Eierpreise im Sinkflug: Vogelgrippe-Erholung und neue Risiken

Eierpreise im Sinkflug: Vogelgrippe-Erholung und neue Risiken

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Nach einer turbulenten Phase, die von der Vogelgrippe geprägt war, erleben die Eierpreise in den USA einen deutlichen Rückgang. Dieser Preissturz spiegelt eine Normalisierung des Marktes wider, birgt jedoch weiterhin Risiken für zukünftige Volatilität, da die Bedrohung durch das Virus nicht vollständig gebannt ist.

Eierpreise im freien Fall: Eine Marktanalyse

Die Verbraucherpreise für Eier sind im Februar um 3,8 % gesunken und liegen im Jahresvergleich sogar 42,1 % niedriger, wie das Bureau of Labor Statistics (BLS) mitteilte. Im Gegensatz dazu stieg die allgemeine Verbraucherpreisinflation (CPI) im Jahresvergleich um 2,4 %. Aktuell liegt der Durchschnittspreis für ein Dutzend Eier bei etwa 2,50 bis 2,58 US-Dollar.

Dieser Rückgang folgt auf eine Phase extremer Preisschwankungen. Im Dezember 2024 kostete ein Dutzend Eier noch rund 4,14 US-Dollar und erreichte im März 2025 einen Höchststand von 6,22 US-Dollar pro Dutzend, bevor die Preise wieder fielen. Bis Dezember 2025 lagen die Eierpreise bereits etwa 12 % unter dem Fünfjahresdurchschnitt, was die Erholung des Marktes von den vogelgrippebedingten Preisschocks unterstreicht.

Die Achterbahnfahrt der Eierpreise

Bernt Nelson, Ökonom bei der American Farm Bureau Federation, beschreibt die US-Eierindustrie seit 2022 als eine "Achterbahnfahrt der Vogelgrippe-Nachweise". Die Anzahl der betroffenen Vögel schwankte je nach Jahreszeit zwischen etwa 20 Millionen und nahezu null. Diese Schwankungen führten dazu, dass die Legehennenbestände zeitweise so stark dezimiert wurden, dass die Preise erheblich anstiegen.

Der Preisanstieg in den Jahren 2024 und Anfang 2025 wurde hauptsächlich durch Ausbrüche der hochpathogenen Aviären Influenza ausgelöst, die Landwirte dazu zwang, zig Millionen Legehennen zu keulen. Der plötzliche Verlust von Vögeln führte zu einem Versorgungsengpass, der die Preise landesweit in die Höhe trieb.

Erholung durch verbesserte Prävention und Produktion

Die Stabilisierung des Marktes ist auch auf verstärkte Erkennungsaktivitäten des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) zurückzuführen, die zur Eindämmung von Ausbrüchen beitragen sollen. Nelson lobt die "dramatischen Verbesserungen" des USDA im letzten Jahr. Dazu gehören Wildtierbewertungen, die untersuchen, wie Wildvögel in eine Eierfarm eindringen könnten, sowie häusliche Bewertungen zur Förderung der landwirtschaftlichen Hygiene, wie beispielsweise Fußbäder vor dem Betreten eines Legehennenstalls.

Diese vom USDA kostenlos angebotenen Maßnahmen haben laut Nelson die Fähigkeit, die Versorgung aufrechtzuerhalten, "dramatisch verbessert". In den letzten sechs Monaten hat die Verlangsamung der Vogelgrippe-Fälle es der Produktion ermöglicht, sich zu erholen und zu steigen, wodurch die Preise unter das Niveau fielen, das sie vor dem größeren Ausbruch hatten.

Die Kehrseite für Eierproduzenten

Während die fallenden Preise für Verbraucher erfreulich sind, stellen sie für Eierproduzenten eine große Herausforderung dar. Die Großhandelspreise, die Landwirte erhalten, sind um mehr als 90 % auf etwa 70 Cent pro Dutzend gefallen. David Anderson, Viehwirtschaftsökonom an der Texas A&M University, bezeichnet dies als "extrem niedrigen Preis", der wahrscheinlich unter den Produktionskosten der Erzeuger liegt.

Wenn die Bestände von Eierfarmern von der Vogelgrippe betroffen sind, kann dies nicht nur finanzielle Schäden verursachen, sondern auch eine emotionale Belastung darstellen. Mike Puglisi, dessen Farm 2022 80 % ihrer Legehennen verlor, beschreibt die Situation als "traumatisch". Obwohl USDA-Entschädigungsprogramme Kosten wie die Reinigung abdecken, decken sie nicht den Produktionsausfall ab, der bis zu sechs Monate dauern kann.

Ausblick: Bleiben die Preise stabil?

Trotz der jüngsten Erholung bleiben die Eierpreismärkte anfällig für plötzliche Veränderungen. Die Wildtierüberwachung des USDA hat in den letzten Monaten eine sehr hohe Viruslast bei wilden Zugvögeln festgestellt, die alle vier Flugrouten durch die USA von Süden nach Norden kreuzen. Dies kann die Eier-, Puten- und Broilerindustrien beeinträchtigen.

Nelson weist darauf hin, dass in den letzten 30 Tagen etwa 14 Millionen Vögel betroffen waren, was höher war als in einigen Monaten mit geringeren Fallzahlen während der Normalisierung der Lieferkette. Im März gab es insgesamt etwa vier Millionen Nachweise, die hauptsächlich auf zwei relativ große Vogelgrippe-Nachweise in Eierproduktionsanlagen zurückzuführen sind. Sollten solche Ausbrüche weiterhin monatlich eine hohe Anzahl von Vögeln betreffen, könnten die Preise laut Nelson "sehr wohl wieder steigen".

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