
Einhorn: Fed senkt Zinsen öfter als erwartet – Goldwette verstärkt
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Der bekannte Hedgefonds-Manager David Einhorn von Greenlight Capital prognostiziert deutlich mehr Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve in diesem Jahr, als der Markt derzeit erwartet. Diese Einschätzung stärkt sein Vertrauen in seine umfangreiche Goldwette, da er das Edelmetall als entscheidenden Schutz gegen langfristige Inflation betrachtet.
Einhorns Erwartungen an die Fed-Zinspolitik
Während der Markt nach dem besser als erwarteten Januar-Arbeitsmarktbericht die Erwartungen an Zinssenkungen leicht gedämpft hat, preisen Händler laut dem CME FedWatch Tool immer noch eine Wahrscheinlichkeit von über 88 % für zwei Zinssenkungen um jeweils einen Viertelprozentpunkt bis Jahresende ein. David Einhorn hält diese Markteinschätzung jedoch für "falsch". Er erwartet, dass die Anzahl der Zinssenkungen "erheblich mehr als zwei" betragen wird.
Einhorn äußerte sich auf CNBCs "Money Movers" gegenüber Sara Eisen und betonte, dass die Fed seiner Meinung nach "blufft", wenn sie behauptet, die Geldpolitik straffen zu wollen, um die Inflation zu zähmen. Er verglich das Anheben der Zinsen mit dem "Räumen einer zugeschneiten Einfahrt mit einem Eiskugelportionierer" und warnte, dass dies die Preise aufgrund der hohen US-Verschuldung sogar weiter in die Höhe treiben könnte.
Die Rolle von Kevin Warsh
Einhorn glaubt, dass Kevin Warsh, der von Präsident Donald Trump als Nachfolger von Jerome Powell für den Fed-Vorsitz nominiert wurde, das Komitee überzeugen wird, die Zinsen zu senken. Warsh werde sich für Zinssenkungen einsetzen, "selbst wenn die Wirtschaft heiß läuft", und dabei Produktivität als Argument anführen.
Nur bei einer Inflation von 4 % oder 5 % könnte Warsh seiner Ansicht nach das Komitee nicht überzeugen. Die Nominierung von Warsh hatte Ende letzten Monats zunächst zu einem Rückgang des Goldpreises geführt, da dies die Ängste der Wall Street hinsichtlich der Unabhängigkeit der Fed linderte.
Gold als Inflationsschutz und sicherer Hafen
David Einhorn ist ein bekennender Goldbesitzer und sieht das Edelmetall als entscheidenden Schutz in Zeiten anhaltender Inflation. Gold, das traditionell als Inflationsschutz gilt, hat sich nach einem anfänglichen Rückgang wieder erholt. Gold-Futures sind in diesem Jahr um mehr als 17 % gestiegen.
Im Jahr 2025 verzeichnete Gold bereits einen Anstieg von über 60 % inmitten von Bedrohungen der Zentralbankunabhängigkeit, erhöhten geopolitischen Spannungen und einer instabilen Handelspolitik. Seit 2024 ist der Goldpreis sogar um mehr als 120 % gestiegen. Einhorn rät: "Es ist am besten, jetzt etwas Gold zu haben", da der Preis "höher, vielleicht viel höher" steigen werde.
Einhorns langfristige Inflationssicht
Einhorn ist überzeugt, dass die Inflation langfristig bestehen bleiben wird und die Fed in ihrem Kampf gegen die steigenden Preise scheitern wird. Er sieht Gold als "sicheren Hafen", der seinen Wert in Zeiten von Marktvolatilität und steigenden Preisen bewahrt. Obwohl Gold selbst keine Rendite abwirft, schätzt es sich in der Regel im Gleichschritt mit anderen Vermögenswerten auf und bietet seinen Inhabern somit einen Wertspeicher.
Sein Hedgefonds Greenlight Capital verzeichnete in diesem Jahr trotz der anhaltenden Marktvolatilität einen Anstieg von knapp 21 %. Einhorn erwartet, dass die Fed gezwungen sein wird, die Geldpolitik in einem inflationären Umfeld zu lockern, um das Finanzministerium zu stützen. "Zu diesem Zeitpunkt ist es am besten, etwas Gold zu haben", so seine Schlussfolgerung.