Elon Musks Boring Co. in Nashville: Lokaler Widerstand trifft auf staatlichen Tunnel-Push

Elon Musks Boring Co. in Nashville: Lokaler Widerstand trifft auf staatlichen Tunnel-Push

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In Nashville, Tennessee, stößt das geplante Tunnelprojekt "Music City Loop" von Elon Musks Boring Company auf wachsenden Widerstand der Anwohner und des Stadtrats, während die republikanische Staatsführung das Vorhaben weiterhin energisch vorantreibt. Diese Diskrepanz führt zu Spannungen zwischen lokaler Autonomie und staatlicher Einflussnahme, begleitet von Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und der Transparenz des Projekts.

Widerstand gegen den Music City Loop wächst

Im Juli kündigte Elon Musks Boring Company Pläne für ein 20 Meilen langes Tunnelsystem in Nashville an, das Passagiere in Tesla-Fahrzeugen vom Stadtzentrum zum Flughafen befördern sollte. Der republikanische Gouverneur Bill Lee pries das Projekt als "transformativ". Acht Monate später zeigt sich die Begeisterung der Anwohner jedoch gedämpft.

Eine neue Umfrage der Vanderbilt University, die in Nashville ansässig ist, ergab, dass 51 % der Bewohner die Pläne für den sogenannten Music City Loop ablehnen, wenn sie über Musks Beteiligung informiert sind. Die Unterstützung für das Projekt sei stark von der Parteizugehörigkeit beeinflusst, so die Universität. Die lokale Ablehnung stieg von 35 % auf 51 %, wenn Musks Name explizit in der Frage erwähnt wurde.

Der Stadtrat von Metro Nashville stimmte Anfang des Monats mit 20 zu 15 Stimmen bei zwei Enthaltungen formell gegen den Music City Loop. Die nicht bindende Resolution, eingebracht von Ratsmitglied Delishia Porterfield, führte "mangelnde Transparenz, unzureichende Einbindung der Gemeinde und des Stadtrats sowie beunruhigende Arbeits- und Sicherheitspraktiken" der Boring Company an. Ratsmitglied John Rutherford, der gegen die Resolution stimmte, bat seine Kollegen, politische Meinungen über Musk beiseitezulegen, um den Dialog mit The Boring Company nicht zu gefährden.

Staatliche Unterstützung trotz lokaler Bedenken

Trotz des lokalen Widerstands treibt die republikanische Führung des Bundesstaates Tennessee das Tunnelprojekt voran. Sie erteilte Musks Unternehmen die Genehmigung, unter staatlichen Autobahnen in der gesamten Stadt zu graben. Die Verwaltung von Gouverneur Bill Lee hatte bereits die gemeinsame Genehmigung des Tennessee Department of Transportation und der Federal Highway Administration für den Tunnelpachtvertrag und die Genehmigungen erhalten, da die Route zum Flughafen fast vollständig unter staatlich kontrollierten Straßen verläuft.

Der Bundesstaat Tennessee prüft derzeit ein Gesetz, das ihm die Befugnis geben könnte, Gebühren von solchen Projekten zu erheben und Bundesmittel für den Transit auf staatlich bevorzugte Projekte zu lenken. Ein Gesetzentwurf (SB 2205), gesponsert von Senatsmehrheitsführer Jack Johnson, würde eine neue, elfköpfige "Subterranean Transportation Infrastructure Coordination Authority" schaffen. Diese Behörde, die vollständig vom Gouverneur, dem Vizegouverneur und dem Sprecher des Repräsentantenhauses ernannt würde, hätte die Befugnis, Entscheidungen lokaler Regierungen außer Kraft zu setzen. Ein weiterer Gesetzentwurf (SB 1673) würde dem Immobilienbewerter Nashvilles die Befugnis entziehen, den Wert der Vermögenswerte der Boring Company in der Stadt zu bestimmen, und diese Befugnis stattdessen dem staatlichen Rechnungsprüfer übertragen.

Bedenken hinsichtlich Sicherheit und Transparenz

Sowohl Stadtratsmitglieder als auch Anwohner, die den Music City Loop ablehnen, äußerten in öffentlichen Anhörungen Bedenken hinsichtlich der bisherigen Bilanz der Boring Company. ProPublica berichtete unter Berufung auf öffentliche Aufzeichnungen, dass das "Loop"-System des Unternehmens im Las Vegas Convention Center eine "außerordentliche Anzahl von Verstößen" ansammelte. Diese umfassten eine Vielzahl von Problemen wie verpasste Inspektionen, nicht genehmigte Bauarbeiten, Wasserverschmutzung und Arbeitsunfälle.

Ein grundlegendes Problem des Loop-Konzepts ist die fehlende Kapazitätsnachweise. Elon Musk verspricht seit fast einem Jahrzehnt, dass sein Tunnelsystem die Kapazität traditioneller öffentlicher Verkehrsmittel übertreffen würde, hat aber nie einen Beweis dafür vorgelegt. Eine Anfrage an Musk im Jahr 2018, ob Simulationen die Kapazität eines U-Bahn-Systems erreichen oder übertreffen könnten, blieb bis heute unbeantwortet.

Das Konzept des "Loop" und zukünftige Pläne

Der Music City Loop ist als ein System von dedizierten Tesla-Fahrzeugen konzipiert, die von geschulten Fahrern gesteuert werden, wobei in Zukunft autonome Fahrzeuge denkbar sind. Das anfänglich 13 Meilen lange Projekt wurde später auf etwa 25 Meilen erweitert, um einen zweiten Abschnitt westlich der Innenstadt einzuschließen. Es sind über 30 Stationen geplant, und die Kosten für eine Fahrt sollen voraussichtlich niedriger sein als bei anderen Transportoptionen. Der erste Abschnitt des Tunnels soll bis zum ersten Quartal 2027 in Betrieb genommen werden.

Befürworter der Boring Company lobten in öffentlichen Anhörungen das Potenzial des Music City Loop, Bauarbeitsplätze in der Stadt zu schaffen, und hofften, dass die Tunnel die Verkehrsstaus in Nashville lindern würden. CEO Steve Davis von The Boring Company erklärte bei der Projektankündigung, dass Nashville aufgrund des Bedarfs an Verkehrslösungen und der Partnerschaft mit staatlichen Beamten ausgewählt wurde.

Das Unternehmen gab diese Woche bekannt, dass es weitere US-Städte – darunter Baltimore, Dallas und New Orleans – für die Tunnelentwicklung ins Visier nimmt. Im Rahmen des "Tunnel Vision Challenge"-Wettbewerbs verspricht das Unternehmen den Gewinnern einen "kostenlosen" eine Meile langen Tunnel. Die Baltimore Ravens, die am Wettbewerb teilgenommen und gewonnen hatten, lehnten Musks Angebot nach ersten Treffen mit dem Unternehmen ab.

Elon Musk wurde 2024 zu einer prominenten und umstrittenen Figur in der Politik, als er rund 300 Millionen Dollar ausgab, um Donald Trump zurück ins Weiße Haus zu bringen, und dann in den frühen Tagen der zweiten Amtszeit des Präsidenten im Weißen Haus arbeitete, indem er die Größe der Bundesregierung reduzierte und wichtige Programme kürzte.

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