
Elternhilfe für Gen Z: Wohneigentum wichtiger als Studium?
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Eltern möchten ihre Kinder auf dem Lebensweg unterstützen, sei es durch die Wahl einer guten Schule oder die Förderung beruflicher Ambitionen. Doch die Art dieser Unterstützung hat sich gewandelt: Wo früher Schulabholungen und Studienfinanzierung im Vordergrund standen, reicht die Hilfe heute oft weit ins Erwachsenenalter hinein, insbesondere beim Erwerb von Wohneigentum.
Elterliche Unterstützung im Wandel: Fokus auf Wohneigentum
Eine aktuelle Studie des Finanzdienstleisters Northwestern Mutual, basierend auf über 4.300 Online-Interviews im Januar, zeigt einen klaren Trend: Mehr als die Hälfte der Eltern (52 %) zieht in Betracht, ihren Kindern beim Kauf eines Eigenheims zu helfen, und 22 % haben dies bereits getan. Diese Entwicklung spiegelt eine Verschiebung in der Prioritätensetzung wider.
Bemerkenswert ist, dass 29 % der Eltern die Unterstützung beim Hauskauf für wichtiger halten als die Finanzierung eines Studiums. Weitere 55 % sehen beide Optionen als gleichwertig an. Ed Amos, Vermögensberater bei Northwestern Mutual, kommentiert dazu: „Viele dieser Abschlüsse sind vielleicht nicht mehr so wertvoll wie früher. Flexibilität bei diesen Geldern ist das, wonach Eltern suchen.“
Sinkender Wert des Hochschulabschlusses und steigende Hürden
Der Wert eines vierjährigen Hochschulabschlusses scheint zu sinken. Jüngste Hochschulabsolventen sehen sich mit rezessionsähnlichen Bedingungen konfrontiert: Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,6 %, was die Quote für alle Arbeitnehmer übertrifft. Gleichzeitig arbeiten 42,5 % der Absolventen in Berufen, die typischerweise keinen Hochschulabschluss erfordern.
Die Aussichten sind zudem von Unsicherheit geprägt, da Künstliche Intelligenz eine „White-Collar-Rezession“ befürchten lässt, die junge Absolventen besonders hart treffen könnte. Parallel dazu explodieren die Immobilienpreise. Wohneigentum, einst ein zentrales Versprechen des „American Dream“, wird für junge Menschen zunehmend unerreichbar. Das Durchschnittsalter des Erstkäufers erreichte im letzten Jahr 40 Jahre, gegenüber Anfang 30 vor nur einem Jahrzehnt, während der Medianpreis für ein Eigenheim heute über 410.000 US-Dollar liegt.
"Auf Steine setzen, nicht auf Abschlüsse": Eine neue Strategie
Angesichts der fast 500.000 US-Dollar, die ein Hochschulabschluss heute kosten kann, überdenken einige Eltern, wie sie ihre Kinder am besten für finanziellen Erfolg im späteren Leben positionieren können. Ed Amos berichtet, dass einige Eltern, mit denen er zusammenarbeitet, auf Wohneigentum als Schlüssel zum langfristigen Vermögensaufbau setzen.
Ein Beispiel ist eine Familie, die ihrem Kind noch während des Studiums beim Kauf eines Duplex half. Das Kind konnte eine Einheit bewohnen und die andere vermieten, um die Hypothek zu tilgen und Eigenkapital aufzubauen, noch bevor es ins Vollzeitberufsleben eintrat. Amos betont: „Die Vorteile eines frühen Vermögensaufbaus haben enorme Auswirkungen darauf, wo ihre Kinder in den nächsten Jahrzehnten stehen werden.“
Gen Z in der Zwickmühle: Weniger Vermögen, höhere Hürden
Die Generation Z befindet sich in einer zunehmend prekären Lage. Im Vergleich zu ihren Eltern der Boomer- und Gen-X-Generationen verfügen junge Menschen heute über deutlich weniger Vermögen. Laut Daten der Federal Reserve halten Boomer über 86 Billionen US-Dollar an Vermögenswerten, mehr als jede andere lebende Generation. Die Gen X besitzt ebenfalls einen erheblichen Anteil am Wirtschaftskuchen mit fast 44 Billionen US-Dollar. Dies entspricht mehr als drei Vierteln des gesamten US-Vermögens von 167 Billionen US-Dollar.
„Es wird für den Berufseinsteiger direkt nach dem College, der sein erstes Eigenheim kaufen möchte, immer weniger zugänglich“, so Amos. „Es wird für diese neueren Generationen einfach immer schwieriger, dies alleine zu schaffen.“
Risikoreiche Wege zur Vermögensbildung bei Gen Z
Da ein Großteil des Landesvermögens für die Gen Z unerreichbar bleibt, suchen viele dieser Generation nach neuen und kreativen Einstiegspunkten in die Vermögensbildung. Die Northwestern Mutual-Studie ergab, dass Gen Z-Mitglieder sich risikoreichen, spekulativen Anlagen zuwenden, um eine Chance auf Vermögensaufbau zu erhalten.
- Fast ein Drittel der Gen Z hat entweder in Kryptowährungen investiert oder dies in Betracht gezogen.
- Ein Drittel hat sich auch mit der Idee des Sportwettens und von Prognosemärkten befasst oder ist aktiv daran beteiligt.
- Etwa 14 % haben auf Meme-Aktien gesetzt, jene viralen Aktien wie GameStop, die durch Communities wie Reddits r/wallstreetbets-Subreddit populär wurden und nach dem Anstieg der GameStop-Aktie im Jahr 2021 berühmt wurden.
Während diese spekulativen Wetten das verzweifelte Ringen einer Generation um finanzielle Stabilität verdeutlichen, merkt Amos an, dass der nachhaltigste Weg zum „American Dream“ einen Vermögenstransfer von den Boomern über traditionellere Vermögenswerte wie Immobilien erfordert. „Diesen Transfer früher als durch Vererbung einzuleiten, würde es allen ermöglichen, am American Dream teilzuhaben“, so Amos.