Europa droht Jet-Fuel-Knappheit: IEA warnt vor Flugausfällen

Europa droht Jet-Fuel-Knappheit: IEA warnt vor Flugausfällen

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Die Internationale Energieagentur (IEA) warnt vor einer akuten Jet-Fuel-Knappheit in Europa. Laut IEA-Chef Fatih Birol könnten die Vorräte in nur sechs Wochen aufgebraucht sein, was zu Flugausfällen führen könnte. Ursache ist die Blockade der Straße von Hormus, die eine globale Energiekrise verschärft.

Die drohende Treibstoffknappheit in Europa

Fatih Birol, Exekutivdirektor der Internationalen Energieagentur (IEA), äußerte am Donnerstag, den 16. April 2026, in einem Interview mit der Associated Press (AP) eine ernste Warnung. Europa habe möglicherweise nur noch "sechs Wochen oder so" Jet Fuel-Vorräte. Diese Situation sei eine direkte Folge der anhaltenden Herausforderungen für die Luftfahrtindustrie durch die Krise im Nahen Osten und die Blockade der Straße von Hormus.

Birol betonte, dass bei anhaltender Blockade der Ölversorgung durch die Straße von Hormus "bald" mit Flugausfällen zu rechnen sei. Er sagte wörtlich: "Ich kann Ihnen sagen, dass wir bald die Nachricht hören werden, dass einige Flüge von Stadt A nach Stadt B aufgrund mangelnden Jet Fuels gestrichen werden könnten."

Die globale Energiekrise und ihre Ursachen

Der IEA-Chef bezeichnete die aktuelle Lage als "die größte Energiekrise, die wir je erlebt haben". Die Blockade der Straße von Hormus, einem entscheidenden Nadelöhr für Öl-, Gas- und andere wichtige Lieferungen, sei der Hauptauslöser. Birol zog einen Vergleich zur Band "Dire Straits" und merkte an: "Es ist jetzt eine 'Dire Strait' (ernste Lage), und sie wird große Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben."

Er warnte, dass die Situation umso schlimmer für das Wirtschaftswachstum und die Inflation weltweit werde, je länger sie andauere. Bereits im Vormonat hatte Birol prognostiziert, dass sich die Energiekrise im April verschärfen würde, da die Ölversorgungsengpässe zunehmen. "Im April gibt es nichts", sagte er und fügte hinzu, dass der Ölverlust im April doppelt so hoch sein werde wie im März, zusätzlich zu Engpässen bei LNG und anderen Energieträgern.

Wirtschaftliche Folgen und regionale Unterschiede

Die breiteren wirtschaftlichen Auswirkungen umfassen laut Birol "höhere Benzinpreise, höhere Gaspreise, hohe Strompreise". Diese Belastungen würden sich ungleichmäßig verteilen, wobei einige Regionen "stärker betroffen sein werden als andere".

Birol nannte Japan, Korea, Indien, China, Pakistan und Bangladesch als Länder an der Frontlinie der Energiekrise. Er hob hervor, dass vor allem Entwicklungsländer in Asien, Afrika und Lateinamerika am stärksten leiden würden, bevor die Auswirkungen Europa und die Amerikas erreichen. Die Krise werde zu Inflation führen und das Wirtschaftswachstum in vielen Ländern, insbesondere in Schwellenländern, beeinträchtigen, wobei Energie-Rationierungen bald Realität werden könnten.

Expertenstimmen und zukünftige Herausforderungen

Analysten teilen die Besorgnis der IEA. Claudio Galimberti, Chefökonom bei Rystad Energy, erklärte gegenüber CNBC, dass die Lage für Fluggesellschaften "ziemlich stark davon abhängt, wie viele Barrel durch die Straße fließen werden". Rico Luman, Senior Economist bei ING, ergänzte: "Wir haben gesehen, wie diese Schiffe jetzt anhalten, sodass die Lieferungen aus dem Nahen Osten ausgegangen sind, und wir brauchen Ersatz."

Die Notwendigkeit von Ersatzlieferungen unterstreicht die Dringlichkeit der Situation und die Abhängigkeit der globalen Energieversorgung von stabilen Seewegen.

Birols Warnung vor einem "Mautsystem"

Fatih Birol sprach sich entschieden gegen das von Iran auf einige Schiffe angewendete "Mautsystem" aus, bei dem Gebühren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus erhoben werden. Er warnte davor, dass eine dauerhafte Etablierung dieses Systems einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen könnte. Dies könnte dann auf andere wichtige Wasserstraßen, wie die Malakka-Straße in Asien, übertragen werden.

"Wenn wir es einmal ändern, könnte es schwierig sein, es wieder rückgängig zu machen", sagte Birol. Er betonte seinen Wunsch, dass "das Öl bedingungslos von Punkt A nach Punkt B fließt".

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