ETFs richtig wählen: Gebühren sind wichtig, aber nicht alles

ETFs richtig wählen: Gebühren sind wichtig, aber nicht alles

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Exchange Traded Funds (ETFs) erfreuen sich bei Anlegern großer Beliebtheit, da sie eine kostengünstige Möglichkeit bieten, in ein breites Spektrum von Anlagen zu investieren. Während die Gebühren oft im Vordergrund stehen, betonen Experten, dass weitere Faktoren wie die strukturelle Beschaffenheit, die Konsistenz des Anbieters und die Liquidität für eine fundierte Anlageentscheidung ebenso wichtig sind.

Mehr als nur Gebühren: Die Komplexität der ETF-Wahl

Anleger, die Exchange Traded Funds nutzen, wissen, dass die Kosten oft nur einen winzigen Bruchteil des investierten Vermögens ausmachen. Wenn ETFs verschiedener Anbieter – wie Vanguard, State Street oder Charles Schwab – denselben Index, beispielsweise den S&P 500, abbilden, kann die Versuchung groß sein, sich für den günstigsten zu entscheiden. Doch Experten raten, bei der Fondsauswahl mehr als nur die Kosten zu berücksichtigen.

Dan Sotiroff, Senior Analyst bei Morningstar, erklärt: "ETFs, die im Preis konkurrieren, sind in der Regel Index-Tracker, die die günstigsten Gebühren in ihrer jeweiligen Kategorie verlangen." Er fügt hinzu: "Andere Überlegungen würden letztendlich die Anlageentscheidung bestimmen."

Warum niedrige Gebühren entscheidend sind

ETFs haben als Alternative zu traditionellen Investmentfonds an Bedeutung gewonnen, um Geld in ein diversifiziertes Anlageportfolio zu investieren. Zu den Vorteilen von ETFs gehören ihre generell niedrigeren Kosten, eine höhere Steuereffizienz und die Möglichkeit des Intraday-Handels. Laut Morningstar Direct halten diese Fonds mittlerweile rund 13,2 Billionen US-Dollar an Vermögenswerten, ein Anstieg von 1 Billion US-Dollar Ende 2010.

Die Kosten für die Anlage in einen Fonds werden als Expense Ratio bezeichnet und als Prozentsatz des Vermögens ausgedrückt. Die durchschnittliche Expense Ratio für passiv verwaltete ETFs, die einen Index abbilden, liegt laut Morningstar bei 0,14 %. Für aktiv verwaltete ETFs, bei denen ein Manager strategische Änderungen an den Fondsanlagen vornimmt, beträgt dieser Wert 0,44 %. Diese Zahlen sind für Anleger von Bedeutung, da Kosten die Gewinne schmälern und sich langfristig auf das Wachstum des Vermögens auswirken können. Eine Analyse der Securities and Exchange Commission (SEC) zeigt beispielsweise, dass 100.000 US-Dollar, die 20 Jahre lang mit 4 % jährlichem Wachstum und einer jährlichen Gebühr von 1 % investiert werden, auf etwa 180.000 US-Dollar anwachsen würden, verglichen mit etwa 220.000 US-Dollar ohne Gebühren. Eine niedrigere Expense Ratio bedeutet also einen geringeren Einfluss auf die Anlagegewinne.

Strukturelle Vorteile und der Fall VOO vs. SPY

Die Wahl zwischen dem SPDR S&P 500 ETF (SPY) und dem Vanguard S&P 500 ETF (VOO) ist eine Studie darüber, wie strukturelles Design den langfristigen Wert prägt. Beide ETFs bilden den S&P 500 ab, doch ihre grundlegenden Architekturen haben zu einer deutlichen Verschiebung der Marktanteile geführt. Für Buy-and-Hold-Anleger sind die Vorteile von VOO in Bezug auf Kosten und Steuereffizienz klar.

