
Europas Märkte starten schwächer: Iran-Konflikt und Ölpreise im Fokus
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Die europäischen Aktienmärkte stehen am Montag vor einem negativen Handelsstart. Investoren verarbeiten die weitere Eskalation des Iran-Konflikts, der sich in seiner fünften Woche befindet und die globale Stimmung belastet. Geopolitische Spannungen und steigende Ölpreise prägen das Bild zum Wochenauftakt.
Europäische Märkte unter Druck
Laut Daten von IG werden die wichtigsten europäischen Indizes voraussichtlich mit Verlusten eröffnen. Der deutsche DAX wird voraussichtlich um 0,6 % niedriger starten, während der britische FTSE 100 ein Minus von 0,2 % verzeichnen könnte. Auch der französische CAC 40 und der italienische FTSE MIB werden mit einem Rückgang von jeweils 0,4 % erwartet.
Die asiatisch-pazifischen Märkte handelten über Nacht bereits schwächer, und die europäischen Börsen scheinen diesem Trend zu folgen. Händler verdauen die jüngsten Entwicklungen im Konflikt über das Wochenende.
Eskalation des Iran-Konflikts belastet Stimmung
Die geopolitische Lage hat sich am Wochenende weiter zugespitzt. US-Präsident Donald Trump erklärte am Sonntag gegenüber der Financial Times, er könne "das Öl im Iran nehmen" und die iranische Exportdrehscheibe Kharg Island beschlagnahmen. Parallel dazu meldete die jemenitische Huthi-Bewegung am Samstag, sie habe Raketen auf Israel abgefeuert.
Dies markiert die erste direkte Beteiligung der Huthi-Bewegung am von den USA und Israel geführten Krieg gegen den Iran. Huthi-Sprecher Yahya Saree erklärte in einem Post auf X, die Gruppe habe eine Salve ballistischer Raketen auf sensible israelische Militärstandorte abgefeuert, um den Iran und die verbündeten Hisbollah-Kräfte im Libanon zu unterstützen. Der Konflikt begann am 28. Februar mit US-amerikanischen und israelischen Luftangriffen auf iranische Ziele.
Ölpreise steigen deutlich
Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten wirken sich direkt auf die Rohstoffmärkte aus. Die Ölpreise verzeichneten in den frühen asiatischen Handelsstunden einen deutlichen Anstieg. Die Futures für West Texas Intermediate (WTI) Rohöl stiegen um 2,58 % auf 102,19 US-Dollar pro Barrel.
Diese Entwicklung unterstreicht die Sorge der Märkte vor möglichen Versorgungsengpässen und einer weiteren Destabilisierung der Region. Steigende Ölpreise können wiederum Inflationsdruck verstärken und die Wirtschaft belasten.
G7-Staaten halten Krisentreffen ab
Angesichts der kritischen Lage werden die Finanzminister, Energieminister und Zentralbankgouverneure der G7-Staaten am Montag ein Notfalltreffen abhalten. Das Treffen findet virtuell statt und ist bereits das vierte Mal seit Beginn des Krieges im Iran, dass die G7 auf Ministerebene zusammenkommt.
Dieses wiederholte Zusammentreffen unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Situation und die Notwendigkeit einer koordinierten Reaktion der führenden Industrienationen. Es wird erwartet, dass mögliche Maßnahmen zur Stabilisierung der Märkte und zur Eindämmung der Auswirkungen des Konflikts diskutiert werden.
Wichtige Wirtschaftsdaten erwartet
Neben den geopolitischen Entwicklungen stehen am Montag auch wichtige Wirtschaftsdaten auf der Agenda. Dazu gehören das EU-Wirtschaftssentiment, das Aufschluss über die Stimmung in der europäischen Wirtschaft geben wird. Zudem wird Deutschlands neueste Inflationsrate veröffentlicht, die für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank von Bedeutung ist. Diese Daten könnten zusätzliche Impulse für die Märkte liefern.