Elon Musk fordert Richter-Ausschluss wegen LinkedIn-Reaktion in Tesla-Klage

Elon Musk fordert Richter-Ausschluss wegen LinkedIn-Reaktion in Tesla-Klage

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Die juristischen Auseinandersetzungen um Elon Musk nehmen eine neue Wendung: Anwälte des Tesla-CEOs haben einen Antrag auf Befangenheit gegen die Delaware-Richterin Kathaleen McCormick gestellt. Hintergrund ist eine positive Reaktion der Richterin auf einen LinkedIn-Beitrag, der Musk kritisierte. Dieser Vorfall wirft Fragen über die Neutralität im Gerichtssaal auf und könnte weitreichende Folgen für laufende Verfahren haben.

Antrag auf Befangenheit: Der Kern der Anschuldigung

Die Anwälte von Elon Musk fordern die Abberufung von Kanzlerin Kathaleen McCormick vom Delaware Court of Chancery. Sie begründen dies mit der Wahrnehmung einer Voreingenommenheit, die durch McCormicks Reaktionen auf einen LinkedIn-Beitrag entstanden sei. In einem am Dienstagabend eingereichten Gerichtsdokument heißt es: "Angesichts der jüngsten öffentlichen Unterstützung des Gerichts für LinkedIn-Beiträge, die den Anschein einer Voreingenommenheit gegen Herrn Musk in diesen Fällen erwecken, ist ein Ausschluss notwendig und gerechtfertigt."

Der Antrag wurde in einer Reihe von Klagen von Tesla-Aktionären eingereicht. Diese werfen Musk vor, im Vorfeld seines Twitter-Kaufs 2022 über den Verkauf seiner Tesla-Aktien gelogen und dadurch illegal profitiert zu haben. Musk hat die Vorwürfe stets bestritten.

Die umstrittene LinkedIn-Reaktion

Laut der Gerichtsakte reagierte Richterin McCormick positiv auf einen LinkedIn-Beitrag eines Anwalts, der einen separaten Fall in Kalifornien gegen Musk gewonnen hatte. In diesem Fall wurde Musk vorgeworfen, Twitter-Aktionäre in die Irre geführt zu haben. Der Beitrag feierte die Anwaltskanzlei dafür, dass sie "für den kleinen Mann gegen den reichsten Mann der Welt" eingetreten sei.

Musks Anwälte betonen, dass McCormick nicht nur ein einfaches "Gefällt mir" vergeben, sondern bewusst die "Support"-Reaktion gewählt habe. Diese wird durch ein Herz in einer ausgestreckten Hand symbolisiert und erfordere eine gezieltere Auswahl als der generische "Gefällt mir"-Button. Von etwa 121 Reaktionen auf den Beitrag wählten 93 das Standard-"Gefällt mir", während nur eine Person die "Support"-Reaktion auswählte. McCormicks LinkedIn-Konto schien am 23. März deaktiviert worden zu sein.

Richterin McCormick weist Vorwürfe zurück

Kanzlerin McCormick, die als Oberste Richterin des Delaware Court of Chancery fungiert, hat die Vorwürfe in einem eigenen Schreiben vom Dienstag zurückgewiesen. Sie erklärte, sich nicht einmal an den Beitrag erinnern zu können. "LinkedIn meldete kürzlich, dass ich das Herz-in-Hand-Symbol gedrückt habe, das ein Zeichen der 'Unterstützung' für einen LinkedIn-Beitrag über Herrn Musk darstellen sollte", schrieb sie. "Ich 'unterstütze' den Beitrag nicht. Ich habe den Beitrag auch nicht gelesen, abgesehen von dem Text, der im Screenshot sichtbar war, der mir gestern Abend per SMS zugesandt wurde."

Die Richterin gab an, die "verdächtige Aktivität an LinkedIn gemeldet" zu haben und daraufhin von ihrem Konto ausgesperrt worden zu sein. Ihre Kammer lehnte eine Stellungnahme ab.

Frühere Auseinandersetzungen zwischen Musk und McCormick

Dies ist nicht das erste Mal, dass Elon Musk und Richterin McCormick in hochkarätigen Fällen aufeinandertreffen. McCormick hatte bereits zwei andere Fälle unter ihrer Aufsicht, die nicht nach Musks Vorstellungen verliefen:

  • 2022 Twitter-Übernahme: Sie überwachte den Fall, den Twitter gegen Musk anstrengte, um ihn zum Abschluss des Kaufs des Social-Media-Unternehmens zu zwingen, nachdem er versucht hatte, davon zurückzutreten. Nachdem McCormick früh im Rechtsstreit zugunsten von Twitter entschieden hatte, stimmte Musk dem Kauf zu, bevor der Fall abgeschlossen wurde.
  • **2024 Tesla-Vergütungspaket:** McCormick stellte sich auf die Seite der Aktionäre und kippte Musks 55 Milliarden US-Dollar schweres Tesla-Vergütungspaket. Obwohl der Oberste Gerichtshof von Delaware ihre Entscheidung später aufhob, war dies ein signifikanter Rückschlag für Musk.

Auswirkungen auf Musks Geschäftsstrategie

McCormicks Entscheidung bezüglich des Vergütungspakets veranlasste Musk dazu, seine Unternehmen von Delaware nach Texas zu verlegen. Dieser Trend, Unternehmen aus Delaware abzuziehen, hat sich in der Geschäftswelt leicht verstärkt. Die aktuelle Forderung nach einem Richter-Ausschluss könnte die Spannungen zwischen Musk und dem Justizsystem von Delaware weiter verschärfen.

Weitere Vorwürfe gegen McCormicks Kammer

Die Anwälte von Musk behaupten, dass die "LinkedIn-Machenschaften" sich über McCormicks Kammer erstreckten. In ihrer Einreichung gaben sie an, dass ein Mitglied von McCormicks Personal einen LinkedIn-Beitrag eines Anwalts "geliked" habe. Dieser Anwalt hatte einen Screenshot eines Nachrichtenartikels über Musks Aussage im kalifornischen Fall gepostet.

In diesem Fall hatte der CEO der heutigen X Corp. ausgesagt, er halte McCormick für "extrem voreingenommen" gegen ihn. Der Anwalt, der den Screenshot postete, schrieb in dem von einem Mitarbeiter der Richterin "gelikten" LinkedIn-Beitrag: "So viele Menschen, die sich so zutiefst schämen sollten, scheinen dazu unfähig zu sein, und ich glaube nicht, dass das gut für die Zivilgesellschaft ist." Musk verlor diesen Fall.

Erwähnte Persönlichkeiten