
EV-Markt im Januar 2026: China und USA schwächeln, Europa legt zu
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Der globale Markt für Elektrofahrzeuge (EVs) erlebte im Januar 2026 einen deutlichen Rückgang, primär getrieben durch sinkende Absatzzahlen in China und den USA. Während Nordamerika den schwächsten Monat seit Anfang 2022 verzeichnete, zeigte sich Europa widerstandsfähig und konnte seinen EV-Absatz steigern. Weltweit wurden 1,2 Millionen Elektrofahrzeuge verkauft, was einem Rückgang von 3 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Globaler EV-Absatz unter Druck
Im Januar 2026 wurden weltweit 1,2 Millionen Elektrofahrzeuge verkauft, was einem Rückgang von 3 % im Vergleich zum Vorjahr und einem deutlichen Einbruch von 44 % gegenüber Dezember 2025 entspricht. Diese Entwicklung ist laut Berichten von Electrek und Daten der Beratungsfirma Benchmark Mineral Intelligence auf eine Kombination aus politischen Änderungen und reduzierten Anreizen in Schlüsselmärkten zurückzuführen. Die globalen Registrierungen umfassten sowohl batterieelektrische als auch Plug-in-Hybridfahrzeuge.
Chinas Marktbremse durch neue Politik
China, der weltweit größte EV-Markt, verzeichnete im Januar 2026 einen Rückgang der Verkaufszahlen um 20 % gegenüber dem Vorjahr und 55 % gegenüber Dezember. Mit weniger als 600.000 verkauften Einheiten war dies der niedrigste monatliche Absatz seit fast zwei Jahren. Ursächlich hierfür sind neue politische Maßnahmen, darunter eine 5 %ige Kaufsteuer auf EVs, die seit 2014 erstmals erhoben wird, sowie ein weniger großzügiges Inzahlungnahme-Programm. Diese Änderungen führen zu einem stärker marktorientierten Umfeld für Chinas EV-Sektor im Jahr 2026. Tesla erlebte bereits 2025 in China seinen ersten jährlichen Absatzrückgang.
Herausforderungen in Nordamerika
Auch Nordamerika hatte einen schwierigen Start ins Jahr 2026, mit einem Rückgang der EV-Verkäufe um 33 % im Vergleich zum Vorjahr. Die USA verzeichneten ihren niedrigsten monatlichen EV-Absatz seit Anfang 2022, nachdem die bundesweiten EV-Steuergutschriften im September 2025 ausgelaufen waren. Automobilhersteller wie Ford (NYSE:F), General Motors (NYSE:GM) und Stellantis (NYSE:STLA) haben ihre Strategien angepasst und erhebliche Wertminderungen verbucht. Insgesamt haben globale Autohersteller mit starker Präsenz auf dem US-Markt im vergangenen Jahr rund 55 Milliarden US-Dollar an Wertminderungen verbucht, da sie ihre Elektrofahrzeug-Ambitionen in einem schwierigen US-Markt unter Präsident Donald Trump zurückschrauben.
Europas Widerstandsfähigkeit und Wachstum
Im Gegensatz dazu zeigte sich Europa widerstandsfähig und verkaufte im Januar über 320.000 EVs, was einem Anstieg von 24 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Obwohl die Verkäufe gegenüber Dezember um 33 % zurückgingen, setzt die Region ihren Kurs fort, um die EU-Emissionsziele zu erreichen. Automobilhersteller stehen weiterhin unter Druck, die EU-Abgasnormen einzuhalten, auch wenn diese Ziele 2025 gelockert wurden. Subventionen wurden in wichtigen Märkten wie Großbritannien, Deutschland und Frankreich wieder eingeführt, was zu einem Wachstum von 14 %, 25 % bzw. 41 % im Jahresvergleich führte. Bereits 2025 übertrafen EVs in Europa Benzinfahrzeuge beim Marktanteil.
Wachstum in anderen Regionen und Hybrid-Trend
Außerhalb der großen Märkte verdoppelten sich die EV-Verkäufe nahezu, mit einem Anstieg von 92 % im Rest der Welt auf knapp 190.000 Einheiten – ein Rekordhoch. Südkorea, Brasilien und Thailand führten dieses Wachstum an, unterstützt durch Anreize. Charles Lester, Datenmanager bei Benchmark Mineral Intelligence, erwartet zudem, dass China seine EV-Exporte im Jahr 2026 weiter steigern wird, insbesondere in Regionen wie Südostasien.
Gleichzeitig gewinnen Hybridfahrzeuge an Beliebtheit, da Käufer einen Mittelweg zwischen reinen Elektrofahrzeugen und Verbrennungsmotoren suchen. Geringere Anschaffungskosten und weniger Ladebeschränkungen machen Hybride attraktiver. Einige Experten argumentieren jedoch, dass das Aufkommen von "Mild-Hybrid"-Fahrzeugen, die hauptsächlich traditionelle Kraftstoffe verwenden, nur bescheiden zur Senkung der Emissionen beiträgt.