
Ex-Meta-Spezialistin gründet Altar Native: Kräuter-Alternativen boomen
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Yasmin Santos, eine ehemalige Werbespezialistin von Meta, hat mit Altar Native eine Marke für pflanzliche Alkoholalternativen gegründet. Nach einer persönlichen Gesundheitsreise und der Entdeckung der Kräuterheilkunde entwickelte sie funktionale Tinkturen, die den Wunsch nach Ritualen ohne Alkohol erfüllen. Ihr Unternehmen verzeichnet ein starkes Wachstum und spricht unerwartet auch gestresste Führungskräfte an.
Vom Big Tech zur Kräuterheilkunde: Yasmin Santos' Weg
Yasmin Santos beendete 2018 ihren Alkoholkonsum aus gesundheitlichen Gründen, um ein Darmproblem zu heilen. Obwohl sie den sozialen Aspekt und die Rituale vermisste, erkannte sie, dass ihr Körper den Alkohol nicht mehr wollte. Während sie ihre Mutter pflegte, die an früh einsetzender Demenz litt, entdeckte Santos die Kräuterheilkunde als natürliche Alternative zu pharmazeutischen Lösungen.
Sie vertiefte sich in die Welt der Pflanzen wie Kava, CBD, Kratom und Damiana, die seit Jahrtausenden zur Unterstützung des Wohlbefindens eingesetzt werden. Parallel dazu arbeitete Santos bei Meta Platforms Inc., einem multinationalen Technologieunternehmen mit Hauptsitz in Menlo Park, Kalifornien. Dort war sie als Werbespezialistin tätig und optimierte Kampagnen innerhalb des Ads Managers. Meta, bekannt als Big Tech-Unternehmen, besitzt Plattformen wie Facebook, Instagram und WhatsApp, wobei Werbung im Jahr 2023 97,8 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachte.
Altar Native: Eine neue Art des Wohlbefindens
Neben ihrer Tätigkeit bei Meta begann Santos mit "Kitchen Witching", dem Experimentieren mit Kräutermischungen. Die positive Resonanz von Freunden, die ihre Mischungen probierten, führte 2021 zur Gründung von Altar Native. Die Produktpalette umfasst pflanzliche Tinkturmischungen, die die Stimmung heben und den "Flow" verbessern sollen – ganz ohne Alkohol.
Nach einer Phase der Marken- und Rezeptverfeinerung im Jahr 2022 erfolgte der offizielle Launch im Januar 2024. Santos finanzierte das Start-up zunächst durch freiberufliche Marketingtätigkeiten und ein Startkapital von 11.000 US-Dollar aus dem Erbe ihrer Mutter. Zuvor testete sie das Konzept mit einer mobilen, alkoholfreien "Cater Bar" auf Festivals und privaten Veranstaltungen, um erste Kunden zu gewinnen und die Geschäftsidee zu validieren.
Wachstum und unerwartete Zielgruppen
Seit dem Launch verzeichnet Altar Native eine Wachstumsrate von 115 Prozent. Yasmin Santos prognostiziert, in den nächsten Jahren monatliche Umsätze im sechsstelligen Bereich zu erreichen. Überraschenderweise ist die Hauptzielgruppe nicht, wie ursprünglich erwartet, die "Wellness-Girlies", sondern eher Outdoor-Abenteurer wie Van-Lifers, Surfer und Kletterer, die eine tiefe Verbindung zur Natur suchen und dabei einen klaren Kopf bewahren möchten.
Eine weitere unerwartete, aber wichtige demografische Gruppe sind professionelle Männer im Alter von 40 bis 55 Jahren, oft hochrangige Führungskräfte. Sie bestellen insbesondere die "Adapt"-Mischung, die zur Regulierung von Cortisol und zum Ausgleich der Energie beitragen soll. Diese Zielgruppe sucht nach Wegen, um Stress abzubauen, ohne auf Alkohol zurückzugreifen.
Die "Herbal Mixology"-Bewegung
Yasmin Santos sieht Altar Native an der Schnittstelle von Wellness und Ritual, wo altes Pflanzenwissen auf das moderne Leben trifft. Sie nennt es "Herbal Mixology": die Kunst, funktionale, pflanzliche Mischungen zu kreieren, die Stimmung und Geisteszustand ohne Alkohol verbessern. Dieser Trend wird durch ein gestiegenes Bewusstsein für Gesundheit und Wohlbefinden seit der Pandemie verstärkt, da immer mehr Menschen ihren Alkoholkonsum hinterfragen.
Die Tinkturen können in Mocktails, Tee oder Sprudelwasser gemischt oder direkt eingenommen werden. Santos selbst nutzt morgens die "Ecstatic"-Mischung mit Kakao für Fokus, tagsüber "Adapt" für Balance und abends "Lucid" zur Beruhigung und gegen Angstzustände.
Nachhaltiges Wachstum und Zukunftsvisionen
Bislang hat Yasmin Santos keine externen Investoren an Bord geholt und das Unternehmen vollständig durch ihre Einkünfte bei Meta, freiberufliche Arbeit und sorgfältige Reinvestitionen finanziert. Ihr Ziel ist es, Altar Native nachhaltig zu skalieren und zukünftig auch trinkfertige (RTD) Getränke anzubieten, während die Werte von Intentionalität und Umweltverantwortung beibehalten werden.
Ein Co-Hersteller in Pennsylvania übernimmt die Extraktion, Abfüllung, Etikettierung und den Versand, sodass sich Santos auf den Markenaufbau konzentrieren kann. Sie strebt an, Altar Native zu einem wichtigen Akteur in diesem Segment zu entwickeln und sich möglicherweise eines Tages von dem Unternehmen zu trennen, idealerweise durch eine Partnerschaft mit einem Unternehmen, das ihre Vision eines bewussten, pflanzlichen Lebensstils teilt.