
Ehepaare verlieren bis zu 40.000 $ durch mangelnde Finanzkoordination
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Ehepaare, die ihre finanziellen Entscheidungen nicht gemeinsam treffen, riskieren erhebliche Einbußen bei ihrem Altersvorsorgevermögen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass mangelnde Abstimmung, insbesondere bei der Nutzung von Arbeitgeberzuschüssen für Altersvorsorgepläne, zu Verlusten von durchschnittlich 14.000 US-Dollar führen kann. Für einige Paare können diese Verluste sogar bis zu 40.000 US-Dollar betragen.
Die Kosten mangelnder Abstimmung bei der Altersvorsorge
Die im Jahr 2025 im "American Economic Review" veröffentlichte Untersuchung beleuchtet, wie Paare Geld verlieren, indem sie nicht die einfache Frage stellen: "Dein 401(k) oder meins?". Die Autoren der Studie – Taha Choukhmane, Assistenzprofessor für Finanzen am MIT Sloan School of Management, Lucas Goodman, Ökonom im Finanzministerium, und Cormac O'Dea, Assistenzprofessor für Wirtschaftswissenschaften an der Yale University – fanden heraus, dass die Nicht-Allokation von Altersvorsorgebeiträgen zum Ehepartner mit der höchsten Arbeitgeberzuschussrate zu erheblichen Einbußen führt.
Durch die Umstellung der Altersvorsorgebeiträge auf das Konto mit der höheren Zuschussrate könnten 1 von 5 Paaren ihre Ersparnisse um geschätzte 750 US-Dollar pro Jahr steigern. Über die gesamte Lebenszeit hinweg opfern Paare, die sich nicht auf den höchsten Zuschuss konzentrieren, durchschnittlich 14.000 US-Dollar an Altersvorsorgevermögen. Für 10 % der Paare kann dieser Betrag sogar auf bis zu 40.000 US-Dollar an zusätzlichem Vermögen im Ruhestand ansteigen. Taha Choukhmane kommentiert: "Das Fehlen von Koordination kann eine Wahl sein, aber es ist eine kostspielige Wahl."
Mehr als nur Altersvorsorge: Weitere Koordinationspotenziale
Die Forschung zielt darauf ab, zu messen, ob Paare ihre Finanzen als Haushalt koordinieren oder ihr Geld stattdessen individuell verwalten. Im letzteren Fall agieren Paare wie Mitbewohner, die unter einem Dach leben, aber ihre finanziellen Entscheidungen unabhängig treffen und dabei die Prioritäten jedes Einzelnen setzen. Bei koordinierter Haushaltsfinanzplanung hingegen optimieren Paare ihre Entscheidungen gemeinsam, so Choukhmane.
Altersvorsorgepläne sind nur ein Beispiel; es gibt viele weitere Möglichkeiten für Paare, ihre finanziellen Entscheidungen zu koordinieren und dadurch finanzielle Vorteile zu erzielen. Ein weiteres Beispiel ist, wenn ein Ehepartner Kreditkartenschulden mit jährlichen Zinssätzen von 20 % bis 30 % hat, während der andere Ehepartner Bargeld auf einem Girokonto hält, das keine Zinsen abwirft. Choukhmane erklärt: "Sie könnten viel Geld sparen, indem sie Geld vom Girokonto zur Tilgung der Kreditkarte verwenden." Dies erfordere jedoch ein gewisses Maß an Vertrauen, Koordination und Einigkeit, sowie die Bereitschaft, ein Stück Unabhängigkeit aufzugeben.
Wer koordiniert am besten?
Paare, die ihre Finanzen besser koordinieren, sind laut Choukhmane oft länger verheiratet und hatten bereits vor der Ehe ein gemeinsames Bankkonto. Diese Faktoren scheinen eine stärkere Basis für gemeinsame finanzielle Entscheidungen zu schaffen und das Vertrauen zu fördern, das für eine effektive Koordination notwendig ist.
Finanzielle "Money Dates" als Lösung
Um solche Koordinationsmöglichkeiten nicht zu verpassen, empfiehlt Kate Winget, Chief Revenue Officer bei Morgan Stanley at Work, dass Paare regelmäßig "Money Dates" einplanen. Bei diesen Treffen können sie ihren finanziellen und Beziehungsstatus überprüfen. Dies gilt insbesondere für betriebliche Leistungen wie 401(k)- oder andere Altersvorsorgepläne, aber auch für Notfallsparprogramme oder Mitarbeiteraktienkaufpläne, die Arbeitgeber anbieten können. Regelmäßige Gespräche über Finanzen helfen, Lücken zu erkennen und gemeinsam anzugehen.