
Familie verklagt Delta & KLM nach Bettwanzen-Bissen auf Flug
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Eine Familie aus Virginia hat Delta Air Lines und KLM Royal Dutch Airlines auf Schadensersatz in Höhe von 200.000 US-Dollar verklagt. Sie behauptet, während eines Transatlantikfluges im März 2025 von Bettwanzen gebissen worden zu sein, was ihren Familienurlaub ruinierte und gesundheitliche Folgen hatte. Die Klage wurde am 18. Dezember 2025 eingereicht.
Klage wegen Bettwanzenbefalls auf Transatlantikflug
Die Familie Albuquerque aus Virginia, bestehend aus einem Ehepaar und ihren zwei Söhnen, hat am 18. Dezember 2025 eine Klage gegen Delta Air Lines und KLM Royal Dutch Airlines eingereicht. Sie behaupten, am 21. März 2025 während eines Fluges über den Atlantik von Bettwanzen befallen und gebissen worden zu sein. Die Familie hatte die Hin- und Rückflugtickets im Wert von 8.800 US-Dollar über das SkyMiles-Programm von Delta gebucht.
Die Reise begann in Roanoke, Virginia, mit einem Delta-Flug nach Atlanta, gefolgt von einem KLM-Flug nach Amsterdam und weiter nach Belgrad, Serbien. Der Zweck der Reise war ein Familienurlaub, um Freunde und Verwandte in Serbien zu besuchen. Die Bettwanzen wurden laut Klageschrift auf dem KLM-Flug nach Amsterdam entdeckt.
Etwa zwei Stunden nach dem Start des Fluges nach Amsterdam bemerkte Lisandra Garcia, die Mutter der Familie, dass Käfer auf ihr krabbelten und sie gebissen wurde. Sie stellte fest, dass die Insekten auf ihrem hellen Pullover und in den Ritzen ihrer Sitze waren. Die Familie informierte umgehend das Flugpersonal, das sie angeblich aufforderte, leise zu bleiben, um keine "Panik" an Bord zu verursachen.
Die Vorwürfe der Familie Albuquerque
Die Familie Albuquerque behauptet in der Klageschrift, dass die Bisse zu "erhabenen und juckenden Quaddeln, Läsionen und Ausschlägen am Rumpf und an den Extremitäten" führten. Alle Familienmitglieder seien wiederholt gebissen worden. Fotos und Videos der Käfer und Bisse wurden als Beweismittel in die Klage aufgenommen. Vor der Landung in Amsterdam drängten die Flugbegleiter die Familie erneut, niemandem von dem Vorfall zu erzählen, da sie sonst ihren Anschlussflug nach Serbien verpassen könnten.
Nach der Ankunft in Belgrad wusch die Familie alle ihre Kleidung in kochendem Wasser und entsorgte einige befallene Gegenstände. Die Eltern suchten mit ihren Kindern Ärzte in Roanoke auf, die bestätigten, dass die Bisse von Bettwanzen stammten. Den Albuquerques wurde empfohlen, "Bug Bombs" in ihrem Haus und Auto einzusetzen und ihre Kleidung in heißem Wasser zu waschen. Die Kinder erhielten topische Steroide und ein Antihistaminikum.
Die Familie gibt an, dass die sichtbaren Spuren auf ihrer Haut und das unaufhörliche Jucken ihren Urlaub unmöglich machten. Die Spuren begannen erst nach ihrer Rückkehr nach Hause zu verblassen. Lisandra Garcia trägt bis heute Narben an ihrem unteren Rücken von den Bissen. Die Familie fordert eine Entschädigung für "Verlegenheit, Angst, Unbehagen, Unannehmlichkeiten, medizinische Kosten und den Verlust von Kleidung und persönlichen Gegenständen" sowie für "persönliche Verletzungen, Ausschläge, Unbehagen, Juckreiz, Schmerz und Leid, Angst, seelische Qualen, Wut und Demütigung" in Höhe von 200.000 US-Dollar.
Die Reaktion der Fluggesellschaften und rechtliche Schritte
Delta Air Lines hat auf die Vorwürfe reagiert und erklärt, dass sich die "fraglichen Anschuldigungen auf Flüge beziehen, die nicht von Delta Air Lines durchgeführt wurden". Die Fluggesellschaft fügte hinzu, dass sie die Beschwerde prüfen und "zu gegebener Zeit entsprechend antworten" werde. KLM Royal Dutch Airlines hat sich gegenüber Business Insider nicht geäußert. Eine Sprecherin von KLM teilte The Independent mit, dass man sich "zu den spezifischen Anschuldigungen derzeit nicht äußern" könne, diese aber über die "entsprechenden rechtlichen Kanäle" behandeln werde.
Die Anwälte der Familie Albuquerque, Matt Broughton und Jared Tuck von Gentry Locke, die auf Luftfahrtrecht spezialisiert sind, gaben an, dass ihre Kanzlei versucht habe, die Angelegenheit außergerichtlich zu regeln. Da Delta und KLM diese Versuche jedoch ignoriert hätten, sei die Klage eingereicht worden, um die Rechte der Familie durchzusetzen. Dr. Romulo Albuquerque ist ein anerkannter Augenchirurg, und seine Anwälte betonten den Wert der verlorenen Familienzeit.
Die Familie hatte angegeben, Business-Class-Tickets gebucht zu haben. Eine Quelle, One Mile at a Time, analysierte jedoch Fotos und Sitzplatznummern (12H & 12K, 14H & 14K) und kam zu dem Schluss, dass es sich um die Premium Economy Kabine von KLM handelte, da KLM keine First Class besitzt, hinter der die Familie angeblich saß.
Hintergrund der Klage und ähnliche Fälle
Der Vorfall der Familie Albuquerque ist nicht der erste Fall, in dem Passagiere nach unangenehmen Flugerlebnissen rechtliche Schritte einleiten. Im September verklagten 16 Passagiere American Airlines, nachdem ihr Flug Feuer gefangen hatte. Im vergangenen Jahr verklagte ein Passagier Delta auf 1 Million US-Dollar, weil ein defekter Armlehne angeblich seine Rippe gebrochen hatte. Diese Fälle unterstreichen die zunehmende Bereitschaft von Passagieren, bei schwerwiegenden Problemen während des Fluges Entschädigung zu fordern.