Der direkteste Unterschied liegt in der Gebührenlücke: VOO berechnet eine Expense Ratio von 0,03 %, während SPY bei 0,09 % liegt. Dieser Unterschied von 0,06 % ist kein Rundungsfehler; er stellt einen dauerhaften Abzug von den Renditen dar. Bei einem Portfolio von 1 Million US-Dollar bedeutet dies 600 US-Dollar weniger jährliche Gebühren für VOO, was sich über Jahrzehnte zu einem erheblichen Vermögensvorteil summiert.

Diese Kostendifferenz resultiert aus einer tieferen strukturellen Trennung. SPY ist ein Unit Investment Trust (UIT), eine Struktur, die historisch höhere Verwaltungskosten und weniger Flexibilität aufweist. VOO hingegen ist ein offener Fonds, ein Modell, das effizientere Abläufe und, entscheidend, eine automatische Dividendenreinvestition ermöglicht. Diese Unterscheidung führt zu einem spürbaren "Cash Drag" für SPY-Anleger, da SPY aufgrund seiner UIT-Struktur Dividenden als Bargeld ausschütten muss, das untätig bleibt, bevor es reinvestiert wird. VOO kann Dividenden sofort wieder in das Portfolio reinvestieren.

Der historische Kontext unterstreicht diese Entwicklung: SPY wurde 1993 als Pionier des ETF-Konzepts eingeführt. VOO folgte eine Generation später, im Jahr 2010, und trat in einen Markt ein, in dem Kosten und Effizienz immer wichtiger wurden. Das Ergebnis ist eine klare "Winner-take-most"-Dynamik: VOO's niedrigere Kosten und überlegene Reinvestitionsmechanismen haben seine Vermögenswerte auf 1,5 Billionen US-Dollar ansteigen lassen und SPY's 701 Milliarden US-Dollar übertroffen. Anfang 2024 überholte VOO SPY und wurde mit 1,5 Billionen US-Dollar gegenüber 630 Milliarden US-Dollar zum weltweit größten Fonds, angetrieben durch Rekordzuflüsse von 116 Milliarden US-Dollar in einem einzigen ETF im Jahr 2024.

Die Bedeutung der Anbieterkonsistenz

Obwohl Gebühren wichtig sind, gibt es laut Dan Sotiroff weitere Aspekte bei ETFs zu berücksichtigen. Dazu gehört der Effekt des Mischens und Anpassens verschiedener ETF-Anbieter. Der Grund dafür ist, dass es subtile Unterschiede in der Art und Weise gibt, wie die Unternehmen ihre Indizes strukturieren.

Wenn ein Anleger beispielsweise einen Vanguard ETF für Large-Cap-Aktien hält und diesen mit einem Small-Cap-ETF kombinieren möchte, wäre es laut Sotiroff besser, das Angebot von Vanguard zu nutzen. Die Größen-Breakpoints, die die Large- und Small-Cap-Segmente in diesen ETFs unterscheiden, stimmen nicht immer mit den Breakpoints ähnlicher ETFs überein, auch wenn sie ungefähr dasselbe Marktsegment anstreben. Das Mischen von Fonds verschiedener Anbieter kann dazu führen, dass bestimmte Aktien und Sektoren über- oder untergewichtet werden und man nicht die erwartete Risiko-/Rendite-Exposition erhält. In solchen Situationen sollten Anleger "als allgemeine Regel bei einem Anbieter bleiben", so Sotiroff.

Liquidität als entscheidender Faktor

Auch die Liquidität kann einen Unterschied machen. Wenn ein ETF dünn gehandelt wird, könnte es schwierig sein, ihn schnell zu verkaufen, und die Differenz zwischen dem Bid-Preis (was der Käufer zu zahlen bereit ist) und dem Ask-Preis (was der Verkäufer erhalten möchte) kann größer sein. Kyle Playford, zertifizierter Finanzplaner bei Freedom Financial Partners, rät, den Bid-Ask-Spread und das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen zu bewerten.

  • "Achten Sie auf Spreads von nur wenigen Cents", sagt Playford. "Breitere Spreads können weniger Liquidität bedeuten."
  • "Je höher das [Handels-]Volumen, desto liquider ist ein ETF normalerweise", fügt er hinzu.

