
Emma Grede: Homeoffice als "Karriereselbstmord" – Eine Debatte entbrennt
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Emma Grede, die 43-jährige Mitbegründerin des Milliarden-Dollar-Shapewear-Labels Skims und der Denim-Marke Good American, hat eine kontroverse Debatte über die Kosten des Homeoffice angestoßen. Sie argumentiert, dass die negativen Seiten der Remote-Arbeit nicht ausreichend thematisiert werden und diese sogar als "Karriereselbstmord" enden könnte.
Die These vom "Karriereselbstmord"
In einer Episode des Podcasts "Leaders with Francine Lacqua", die am Montag veröffentlicht wurde, äußerte Grede ihre Bedenken. Sie ist überzeugt, dass Remote Work weitreichende soziale Konsequenzen haben könnte, die oft übersehen werden. "Working from home is career suicide. And we only talk about the upside of working from home", so Grede gegenüber Podcast-Host Francine Lacqua.
Grede, die auch CEO von Good American ist und als erste schwarze Investorin bei "Shark Tank" auftrat, sieht bereits Auswirkungen im Alltag. Sie zieht eine direkte Verbindung zwischen der Zunahme von Remote Work und gesellschaftlichen Entwicklungen wie sinkenden Geburtenraten, abnehmenden Heiratsraten und der Einsamkeitsepidemie. Für sie ist es "so verrückt", diese Korrelation nicht herzustellen, da enge Beziehungen der Schlüssel zu einem langen und glücklichen Leben seien.
Die Bedeutung physischer Präsenz und persönlicher Verantwortung
Für Emma Grede ist die physische Präsenz, insbesondere zu Beginn einer Karriere, entscheidend. Sie selbst absolvierte viele unbezahlte Praktika, obwohl sie finanziell zu kämpfen hatte. Diese Erfahrungen waren für sie ein "riesiger Schlüssel", um Einblicke in Organisationen zu gewinnen und zu lernen, ohne formale Qualifikationen zu besitzen.
Grede vertritt seit Langem eine klare Haltung zu den Erwartungen am Arbeitsplatz. Bereits im Mai 2025 bezeichnete sie es als "rote Flagge", wenn Bewerber im Vorstellungsgespräch nach der Work-Life-Balance fragen. "Work-life balance is your problem. It isn't your employer's responsibility", betonte sie. In einem Interview mit dem Wall Street Journal im April beschrieb sie sich zudem als "max three-hour mum" an Wochenenden, die sich auf "High-Impact, Core Memories" mit ihren Kindern konzentriert.
Homeoffice als Hindernis für Frauen und Mütter?
Grede hat ihre Kritik am Homeoffice in weiteren Interviews, unter anderem mit Elle UK und im Podcast "How To Fail" von Elizabeth Day, verschärft. Sie ist der Meinung, dass die Homeoffice-Kultur Frauen unverhältnismäßig stark benachteiligt. "Work-from-home culture is career suicide. I believe that it disproportionately affects women", sagte sie zu Elle UK.
Sie warnte explizit davor, dass Mütter, die hauptsächlich von zu Hause aus arbeiten, sich selbst etwas vormachen würden, wenn sie glaubten, die gleichen Beförderungen und Gehaltserhöhungen zu erhalten wie Kollegen im Büro. "If you think that you're still considered for the same promotions as somebody who's sitting in the office, you're kidding yourself", so Grede. Ihrer Ansicht nach werden große Karrieren immer noch durch Sichtbarkeit und Nähe zu Entscheidungsträgern aufgebaut.
Reaktionen und Gegenwind
Gredes Äußerungen, insbesondere ihre Fokussierung auf arbeitende Mütter, stießen auf heftigen Gegenwind von Eltern und HR-Spezialisten. Ein auf Instagram geteilter Clip ihrer Kommentare löste emotionale Reaktionen aus.
- Eine Kommentatorin bezeichnete die Aussage als "absoluten Unsinn" und erklärte, dass Hybridarbeit es ihr ermögliche, für ihre Kinder da zu sein, ohne auf Seniorität zu verzichten.
- Eine andere Nutzerin widersprach der Annahme, dass Homeoffice die Karriere blockiere: "Not true! My career has progressed way more working from home. I have so much more flexibility also".
Für viele dieser Frauen ist Flexibilität eine Voraussetzung für hohe Leistung und kein Zeichen geringerer Ambitionen.
Weitere prominente Kritiker des Remote Work
Emma Grede ist nicht die einzige Führungskraft, die sich kritisch zum Remote Work äußert. Eine wachsende Zahl von CEOs drängt auf die Rückkehr ins Büro:
- Im Mai 2023 bezeichnete Elon Musk Remote Work als "moralisch falsch", da es unfair sei, wenn einige zu Hause bleiben könnten, während andere physisch anwesend sein müssten. Er fragte: "It's like, really, you're going to work from home and you're going to make everyone else who made your car come work in the factory?"
- Jamie Dimon von JPMorgan erklärte im März, dass Homeoffice für viele jüngere Mitarbeiter "einfach nicht funktioniert", da sie von der persönlichen Anleitung durch Kollegen profitieren. "They learn by going on a sales call with you," sagte Dimon. "They learn by seeing you make a mistake. They learn by how you deal with the mistake."
Seit Mitte 2025 haben mehrere große Unternehmen, darunter JPMorgan, Amazon und Google, Richtlinien zur Rückkehr ins Büro eingeführt.
Emma Gredes Weg zum Erfolg
Emma Grede, die in Plaistow, Ost-London, aufwuchs, beschreibt ihren eigenen Weg als untypisch. Trotz des Schulabbruchs und einer Kindheit, in der Erfolg auf eigenen Bedingungen unrealistisch schien, hat sie ein Vermögen von mehreren hundert Millionen Dollar aufgebaut. Sie hat die Modeunternehmen der Kardashians, darunter Khloe's Good American und Kim's Skims, zum globalen Erfolg geführt. Grede ist auf der Forbes-Liste der reichsten Selfmade-Frauen Amerikas vertreten und Investorin bei "Shark Tank" sowie der britischen Version "Dragon's Den". Ihr kürzlich erschienenes Buch "Start With Yourself: A New Vision for Work and Life" wird als offenes Manifest für Frauen am Arbeitsplatz beschrieben und mit Sheryl Sandbergs "Lean In" verglichen.