
EV-ETFs im Wandel: Mehr als nur Tesla – Globale Trends dominieren
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Die jüngsten Entwicklungen am Markt für Elektrofahrzeuge (EV) zeigen ein bemerkenswertes Phänomen: Während Tesla Inc. (NASDAQ:TSLA) einen Rückgang seiner Fahrzeugauslieferungen verzeichnete, konnten mehrere EV-fokussierte ETFs dennoch Kursgewinne erzielen. Diese Diskrepanz wirft neue Fragen über die Zusammensetzung und Performance von Elektrofahrzeug-ETFs auf und deutet auf eine tiefgreifende Veränderung in der Anlagestrategie hin.
Tesla unter Druck: Rückläufige Lieferzahlen 2025
Tesla verzeichnete 2025 das zweite Jahr in Folge rückläufige Fahrzeugauslieferungen. Weltweit wurden rund 1,63 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert, was einem Rückgang von etwa 9 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Insbesondere die Auslieferungen im vierten Quartal fielen deutlich stärker aus als von Analysten erwartet.
Nach den Neujahrsfeiertagen sank der Aktienkurs von Tesla um über 2 %. Dieser Rückgang erfolgte nach der Veröffentlichung der Verkaufszahlen, die die Anleger enttäuschten.
EV-ETFs trotzen dem Trend: Eine neue Diversifikation
Trotz Teslas Kursrückgang beendeten mehrere EV-fokussierte ETFs die Handelssitzung mit Gewinnen. Dazu gehören der Global X Autonomous & Electric Vehicles ETF (NASDAQ:DRIV), der iShares Electric Vehicles and Driving Technology ETF (NYSE:IDRV) und der KraneShares Electric Vehicles & Future Mobility ETF (NYSE:KARS). Diese Entwicklung unterstreicht eine wichtige Verschiebung in der Performance von EV-ETFs.
Elektrofahrzeug-ETFs dienen nicht mehr ausschließlich als Stellvertreter für Tesla. Stattdessen erfassen diese Fonds zunehmend ein breiteres Spektrum globaler EV-Faktoren, von Batterielieferketten bis hin zu regionalen Nachfragetrends. Die Führung im Bereich der Elektrofahrzeuge ist nicht länger auf ein einziges Unternehmen beschränkt.
Chinesische Konkurrenz und globale Reichweite
Ein entscheidender Faktor für diese Diversifikation ist die wachsende Konkurrenz aus China. Im Jahr 2025 übertraf BYD Tesla als weltweit größten EV-Verkäufer. Dies gelang BYD dank seiner Größe, flexiblen Preisgestaltung und einer robusten Inlandsnachfrage.
ETFs mit globaler Ausrichtung, wie der KraneShares Electric Vehicles & Future Mobility ETF (KARS), investieren auch in chinesische EV-Hersteller und Zulieferer. Diese breitere geografische Streuung kann dazu beitragen, Schwächen von US-fokussierten Unternehmen auszugleichen, wenn Tesla Schwierigkeiten hat.
Politische Anreize prägen den US-Markt
US-gelistete EV-ETFs werden zudem stärker von politischen Änderungen beeinflusst als von individuellen Unternehmensgeschichten. Das Ende der staatlichen EV-Steuergutschrift führte im dritten Quartal zu einem Nachfrageschub, gefolgt von einer deutlichen Verlangsamung im vierten Quartal.
Diese Volatilität zeigt, wie EV-ETFs mittlerweile auf Anreizzyklen und regionale politische Änderungen reagieren, und nicht nur auf die Technologieakzeptanz. Die Politik spielt eine immer größere Rolle für die Marktentwicklung.
Teslas Neuausrichtung und die ETF-Realität
Teslas Bemühungen, sich als KI- und Robotikunternehmen neu zu definieren, fügen eine weitere Komplexitätsebene hinzu. Obwohl dieses Narrativ Eigenkapitalinvestoren anziehen mag, konzentrieren sich die meisten EV-ETFs auf Unternehmen, deren Einnahmen von der Fahrzeugproduktion, der Batterieherstellung und Komponenten abhängen.
Daher tragen Teslas KI-Ziele wenig dazu bei, EV-thematische Fonds vor Schwankungen bei den Autoverkäufen und dem Preisdruck zu schützen. Die Kernausrichtung der ETFs bleibt auf den traditionellen EV-Sektor fokussiert.
Fazit: Ein breiteres Narrativ für Elektrofahrzeug-ETFs
Der Aufstieg von EV-ETFs, selbst während Teslas Aktienkurs sank, deutet darauf hin, dass das Thema Elektrofahrzeuge vielfältiger wird – in Bezug auf Geografie, Geschäftsmodelle und Einnahmequellen. Für Anleger könnte dies als eine positive Entwicklung angesehen werden.
Es signalisiert, dass sich EV-ETFs zu einer breiteren Anlagestory entwickeln, auch wenn Teslas Herausforderungen weiterhin die Diskussion beeinflussen. Die Zukunft der Elektrofahrzeug-ETFs scheint somit weniger von einem einzelnen Akteur abhängig zu sein.