Europäische Märkte unter Druck: Trump verlängert Iran-Waffenstillstand, hält Hormus-Blockade aufrecht

Europäische Märkte unter Druck: Trump verlängert Iran-Waffenstillstand, hält Hormus-Blockade aufrecht

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Europäische Aktienmärkte werden am Mittwoch voraussichtlich mit Verlusten in den Handel starten, während Anleger die jüngste Entwicklung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran bewerten. Obwohl US-Präsident Donald Trump den Waffenstillstand verlängerte, belastet seine Weigerung, die Blockade der Straße von Hormus aufzuheben, weiterhin die Marktstimmung und die Energiepreise.

Europäische Märkte unter Druck

Die europäischen Aktienmärkte stehen am Mittwoch, den 22. April 2026, voraussichtlich unter Druck. Laut Daten von IG werden der britische FTSE-Index, der deutsche DAX und der französische CAC 40 jeweils 0,3 % niedriger eröffnen. Der italienische FTSE MIB wird nur knapp unter der Nulllinie erwartet. Diese Entwicklung spiegelt die anhaltende Unsicherheit im Nahen Osten wider.

Waffenstillstand verlängert, Blockade bleibt

US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag, den 21. April 2026, den zweiwöchigen Waffenstillstand mit dem Iran verlängert. Er begründete dies mit der Aussage, die Regierung in Teheran sei "ernsthaft zerrüttet". Der Waffenstillstand soll fortgesetzt werden, "bis" Irans Führer und Vertreter einen "einheitlichen Vorschlag" zur Beendigung des Krieges mit den USA und Israel vorlegen. Berichte über eine Verschiebung der geplanten Reise von Vizepräsident JD Vance nach Pakistan für eine zweite Runde von Friedensgesprächen sowie die Absage iranischer Unterhändler dämpfen jedoch die Hoffnung auf eine schnelle Lösung.

Trotz der Waffenstillstandsverlängerung, die zu einer Moderation der Ölpreise führte, bleibt die Marktstimmung durch Trumps Weigerung, die Blockade der iranischen Häfen aufzuheben, gedämpft. In einem Truth-Social-Post erklärte Trump: "Sie sagen nur, sie wollen [die Straße von Hormus] geschlossen, weil ich sie total BLOCKIERT (GESCHLOSSEN!) habe, also wollen sie lediglich 'das Gesicht wahren'." Er fügte hinzu, dass eine Aufhebung der Blockade bedeuten würde, "dass es niemals einen Deal mit dem Iran geben kann, es sei denn, wir sprengen den Rest ihres Landes, einschließlich ihrer Führer."

Wirtschaftlicher Druck auf Teheran

US-Finanzminister Scott Bessent bekräftigte auf X, dass die US Navy die Blockade der iranischen Häfen fortsetzen werde. Er warnte, dass die Öllager auf der Insel Kharg ihre Kapazitätsgrenze erreichen und Irans fragile Ölquellen stillgelegt werden könnten, was direkt die Haupteinnahmequellen des Regimes treffen würde. Bessent erklärte, das Finanzministerium werde "maximalen Druck durch Economic Fury" aufrechterhalten, um Teherans Fähigkeit zur Generierung, Bewegung und Rückführung von Geldern zu stören.

Zudem drohte er mit US-Sanktionen für jeden, der verdeckten Handel oder Finanztransaktionen mit dem Iran erleichtere. Er erwähnte auch, dass das Finanzministerium Gelder einfriere, die von korrupten Führungspersönlichkeiten im Namen des iranischen Volkes gestohlen wurden.

Historische Marktvolatilität

Die Unsicherheit um die Straße von Hormus hat die Märkte bereits in den vergangenen Tagen stark beeinflusst. Vor zwei Tagen fielen die europäischen Aktienmärkte, wobei der FTSE 100 um 0,4 % auf 10.626 Punkte sank, der deutsche DAX um 1,3 % und der italienische FTSE Mib um 1,1 % nachgaben. Chris Beauchamp, Chef-Marktanalyst bei IG, sprach von "Hormuz-Chaos", das die Märkte in Atem halte, und dass "die Euphorie vom Freitag der Verwirrung gewichen" sei.

Der Ölpreis stieg an diesem Tag um rund 5,5 % auf 95,20 Dollar pro Barrel, während die britischen Gaspreise um 3 % auf etwa 100 Pence pro Therm zulegten. Anthony Willis, Senior Economist bei Columbia Threadneedle Investments, kommentierte, dass die Entwicklungen am Wochenende die Lage verkompliziert hätten. Er berichtete, dass trotz eines kurzen "offenen" Fensters nur wenige Schiffe die Navigationskanäle passierten und einige nach Beschuss umkehren mussten. Zudem wurde ein iranisches Schiff im Golf von Oman von den USA beschlagnahmt. Der US-Technologieindex Nasdaq verzeichnete ebenfalls einen Rückgang von 0,55 % auf 24.334 Punkte.

Blick auf Unternehmenszahlen und Wirtschaftsdaten

Abseits der geopolitischen Entwicklungen richten sich die Augen der Anleger am Mittwoch auch auf eine Reihe wichtiger Unternehmensberichte. Folgende Unternehmen legen ihre Zahlen vor:

  • L'Oreal
  • ABB
  • EssilorLuxottica
  • Nordea Bank
  • Sandvik
  • Danone
  • Reckitt Benckiser Group
  • Svenska Handelsbanken
  • Carrefour

Zusätzlich werden wichtige Wirtschaftsdaten veröffentlicht, darunter die britischen Inflationszahlen für März – die ersten Daten seit Beginn des Iran-Krieges und dem Anstieg der Energiepreise – sowie europäische Verbrauchervertrauensdaten.

Erwähnte Persönlichkeiten