ETFs für junge Anleger und Diversifikation

Junge Anleger fühlen sich oft überfordert, wenn sie an Investitionen denken. Doch dies ist auch die beste Lebensphase, um langfristigen Wohlstand aufzubauen. In diesem Kontext erweist sich das ETF-Investment als eine der einfachsten und effektivsten Möglichkeiten, um zu beginnen. ETFs ermöglichen es Finanzneulingen, ein diversifiziertes Portfolio zu geringeren Kosten aufzubauen.

Ein ETF, oder Exchange Traded Fund, ist ein gepooltes Anlageinstrument, das an der Börse gehandelt wird und darauf abzielt, die Renditen eines ausgewählten Benchmark-Index nachzubilden. Obwohl er wie eine Aktie gehandelt wird, repräsentiert er ein Portfolio, das einen bestimmten Index widerspiegelt, indem es die Wertpapiere besitzt, aus denen dieser Index besteht. Da ETFs den ganzen Tag zu Marktpreisen gehandelt werden, bieten sie Transparenz, Liquidität und eine einfache Möglichkeit, diversifizierte Engagements zu erzielen.

  • Der ETF bildet einen Index ab.
  • Wenn der Index steigt oder fällt, verhält sich der ETF auf die gleiche Weise.
  • Sie kaufen und verkaufen ETFs an der Börse, genau wie Aktien.
  • Der ETF-Preis ändert sich während des Handelstages.

Wenn Sie eine Einheit eines ETFs kaufen, besitzen Sie einen kleinen Teil aller darin enthaltenen Wertpapiere. Dies bietet sofortige Diversifikation, ohne dass Sie einzelne Aktien auswählen müssen. ETFs werden danach kategorisiert, was sie halten (Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Währungen) oder nach ihrer Strategie (Index, Sektor/Thema usw.), und bieten vielfältige Möglichkeiten, in verschiedene Märkte zu investieren. Die meisten ETFs sind indexbasiert und darauf ausgelegt, die Performance eines bestimmten Benchmarks abzubilden.

ETFs im Vergleich zu Indexfonds

Indexfonds und ETFs sind beliebte Optionen für Anleger, die marktgebundene Renditen ohne aktive Aktienauswahl erzielen möchten. Obwohl sie oft dieselben Indizes abbilden, sind sie nicht dasselbe Produkt. Unterschiede in Struktur, Handel, Kosten und Zugang können die Eignung jeder Option für den Anlagestil beeinflussen.

Der Hauptunterschied besteht darin, dass ETFs in Echtzeit an Börsen gehandelt werden, während Indexfonds am Ende des Tages bewertet werden. Auch Kosten, steuerliche Auswirkungen und Mindestinvestitionen können zwischen den beiden variieren. Die bessere Wahl hängt vom Zeithorizont, dem Grad der Beteiligung und dem Zugang zu globalen Märkten ab.

Gründe, warum Anleger ETFs wählen:

  • Flexibilität im Handel: ETFs ermöglichen Intraday-Käufe und -Verkäufe, Limit-Orders und schnelle Portfolioanpassungen.
  • Steuereffizienz: Viele ETFs schütten weniger Kapitalgewinne aus, was die steuerliche Belastung im Laufe der Zeit senken kann.
  • Zugang zu verschiedenen Anlageklassen: ETFs bieten Zugang zu Aktien, Anleihen, Rohstoffen und internationalen Märkten.

Gründe, warum Anleger Indexfonds wählen:

  • Diversifikation: Das Geld wird auf mehrere Unternehmen verteilt, was die Auswirkungen einer einzelnen unterdurchschnittlichen Aktie reduziert.
  • Niedrige Kosten: Indexfonds haben in der Regel niedrigere Expense Ratios, da sie nicht auf aktive Aktienauswahl oder häufigen Handel angewiesen sind.
  • Passives Management: Der Fonds folgt dem Index automatisch. Es gibt keine laufende Entscheidungsfindung durch einen Fondsmanager.

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