesem Hintergrund wird erwartet, dass die US-Aktienindizes, die am Mittwoch unverändert geschlossen hatten, am Donnerstag deutlich niedriger eröffnen. Anleger müssen sich möglicherweise auf eine Phase der Volatilität einstellen, die länger dauern könnte als ursprünglich angenommen.
Defensive Anlagestrategien in turbulenten Zeiten
In Zeiten von Marktunsicherheit hilft es oft, sich auf defensivere Anlagestrategien zu konzentrieren. Ein gängiger Ansatz ist es, Dividendenaktien stärker zu gewichten. Diese Unternehmen bieten regelmäßige Erträge, unabhängig von kurzfristigen Marktbewegungen, und können in turbulenten Zeiten eine größere Stabilität bieten.
Unternehmen, die Dividenden zahlen, sind in der Regel profitabel, da Dividenden aus den Gewinnen eines Unternehmens stammen und an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Viele dieser Unternehmen sind zudem in defensiven Sektoren tätig, was ihre Widerstandsfähigkeit erhöht. Ihre Anleger neigen auch dazu, langfristig zu denken, weshalb Dividendenaktien oft weniger von kurzfristiger Marktpanik betroffen sind.
Dennoch müssen Anleger Dividendenaktien sorgfältig auswählen, um die besten Chancen zu identifizieren und Risiken zu minimieren.
Die Auswahl der richtigen Dividendenaktien
Viele Anleger konzentrieren sich hauptsächlich auf die Dividendenrendite. Diese Kennzahl zeigt, wie viel Einkommen eine Aktie pro Jahr im Vergleich zu ihrem Aktienkurs ausschüttet. Wenn Sie beispielsweise 100 US-Dollar in eine Aktie mit einer Dividendenrendite von 5 % investieren, würden Sie jährlich etwa 5 US-Dollar an Dividenden erhalten.
Die Dividendenrendite ist daher eine wichtige Kennzahl, sollte aber niemals der einzige Faktor sein, den Anleger berücksichtigen. Andere Elemente sind bei der Bewertung von Dividendenaktien ebenfalls entscheidend:
- Anzahl der Jahre, in denen das Unternehmen Dividenden gezahlt hat: Unternehmen mit einer langen Historie von Dividendenzahlungen stellen diese mit geringerer Wahrscheinlichkeit ein.
- **Dividendenwachstum über die letzten drei und fünf Jahre:** Dies zeigt, ob das Unternehmen seine Dividendenzahlungen im Laufe der Zeit regelmäßig erhöht.
- **Ausschüttungsquote (Payout Ratio):** Diese Kennzahl zeigt den Anteil der Gewinne, den ein Unternehmen als Dividenden ausschüttet. Eine höhere Quote bedeutet, dass das Unternehmen weniger Spielraum für zukünftige Dividendenerhöhungen hat.
- Bewertung: Anleger sollten überbewertete Dividendenaktien vermeiden, da diese ein höheres Risiko eines Kursrückgangs bergen.
Investing.com Screener identifiziert stabile Dividendenwerte
Um diese Prinzipien anzuwenden, wurde der Investing.com Aktienscreener genutzt, um Unternehmen am US-Markt zu identifizieren, die folgende Kriterien erfüllen:
- Marktkapitalisierung größer als 500 Millionen US-Dollar.
- Dividendenrendite größer als 5 %.
- Dividenden wurden länger als 10 Jahre gezahlt.
- Dividendenwachstum über 3 und 5 Jahre.
- Ausschüttungsquote unter 70 %.
- Aufwärtspotenzial von mehr als 20 % gemäß InvestingPro Fair Value (Zusammenfassung der Bewertungsmodelle).
Diese Recherche hat es ermöglicht, 9 vielversprechende Dividendenaktien zu identifizieren. Die Dividendenrendite dieser Aktien liegt zwischen 5 % und 10,8 %, und einige von ihnen zahlen seit mehr als fünf Jahrzehnten Dividenden. Basierend auf den Fair-Value-Schätzungen von InvestingPro sind sie zudem derzeit zwischen 24,8 % und 53,3 % unterbewertet.
Es gibt viele weitere Möglichkeiten, starke Dividendenaktien zu finden. Eine Option ist die Nutzung vorkonfigurierter Suchen, die es Anlegern ermöglichen, mit einem einzigen Klick nach Aktien zu filtern, die spezifische Kriterien erfüllen. InvestingPro bietet beispielsweise acht vorkonfigurierte Suchen an, die sich auf Dividendenaktien konzentrieren.