EUR/USD & GBP/USD: Makrorisiken und technische Niveaus im Fokus

EUR/USD & GBP/USD: Makrorisiken und technische Niveaus im Fokus

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Die Finanzmärkte stehen vor einer Woche erhöhter Volatilität, da wichtige Makrorisiken auf entscheidende technische Niveaus bei EUR/USD und GBP/USD treffen. Verschiebungen bei den Zinserwartungen und aufkommende Tail-Risiken deuten darauf hin, dass die nächsten Kursbewegungen eher von fundamentalen Katalysatoren als von reinen Chartmustern bestimmt werden könnten.

Makrorisiken und technische Niveaus: Eine explosive Mischung

EUR/USD und GBP/USD befinden sich derzeit nahe wichtiger technischer Niveaus. Gleichzeitig drohen umfangreiche US- und europäische Wirtschaftsdaten sowie geopolitische Entwicklungen, die Märkte in Bewegung zu versetzen. Die Sensibilität der Währungspaare gegenüber Verschiebungen der relativen Zinserwartungen in den USA, Großbritannien und der Eurozone hat sich bereits in dieser Woche gezeigt.

Volatilität durch dicht gedrängten Datenkalender

Der dicht gedrängte Datenkalender in Europa und den Vereinigten Staaten birgt ein erhebliches Volatilitätsrisiko. Flash-PMIs haben traditionell einen starken Einfluss auf EUR/USD und GBP/USD, da europäische Händler tendenziell aggressiver auf diese Daten reagieren.

In der Eurozone liegt der Fokus voraussichtlich auf Preisindikatoren und neuen Aufträgen, insbesondere angesichts der jüngsten Stärke der Gemeinschaftswährung. Für Großbritannien könnten Preise, Beschäftigung und die allgemeine Wirtschaftsaktivität im Vordergrund stehen, was die anhaltende Schwäche der Wirtschaft widerspiegelt.

Das größte Schlagzeilenrisiko in den USA ist die Veröffentlichung des vorläufigen BIP für das vierte Quartal. Obwohl die Daten bereits etwas älter sind und auf Schätzungen basieren, können sie die Entwicklung des Dollars zum Wochenschluss maßgeblich beeinflussen. Ein besseres Ergebnis würde die Erzählung der US-Ausnahmestellung untermauern, während ein schwächeres Ergebnis die nach soliden Daten und einer eher restriktiven Fed-Haltung reduzierten Erwartungen wiederbeleben könnte.

Der PCE-Deflator für Dezember birgt selten echte Überraschungen, da Verbesserungen in der Datenaufbereitung seinen Schockwert weitgehend eliminiert haben. Daher könnten die Konsum- und Einkommenskomponenten von größerem Interesse sein. Die Konsumdaten werden auf Anzeichen beobachtet, ob die jüngste Schwäche bei den Warenkäufen auf Dienstleistungen übergegriffen hat. Die Einkommensdaten sollen einen klareren Einblick in die zukünftige Ausgabekapazität geben.

US Flash PMIs können in ihrer Wirkung uneinheitlich sein und werden oft von wichtigeren Daten am selben Tag überschattet. Das breitere Muster zeigt jedoch, dass sie dazu neigen, das Signal der ISM-Umfragen zu überzeichnen. Eine stärkere Reaktion könnte daher bei Anzeichen einer Abschwächung, insbesondere im Dienstleistungssektor, erfolgen.

Wochenendrisiken im Fokus

Über den Datenkalender hinaus müssen Händler auch eine Reihe potenzieller Tail-Risiken vor dem Wochenende berücksichtigen. Eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA über die Rechtmäßigkeit der IEEPA-Zölle könnte um 10 Uhr in den Vereinigten Staaten erfolgen, auch wenn eine heutige Verkündung nicht garantiert ist. Allein die Aussicht darauf hält die Märkte angesichts der potenziellen Auswirkungen auf Renditen und die allgemeine Risikostimmung vorsichtig.

Gleichzeitig hat Donald Trump dem Iran eine 10-Tages-Frist gesetzt, um ein Abkommen zu erzielen, andernfalls drohen militärische Maßnahmen. Angesichts der Bedrohung der globalen Energieversorgung und der Stellung der Vereinigten Staaten als Energie-Supermacht würde ein präventiver Schlag wahrscheinlich den Dollar gegenüber europäischen Währungen begünstigen, insbesondere wenn er eine neue Welle der Risikoaversion auslösen würde.

Die Marktauswirkungen der Zölle könnten unabhängig von der Entscheidung begrenzt bleiben, es sei denn, es entstehen Bedenken, dass Einnahmenausfälle der Regierung nicht durch alternative Maßnahmen ausgeglichen werden können. Unter solchen Umständen könnten sowohl der Dollar als auch längerfristige Staatsanleihen erheblichen Druck erfahren.

