Europas Drohnenabwehr: IWI's Arbel-System verwandelt Gewehre in Killer

Europas Drohnenabwehr: IWI's Arbel-System verwandelt Gewehre in Killer

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Europäische Militärs zeigen wachsendes Interesse an einer Technologie, die Standardgewehre in effektive Drohnenabwehrsysteme verwandelt. Der israelische Waffenhersteller Israel Weapon Industries (IWI) berichtet von einer starken Nachfrage nach seinem Arbel-System, einem Mikrocomputer, der die Präzision beim Abschuss von Drohnen erheblich verbessert. Dies ist eine direkte Reaktion auf die zunehmende Bedrohung durch unbemannte Systeme auf modernen Schlachtfeldern.

Die neue Bedrohung: Drohnen auf dem Schlachtfeld

Drohnen haben sich als dominierendes Element auf modernen Schlachtfeldern etabliert, insbesondere im Konflikt in der Ukraine. Sie bieten sowohl Überwachungs- als auch Präzisionsschlagfähigkeiten und stellen eine ständige Bedrohung für Soldaten dar. Besonders problematisch sind kleine FPV-Drohnen (First-Person-View), die oft mit Sprengstoff bestückt als kostengünstige Präzisionswaffen eingesetzt werden.

Zur Abwehr dieser unbemannten Systeme setzen Soldaten häufig Signalstörungen ein, um die Funkverbindungen der Drohnen zu unterbrechen. Allerdings werden FPV-Drohnen zunehmend über Glasfaserkabel gesteuert, was sie immun gegen elektronische Kriegsführung macht. In solchen Fällen bleibt oft nur der Abschuss mit Handfeuerwaffen als letzte Verteidigungsmöglichkeit.

Arbel-System: Präzision für die Drohnenabwehr

Angesichts dieser Herausforderung hat der israelische Waffenhersteller Israel Weapon Industries (IWI) das Arbel-System entwickelt. Dieses Mikrocomputer-System kann in leichte Maschinengewehre oder Sturmgewehre integriert werden, um die Treffgenauigkeit gegen schnell bewegliche Ziele wie kleine Drohnen zu optimieren. Es ist für Szenarien konzipiert, die schnelle Reaktionen erfordern.

Semion, der Europa-Chef von IWI, der aus Sicherheitsgründen nur mit seinem Vornamen genannt werden möchte, vergleicht Drohnen mit "den neuen Kugeln auf dem Schlachtfeld". Er sieht das Arbel-System als eine Art persönliche Schutzausrüstung, ähnlich einem Helm oder einer schusssicheren Weste, die Soldaten vor dieser modernen Bedrohung schützen soll.

Wachsende Nachfrage in Europa

Seit dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 verzeichnet IWI ein starkes Interesse europäischer Militärs am Arbel-System. Mindestens zehn europäische Länder haben das System entweder bereits erworben oder Interesse bekundet. IWI lehnte es ab, spezifische Käufer oder Interessenten zu nennen.

Semion erwartet, dass bis zum nächsten Jahr 40 bis 50 Prozent der europäischen Länder das Arbel-System beschafft haben oder kurz davor stehen werden. Dies unterstreicht die wachsende Investition in kosteneffiziente Drohnenabwehrlösungen auf dem gesamten Kontinent. Das System ist laut IWI bereits bei einer ungenannten Anzahl von Militärs weltweit im Einsatz.

Technologie im Detail: Wie Arbel funktioniert

Das Arbel-System ist ein kleiner, batteriebetriebener Computer, der etwa 400 Gramm zum Gewicht der Waffe hinzufügt. Es analysiert das Verhalten des Schützen – Waffenbewegung, Stabilität und Abzugsdruck. Wenn der Abzug gedrückt gehalten wird, entscheidet Arbel automatisch, wann die einzelnen Schüsse abgegeben werden, um die höchste Trefferwahrscheinlichkeit zu erzielen.

Der Soldat muss lediglich die Drohne im Visier behalten. Das System ermöglicht den Abschuss von Drohnen in etwa 450 Metern Entfernung bei Tageslicht und 200 Metern bei Nacht. Obwohl Arbel die Zielerkennung nicht selbstständig durchführt, liegt die Verantwortung für den verantwortungsvollen Einsatz beim Soldaten. IWI gibt an, dass das System kostengünstig ist, nannte jedoch keine spezifischen Preise.

Weitere Ansätze zur Drohnenbekämpfung

Neben dem Arbel-System gibt es weitere Technologien, die Soldaten im Kampf gegen Drohnen unterstützen sollen. Dazu gehören:

  • Smart Shooter: Ein Gewehr mit einer speziellen Optik, die die Bedrohung verfolgt, die Flugbahn berechnet und den Benutzer benachrichtigt, wenn eine realistische Trefferchance besteht. US-Soldaten wurden bereits im Training damit beobachtet.
  • AimLock: Eine Zielerkennungstechnologie, die verschiedene Waffen im Kampf gegen Drohnen verbessern kann.
  • Abfangdrohnen: Westliche Länder entwickeln zunehmend eigene Abfangdrohnen, um feindliche unbemannte Systeme zu neutralisieren. Die Ukraine hat hier bereits stark investiert und setzt solche Systeme umfassend ein.

Diese Entwicklungen zeigen, dass die Anpassung an die Drohnenbedrohung eine Priorität für moderne Militärs darstellt, wobei sowohl technologische Aufrüstung von Handfeuerwaffen als auch spezialisierte Abfangsysteme eine Rolle spielen.