
Elon Musk: DOGE war nur 'ein wenig' erfolgreich – Fokus auf KI und Tesla
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Elon Musk, CEO von Tesla und SpaceX, hat sich kürzlich kritisch zu seiner Beteiligung am Department of Government Efficiency (DOGE) geäußert. Er bezeichnete die Initiative zur Einsparung von Steuergeldern als nur "ein wenig" oder "einigermaßen erfolgreich" und würde sich nach eigener Aussage nicht erneut daran beteiligen. Stattdessen würde er seine Zeit lieber seinen Unternehmen widmen.
Musks Fazit zur Regierungseffizienz (DOGE)
In einem Interview im "The Katie Miller Podcast" am 9. Dezember 2025 reflektierte Elon Musk über seine Zeit im Department of Government Efficiency (DOGE). Diese neue Behörde wurde zu Beginn der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump ins Leben gerufen. Musk äußerte, dass die Bemühungen, Steuergelder einzusparen, nur "ein wenig" oder "einigermaßen erfolgreich" gewesen seien. Er empfand seine Anwesenheit dort größtenteils als "extrem surreal".
Der Name DOGE selbst sei "basierend auf Internetvorschlägen" entstanden. Obwohl Musk das Ziel, die Staatsausgaben zu drosseln, weiterhin für sinnvoll hält, sieht er seine eigenen Anstrengungen während seiner Zusammenarbeit mit der Trump-Regierung nicht als besonders effektiv an. Er erklärte, dass "wir eine Menge Finanzierungen gestoppt haben, die wirklich keinen Sinn machten und einfach nur verschwenderisch waren." Als Beispiel nannte er "wahrscheinlich 100, vielleicht 200 Milliarden Dollar an Zombie-Zahlungen pro Jahr", die durch die einfache Forderung nach einem Zahlungscode und einer Erklärung gestoppt werden konnten.
Auf die direkte Frage von Katie Miller, ob er sich erneut an DOGE beteiligen würde, antwortete Musk nach kurzem Zögern mit einem Seufzer, dass er es nicht tun würde. Er würde stattdessen an seinen Unternehmen und den Autos arbeiten, um zu verhindern, dass "die Autos brennen" – eine Anspielung auf Proteste.
Ursprüngliche Ziele und revidierte Erwartungen
Musk hatte DOGE im November 2024 zusammen mit Vivek Ramaswamy vorgeschlagen, mit dem ehrgeizigen Ziel, 2 Billionen US-Dollar an Bundesausgaben einzusparen. Später revidierte er diese Schätzung jedoch auf fast 150 Milliarden US-Dollar an Ausgabenkürzungen für das Fiskaljahr 2026, bevor er im April von seinem Amt zurücktrat.
Die Behörde wurde im Juli stillschweigend aufgelöst, acht Monate früher als geplant. Es ist unklar, wie viel DOGE letztendlich eingespart hat. Eine Analyse von Politico im August 2025 bestätigte jedoch Vertragskündigungen im Wert von 1,4 Milliarden US-Dollar und einen Rückgang der Bundesausgaben. Demgegenüber steht ein Bericht des Minderheitenpersonals des Senatsausschusses für ständige Untersuchungen (PSI) vom Juli, der DOGE eine Verschwendung von 21,7 Milliarden US-Dollar in den ersten sechs Monaten des Jahres zuschreibt.
Finanzielle Auswirkungen und Kritik
Die Mission von DOGE, Verschwendung, Betrug und Missbrauch in der Bundesregierung zu beseitigen, wurde von Kritik begleitet. Der Office of Personnel Management Director Scott Kupor erklärte gegenüber Reuters, dass DOGE "nicht existiert" und es "kein Ziel für Reduzierungen" gebe. Ein Bericht des Wall Street Journal vom letzten Monat zeigte zudem, dass Musk letztendlich einen Anstieg der Bundesausgaben um 220 Milliarden US-Dollar in diesem Fiskaljahr (ohne Zinsen) zu verantworten hatte.
Zehntausende von Bundesangestellten, die unter Musks Führung entlassen wurden, erhielten im September ihre Arbeitsplätze zurück. Berichten zufolge gingen Millionen durch Zinsen und Gebühren verloren, da Regierungsprojekte eingefroren wurden, und einige "jämmerlich unqualifizierte" DOGE-Mitarbeiter sollen sechsstellige Gehälter bezogen haben.
Fokus auf KI und Unternehmenswachstum
Musks Äußerungen unterstreichen die Spannungen zwischen öffentlichem Dienst und privater Innovation, insbesondere im schnell wachsenden KI-Sektor. Als CEO von KI-Schwergewichten wie xAI und Tesla muss Musk seine Bemühungen inmitten rasanter technologischer Fortschritte diversifizieren. xAI, Musks Unternehmen zur Erforschung des Universums mittels fortschrittlicher KI-Modelle, gab im Mai 2024 eine Finanzierungsrunde von 6 Milliarden US-Dollar bekannt. Dies positioniert xAI als wichtigen Akteur im Wettbewerb mit Unternehmen wie OpenAI.
Der KI-Markt wird laut einem MarketsandMarkets-Bericht aus dem Jahr 2023 voraussichtlich bis 2025 ein Volumen von 390,9 Milliarden US-Dollar erreichen, angetrieben durch generative KI und maschinelles Lernen. Musk hatte ursprünglich beabsichtigt, KI für bürokratische Effizienz, wie die Automatisierung regulatorischer Prozesse, in DOGE zu nutzen. Sein Bedauern signalisiert jedoch potenzielle Risiken für KI-Innovatoren, wenn sie sich in die Politik wagen, da politischer Gegenwind Ressourcen von der Kernforschung und -entwicklung ablenken könnte. Dies zeigt sich auch in Teslas KI-Integrationen für autonomes Fahren, bei denen die Zahl der Full Self-Driving (FSD) Beta-Nutzer bis zum dritten Quartal 2024 um 50 % auf über 1 Million stieg, wie aus Teslas Gewinnmitteilung vom Oktober 2024 hervorgeht.
Die politische Dimension und Teslas Reaktion
Musks Arbeit mit der Trump-Regierung führte zu starkem öffentlichem Gegenwind und zahlreichen Protesten, einschließlich Vandalismus gegen Tesla. Musk beschrieb die Reaktionen als "sehr stark" auf seinen Versuch, "politische Korruption" zu stoppen. Auch Tesla-Investoren zeigten sich besorgt, dass Musk zu viel Zeit im Weißen Haus und zu wenig beim Elektrofahrzeughersteller verbrachte.
Garrett Nelson, Senior Equity Analyst bei CFRA Research, äußerte im März, dass Aktionäre "berechtigte Bedenken haben, dass Elon Musk zu stark ausgelastet ist, und es ist klar geworden, dass er jetzt mehr Zeit für DOGE als für alles andere aufwendet." Teslas Aktienkurs fiel in der ersten Jahreshälfte, begann aber wieder zu steigen, nachdem Musk im Mai seinen Rücktritt von DOGE bekannt gab. Bis zum Börsenschluss am Dienstag verzeichnete die Tesla-Aktie in diesem Jahr einen Anstieg von über 17 %.
Musks Beziehung zu Trump verschlechterte sich im Juni nach Musks Kritik an Trumps "Big Beautiful Bill". Nach monatelangen öffentlichen Auseinandersetzungen berichtete Business Insider im November, dass sich die Spannungen zwischen den beiden kürzlich entspannt hatten. Musk wurde daraufhin zu Trumps Abendessen im Weißen Haus mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman eingeladen.