
Europäische Märkte vor Feiertagen verhalten: Stoxx 600 erreicht Rekordhoch
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Die europäischen Märkte zeigen sich am Weihnachtsabend in einem verhaltenen bis negativen Terrain, während Investoren das volatile Jahr Revue passieren lassen. Die verkürzte Handelssitzung ist geprägt von dünnen Volumina und einer vorsichtigen Stimmung angesichts bevorstehender Feiertage.
Marktausblick und Handelsbedingungen
Die europäischen Aktienmärkte werden voraussichtlich flach bis leicht negativ in den verkürzten Weihnachtshandel starten. Daten der IG Group zeigen den britischen FTSE 100 und den deutschen DAX knapp unter der Nulllinie, während der französische CAC 40 um 0,1 % nachgab. Diese Entwicklung folgt auf einen weitgehend gedämpften Handel am Montag, der von geringen Volumina und einer allgemeinen Zurückhaltung der Anleger vor den Weihnachtsfeiertagen geprägt war.
Die Handelszeiten sind über die Feiertage eingeschränkt: Der deutsche Markt hat am Dienstag eine volle Sitzung und bleibt danach für den Rest der Woche geschlossen. Die Märkte in Großbritannien und Frankreich hatten am Montag und Dienstag volle Sitzungen, öffnen am Mittwoch für einen halben Tag und bleiben dann Donnerstag und Freitag geschlossen. Der Schweizer Markt bleibt von Mittwoch bis Freitag dieser Woche geschlossen.
Entwicklungen an den europäischen Börsen
Der paneuropäische Stoxx 600 schloss am Dienstag 0,3 % höher und erreichte ein neues Rekordhoch. Dieser Anstieg wurde maßgeblich durch den boomenden Aktienkurs des Kopenhagener Unternehmens Novo Nordisk beflügelt, nachdem es die FDA-Zulassung für die erste GLP-1-Pille erhalten hatte. Am Montag verzeichnete der Stoxx 600 jedoch einen leichten Rückgang auf 586,66 Punkte.
Einzelne Indizes zeigten am Montag folgende Bewegungen:
- Der britische FTSE 100 sank um 43,07 Punkte oder 0,44 % auf 9.854,35.
- Der deutsche DAX verlor 6,71 Punkte oder 0,03 % auf 24.289,24.
- Der französische CAC 40 fiel um 29,94 Punkte oder 0,37 % auf 8.121.44.
- Der Schweizer SMI gab 52,72 Punkte oder 0,4 % auf 13.119,51 ab.
Im Londoner Markt legten Bergbauaktien zu, darunter Endeavour Mining (+2,5 %) und Fresnillo (+2,4 %). In Deutschland gewannen Infineon fast 2,5 %, während in Frankreich Kering knapp 1 % zulegte. Zu den Verlierern gehörten am Montag DCC (-3,9 %) in Großbritannien, E.ON (-1 bis 1,5 %) in Deutschland und Pernod Ricard (-2,2 %) in Frankreich.
Unternehmensnachrichten im Fokus
Die französische Pharmagesellschaft Sanofi gab am Dienstag die Übernahme des US-Unternehmens Dynavax für 2,2 Milliarden US-Dollar bekannt. Dynavax verfügt über einen vermarkteten Hepatitis-B-Impfstoff für Erwachsene und einen Schindelimpfstoffkandidaten in Entwicklung.
Der Ölriese BP plant, bis Ende 2027 Vermögenswerte im Wert von 20 Milliarden US-Dollar zu veräußern, darunter einen 65 %-Anteil an seiner 10 Milliarden US-Dollar schweren Castrol-Einheit. Japans Sapporo Holdings wird sein Immobiliengeschäft in einem 3 Milliarden US-Dollar schweren Deal mit KKR und PAG verkaufen, um sich auf das Kerngeschäft Bier zu konzentrieren.
Rohstoffmärkte und Geopolitik
Gold- und Silber-Futures haben sowohl am Montag als auch am Dienstag neue Höchststände erreicht. Gold wurde zuletzt bei 4.514,3 US-Dollar pro Unze gehandelt, während Silber bei 72,165 US-Dollar pro Unze notierte. Am Weihnachtsabend überschritt Gold in Asien erstmals die Marke von 4.500 US-Dollar.
Auf geopolitischer Ebene haben die USA Visabeschränkungen gegen Thierry Breton, einen ehemaligen EU-Kommissar, der hinter dem Digital Services Act steht, und Anti-Desinformations-Aktivisten verhängt. Ihnen wird vorgeworfen, US-amerikanische Social-Media-Plattformen zensiert zu haben. US-Außenminister Marco Rubio erklärte auf X, die Trump-Administration werde solche "ungeheuerlichen Akte extraterritorialer Zensur" nicht länger dulden.
Weitere geopolitische Spannungen umfassen die anhaltende Intensivierung der Angriffe zwischen Russland und der Ukraine, nachdem Friedensgespräche am Wochenende keinen Durchbruch erzielten. Die USA planen zudem, zusätzliche Zölle auf chinesische Chips bis Juni 2027 zu verlängern, basierend auf einer Untersuchung, die China der unfairen Handelspraktiken bezichtigt.
Wirtschaftsdaten und Ausblick
Das britische Amt für Nationale Statistik (ONS) meldete, dass die britische Wirtschaft im dritten Quartal ein geringes Wachstum von unveränderten 0,1 % im Vergleich zum Vorquartal verzeichnete, nach einer Expansion von 0,2 % im zweiten Quartal. Dieses Wachstum wurde durch Zuwächse im Dienstleistungs- und Bausektor angetrieben, während die Industrieproduktion zurückging. Auf Jahresbasis expandierte das BIP im dritten Quartal um 1,3 %.
Im November stiegen die Neuzulassungen von Personenkraftwagen in der EU im Jahresvergleich um 2,1 %, nach einem Anstieg von 5,8 % im Oktober. Die Importpreise für Deutschland im November und die endgültigen BIP-Daten für Spanien im dritten Quartal stehen noch aus. Investoren bewerten weiterhin die Debatte über die Bewertungen im Technologiesektor sowie die optimistischen Erwartungen an Zinssenkungen der Fed im kommenden Jahr.