
DOJ verstärkt Betrugsermittlungen in Minnesota mit Militäranwälten
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Das US-Justizministerium (DOJ) verstärkt seine Bemühungen zur Betrugsbekämpfung in Minnesota erheblich und fordert zusätzliche Ressourcen vom Pentagon an. Dazu gehören Militäranwälte und forensische Prüfer, die das U.S. Attorney's Office unterstützen sollen, nachdem mehrere Staatsanwälte in der Region zurückgetreten sind.
Militärische Unterstützung für die Justiz in Minnesota
Das Pentagon wurde vom Justizministerium gebeten, Militäranwälte für einen Kurzeinsatz nach Minnesota zu entsenden. Diese Freiwilligen sollen ab März als Sonderstaatsanwälte (Special Assistant U.S. Attorneys) tätig werden. Die Anfrage des Pentagons, die CBS News vorliegt, spezifiziert weder den genauen Fokus des Einsatzes noch die erforderliche Fachkenntnis.
Zusätzlich führt das Justizministerium Gespräche mit dem Pentagon über die Entsendung forensischer Prüfer. Diese sollen bei Betrugsermittlungen assistieren und potenziell als Zeugen vor Gericht aussagen. Verteidigungsminister Pete Hegseth unterstützt diese Maßnahme. Der Einsatz von Militärjuristen für nicht-militärische Zwecke ist nicht neu; sie wurden bereits als Einwanderungsrichter eingesetzt und im Sommer zuvor zur Verfolgung von Bagatelldelikten in Washington, D.C., während einer Kriminalitätsbekämpfungsaktion von Präsident Trump.
Hintergrund der Ressourcenknappheit
Die Forderung nach zusätzlichen Ressourcen kommt zu einem Zeitpunkt, da das Justizministerium seine Ermittlungen zu COVID-Ära-Wohlfahrtsbetrug in Minnesota fortsetzt und ausweitet. Fast alle Angeklagten oder Verurteilten, denen Betrug an einem Bundesprogramm zur Versorgung hungernder Kinder vorgeworfen wird, sind somalischer Abstammung. Die Trump-Regierung bezeichnet dies oft als "Somali-Betrug".
Das U.S. Attorney's Office in Minnesota hat kürzlich etwa 10 Staatsanwälte verloren, was fast 10 % der dortigen Anwälte ausmacht. Einige von ihnen bearbeiteten wichtige Kriminalfälle, darunter die hochkarätige Betrugsermittlung "Feeding Our Futures", bei der 78 Personen angeklagt wurden, Hunderte Millionen Dollar aus steuerfinanzierten Kinderernährungsprogrammen gestohlen zu haben. Verbleibende Berufsstaatsanwälte wurden laut Quellen weitgehend kaltgestellt.
Die zusätzlichen Ressourcen des Pentagons sollen andere Bemühungen des Justizministeriums ergänzen, das in den kommenden Wochen vorübergehend Staatsanwälte aus benachbarten Bezirken, darunter Teile von Iowa, Michigan, Nebraska, Wisconsin sowie Nord- und Süd-Dakota, abstellt. Auch Spezialisten für Wirtschaftskriminalität im Gesundheitswesen aus der Kriminalabteilung des DOJ-Hauptquartiers unterstützen die Bemühungen.
Kontroverse um Rücktritte und Ermittlungen
Die Rücktritte der Staatsanwälte, darunter Joseph Thompson, der als amtierender U.S. Attorney für Minnesota fungierte und der leitende Staatsanwalt im Fall "Feeding Our Futures" war, erfolgten teilweise aus Besorgnis. Sie kritisierten, dass die tödliche Schießerei auf Renee Good durch einen Beamten der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) nicht als Bürgerrechtsfall untersucht wurde und dass Druck ausgeübt wurde, Goods Witwe zu untersuchen.
Joseph Thompson lehnte die Idee einer strafrechtlichen Untersuchung von Becca Good, Renee Nicole Goods Witwe, ab und kritisierte die Zurückhaltung des Ministeriums, den Schützen, ICE-Agent Jonathan Ross, zu untersuchen. Er sprach sich auch gegen den Ausschluss des Minnesota Bureau of Criminal Apprehension (BCA) von der Untersuchung aus, eine Entscheidung, die von hochrangigen DOJ-Beamten überstimmt wurde. Das FBI untersucht den Agenten, der Good erschossen hat, derzeit nicht, und Staatsanwälten der Bürgerrechtsabteilung des Ministeriums wurde zuvor befohlen, sich nicht einzumischen. Stellvertretender Generalstaatsanwalt Todd Blanche erklärte, das Justizministerium glaube nicht, dass es Beweise für eine strafrechtliche Untersuchung der Handlungen des beteiligten ICE-Agenten gebe.
Generalstaatsanwältin Pam Bondi äußerte sich zu den Rücktritten mit den Worten: "Gut, dass die sechs weg sind", und behauptete, sie habe diejenigen entlassen, die zurückgetreten waren, bevor sie ihren Jahresurlaub aufbrauchen konnten. Sie fügte hinzu: "Unsere großartigen anderen Staatsanwälte aus dem ganzen Land kommen, um die Männer und Frauen von ICE zu schützen."
Politische Reaktionen und zukünftige Ausrichtung
Die Stadt Minneapolis ist auch das Zentrum der größten Entsendung von Agenten des Department of Homeland Security (DHS) in ihrer Geschichte, die sowohl für die Betrugsermittlungen als auch für die Durchsetzung der Einwanderungsgesetze im Rahmen der von der Trump-Regierung als "Operation Metro Surge" bezeichneten Aktion vor Ort sind.
Minneapolis' Bürgermeister Jacob Frey bezeichnete die zurückgetretenen Staatsanwälte als Helden und nannte diejenigen, die die Witwe von Renee verfolgen wollten, "Monster". Die Senatorin von Minnesota, Amy Klobuchar, selbst eine ehemalige Staatsanwältin, sagte, die Familie und Angehörigen von Renee Good verdienten Gerechtigkeit, keine politischen Angriffe. Drew Evans, Superintendent des Bureau of Criminal Apprehension, warnte, dass das Fehlen einer glaubwürdigen Untersuchung des Todes von Renee Good das Vertrauen untergraben könnte.
Die neuen Staatsanwälte, die vorübergehend in Minnesota stationiert sind, werden sich auf Betrugsfälle im Zusammenhang mit Bundesprogrammen oder auf Fälle konzentrieren, die mit den Straßenprotesten in Minneapolis verbunden sind, wie Angriffe auf Beamte. Ein DOJ-Sprecher erklärte in einer Stellungnahme, das Justizministerium sei "laserfokussiert darauf, Verschwendung, Betrug und Missbrauch auszumerzen" und werde diese Bemühungen fortsetzen, "bis alle Betrüger, einschließlich Flüchtlinge, die amerikanische Steuergelder waschen, zur Rechenschaft gezogen werden".