Ecuador: Großoffensive gegen Kriminalität mit US-Unterstützung

Ecuador: Großoffensive gegen Kriminalität mit US-Unterstützung

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Ecuador bereitet eine umfassende Offensive gegen kriminelle Organisationen vor, die dieses Wochenende beginnen soll. Das südamerikanische Land erhält dabei logistische Unterstützung von den Vereinigten Staaten, die auch die Einrichtung eines ersten FBI-Büros in Ecuador angekündigt haben. Diese Maßnahmen sind eine Reaktion auf die eskalierende Gewalt durch den Drogenhandel, der Ecuador zu einem zentralen Umschlagplatz gemacht hat.

Ecuador startet Großoffensive

Ecuador wird an diesem Wochenende eine umfassende Offensive gegen kriminelle Organisationen in drei westlichen Provinzen starten. Innenminister John Reimberg forderte die Bürger auf, eine Ausgangssperre von 23:00 Uhr bis 05:00 Uhr vom 15. bis 30. März in den Provinzen Guayas, Los Ríos und Santo Domingo de los Tsáchilas zu beachten. Diese Regionen gehören zu den gewalttätigsten des Landes.

Die Bewohner müssen während der Ausgangssperre in ihren Häusern bleiben und die Straßen freihalten, um die Bewegung von Truppen und Ausrüstung zu erleichtern. Reimberg betonte, dass Kollateralschäden bei den bevorstehenden Angriffen vermieden werden sollen. Präsident Daniel Noboa hatte zuvor eine neue Phase im Kampf gegen die organisierte Kriminalität mit gemeinsamen Aktionen verbündeter Länder angekündigt.

US-Unterstützung und FBI-Büro

Die Vereinigten Staaten leisten logistische Unterstützung für die Operationen Ecuadors. Das US Southern Command lobte die ecuadorianischen Streitkräfte für ihr Engagement und ihren Mut im Kampf gegen "Narko-Terroristen". Tage zuvor hatten Ecuador und die USA bereits gemeinsame Militäroperationen gegen organisierte Kriminalitätsgruppen begonnen.

Ein wichtiger Meilenstein in der Zusammenarbeit ist die Ankündigung, das erste FBI-Büro in Ecuador einzurichten. Dieses Büro wird innerhalb der US-Botschaft in Quito seine Arbeit aufnehmen. US-Botschafts-Geschäftsträger Lawrence Petroni bezeichnete dies als "sehr wichtigen Meilenstein" zur Stärkung der operativen Verbindung zwischen dem FBI und der ecuadorianischen Polizei. Vizepräsidentin María José Pinto lobte die Initiative als essenziell für eine bessere Untersuchung und ein tieferes Verständnis krimineller Bedrohungen.

Hintergrund: Ecuador als Drogen-Drehscheibe

Seit Anfang 2021 ist Ecuador mit einer unerbittlichen Offensive organisierter Kriminalitätsgruppen konfrontiert. Diese Gruppen unterhalten laut Polizei enge Verbindungen zu Drogenkartellen in Kolumbien und Mexiko. Ecuador gilt als ein kritischer logistischer Knotenpunkt im globalen Drogenhandel.

Das Land dient als Sammel- und Verteilungsstelle für Drogen, die hauptsächlich aus Kolumbien, aber auch aus Peru, ins Land gelangen. Schätzungsweise 70 Prozent der in Kolumbien und Peru produzierten Drogen werden über Ecuador verschifft. Von ecuadorianischen Seehäfen aus werden diese illegalen Lieferungen nach Mittelamerika, in die Vereinigten Staaten und nach Europa transportiert.

Ausgangslage und politische Reaktionen

Die Drogenkriminalität hat Ecuador, einst eines der sichersten Länder Lateinamerikas, in wenigen Jahren zu einem der tödlichsten gemacht. Präsident Noboa, der 2023 an die Macht kam und als enger Verbündeter der USA gilt, hat die Sicherheitspartnerschaft mit den Vereinigten Staaten verstärkt. Er hatte bereits im Februar das Außenministerium angewiesen, Kooperationsabkommen mit "verbündeten Nationen" zu suchen, um die vorübergehende Einbindung von Spezialkräften zu ermöglichen.

Im Dezember kündigten die USA eine temporäre Entsendung von Luftwaffenpersonal zur ehemaligen US-Basis in der Hafenstadt Manta an. Noboa hatte sich zuvor für die Wiedereröffnung einer geschlossenen US-Militärbasis eingesetzt, was jedoch in einem Referendum im November von den Ecuadorianern abgelehnt wurde.

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