Dollar-Treiber wieder im Mittelpunkt

Der Dollar-Index (DXY) zeigte in der vergangenen Woche eine bemerkenswert starke Korrelation mit den Fed-Preisen, den kurzfristigen Renditespreads und den US-Energiepreisen. Dies unterstreicht die Bedeutung der anstehenden Daten und Ereignisrisiken. Der Dollar handelte demnach erneut stark als eine "Zinsen-und-Renditen"-Story, mit einer zusätzlichen Sensibilität gegenüber Energiepreisen.

Allerdings zeichnen die 20-Tages-Korrelationen ein weniger überzeugendes Bild. Im letzten Monat waren diese Beziehungen schwach und weitgehend unbedeutend, was daran erinnert, dass es keine Garantie für die Beständigkeit des kurzfristigen Zusammenhangs gibt.

GBP/USD: Abwärtsrisiken nehmen zu

Die Veröffentlichung wichtiger britischer Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten sowie solide US-Daten führten dazu, dass GBP/USD aus einer Konsolidierungsphase ausbrach. Dies resultierte in einem Durchbruch mehrerer Niveaus, einschließlich des November-Aufwärtstrends und des 50-Tage-Durchschnitts, bevor das Paar am 200-Tage-Durchschnitt zum Stillstand kam. Sowohl die Kursentwicklung als auch die Oszillatoren deuten nun auf Abwärtsrisiken hin.

Der RSI (14) tendiert unter 50 nach unten, während der MACD nach dem Überkreuzen der Signallinie von oben in negatives Terrain gerutscht ist. Dies verstärkt die Annahme, dass der Abwärtsdruck zunimmt. Das Verkaufen von Erholungen wird dem Kaufen von Rückgängen vorgezogen, wobei die Nähe des Paares zum 200-Tage-Durchschnitt ein klares Niveau für Handelsstrategien bietet.

Ein nachhaltiger Bruch unter den 200-Tage-Durchschnitt würde die Tür für Short-Positionen öffnen, mit Stopps über diesem Niveau zum Schutz. Erste Ziele wären 1,3371, gefolgt von 1,3300 und 1,3250. Sollte das Paar den 200-Tage-Durchschnitt halten können, könnte das Setup umgekehrt werden. Long-Positionen wären über diesem Niveau mit Stopps darunter denkbar, mit einem Ziel von 1,3535, wo mehrere technische Marken, einschließlich des 50-Tage-Durchschnitts, konvergieren. Ein Rückerobern dieses Niveaus würde die neu angenommene bärische Tendenz in Frage stellen und die Richtungsrisiken wieder in Richtung seitwärts bis aufwärts verschieben.

EUR/USD: Dreiecksformation schärft den Blick

Auch für EUR/USD scheinen sich Abwärtsrisiken aufzubauen, da das Paar in einem absteigenden Dreieck sitzt und die Oszillatoren nach unten tendieren. Ein Bruch unter die Schnittstelle des 50-Tage-Durchschnitts und der Unterstützung bei 1,1768 könnte der Schlüssel zur Freisetzung dieser Risiken sein. Die Doji-Kerze vom Donnerstag passt gut zu diesem Bild und deutet auf Unentschlossenheit unter den Händlern hin.

Während der Fall für Abwärtsbewegungen bei GBP/USD angesichts der britischen Datenlage und der gestiegenen Erwartungen an Zinssenkungen der BoE klarer erscheint, ist die Situation für den Euro weniger eindeutig. Dies verstärkt den Eindruck, dass die heutigen Daten und Nachrichten für die kurzfristige Richtung entscheidend sein könnten. Der RSI (14) tendiert unter 50 nach unten und liefert ein neutrales Signal. Gleiches gilt für den MACD, der zwar umgeschlagen ist, aber noch nicht negativ wurde.

Das absteigende Dreieck hält das Szenario eines Abwärtsbruchs fest im Spiel. Bis dieser Bruch jedoch eintritt, ist es ratsam, offen für alle Richtungsrisiken zu bleiben. Sollte EUR/USD unter die Zone des 50-Tage-Durchschnitts/1,1768 brechen und darunter schließen, könnten Short-Positionen mit einem Stopp darüber zum Schutz in Betracht gezogen werden. Erste Ziele wären 1,1684 oder der wichtige 200-Tage-Durchschnitt.

Sollte das Paar diese Zone halten, könnten Long-Positionen mit einem engen Stopp darunter gesetzt werden, mit dem Januar-Abwärtstrend als erstem Ziel. Wenn der Kurs diese Trendlinie testet, aber nicht nachhaltig durchbrechen kann, könnte ein Glattstellen oder das Initiieren von Short-Positionen mit einem Stopp darüber bevorzugt werden, um einen erneuten Test der 50-Tage-Durchschnitts/1,1768-Region anzustreben. Ein klarer Aufwärtsausbruch würde das Bild jedoch verschieben und potenziell die Tür zu Niveaus wie 1,1837 oder 1,1918 öffnen, wodurch die Richtungsrisiken wieder in Richtung seitwärts bis aufwärts schwingen würden.