
FBI-Direktor Kash Patel verklagt The Atlantic auf 250 Millionen Dollar
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FBI-Direktor Kash Patel hat eine Verleumdungsklage in Höhe von 250 Millionen US-Dollar gegen das Magazin The Atlantic und dessen Autorin Sarah Fitzpatrick eingereicht. Die Klage folgt auf einen am 17. April 2026 veröffentlichten Artikel, der Patel Alkoholmissbrauch und unerklärliche Abwesenheiten vorwirft, die seine Eignung für das Amt in Frage stellen könnten. Patel bezeichnet die Anschuldigungen als "Lüge" und "palesent falsch".
Die Klage gegen The Atlantic
Die Zivilklage, die am 20. April 2026 beim US-Bezirksgericht für den District of Columbia eingereicht wurde, richtet sich gegen The Atlantic und Sarah Fitzpatrick. Sie fordert 250 Millionen US-Dollar Schadenersatz und zielt darauf ab, die Beklagten für einen "umfassenden, böswilligen und diffamierenden Hetzartikel" zur Rechenschaft zu ziehen. Patel hatte bereits am Wochenende, dem 19. April, angekündigt, The Atlantic zu verklagen.
Die Klage behauptet, das Magazin und Fitzpatrick hätten den Artikel "mit tatsächlicher Böswilligkeit" veröffentlicht, obwohl sie "Stunden vor der Veröffentlichung ausdrücklich gewarnt wurden, dass die zentralen Anschuldigungen kategorisch falsch waren."
Vorwürfe des Alkoholmissbrauchs und Fehlverhaltens
Der umstrittene Artikel von The Atlantic, der ursprünglich den Titel "Kash Patel's Erratic Behavior Could Cost Him His Job" trug und später online in "The FBI Director Is MIA" umbenannt wurde, zitierte mehr als zwei Dutzend anonymer Quellen. Diese Quellen äußerten Bedenken über Patels "auffällige Trunkenheit und unerklärliche Abwesenheiten", die "Beamte des FBI und des Justizministeriums alarmierten."
Zu den 17 spezifischen Behauptungen, die Patel in seiner Klage als "zahlreiche falsche und diffamierende Tatsachenbehauptungen" auflistet, gehören:
- Er sei dafür bekannt, "bis zur offensichtlichen Trunkenheit zu trinken, in vielen Fällen im privaten Club Ned's in Washington, D.C., in Anwesenheit von Mitarbeitern des Weißen Hauses und anderer Regierungsmitarbeiter."
- Er trinke "exzessiv im Poodle Room in Las Vegas, wo er häufig Teile seiner Wochenenden verbringt." Der Poodle Room ist ein exklusiver Mitgliederclub auf dem Fontainebleau Las Vegas Hotel.
- Bei mehreren Gelegenheiten im vergangenen Jahr hätten "Mitglieder seines Sicherheitsteams Schwierigkeiten gehabt, Patel zu wecken, weil er scheinbar betrunken war."
- Im vergangenen Jahr sei eine "Anfrage nach 'Breaching Equipment' – normalerweise von SWAT- und Geiselbefreiungsteams verwendet, um schnell in Gebäude einzudringen – gestellt worden, weil Patel hinter verschlossenen Türen unerreichbar gewesen sei."
- Das FBI habe während Patels Amtszeit frühe Besprechungen "aufgrund seiner alkoholreichen Nächte" verschieben müssen.
Patels vehementes Dementi
FBI-Direktor Kash Patel hat die Anschuldigungen entschieden zurückgewiesen. In einer Erklärung seiner Anwälte der Binnall Law Group sagte er: "Die Geschichte von The Atlantic ist eine Lüge." Er betonte: "Ihnen wurde die Wahrheit vor der Veröffentlichung gegeben, und sie entschieden sich trotzdem, Falschheiten zu drucken."
Patel erklärte weiter, dass er "nicht exzessiv in diesen Einrichtungen oder anderswo trinkt, und dies war und ist nie eine Quelle der Besorgnis in der gesamten Regierung gewesen." Das Weiße Haus, das Justizministerium und Patel selbst hatten die Vorwürfe bereits im Artikel von The Atlantic dementiert. Patel hatte in einer früheren Stellungnahme, die im Artikel zitiert wurde, gesagt: "Druckt es, alles falsch, wir sehen uns vor Gericht – bringt euer Scheckbuch mit."
Die Verteidigung von The Atlantic
The Atlantic hat auf die Klage reagiert und seine Berichterstattung verteidigt. In einer Erklärung gegenüber CNBC teilte das Magazin mit: "Wir stehen zu unserer Berichterstattung über Kash Patel, und wir werden The Atlantic und unsere Journalisten energisch gegen diese unbegründete Klage verteidigen."
Jeffrey Goldberg, Chefredakteur von The Atlantic, bekräftigte diese Haltung, nachdem Patel am 19. April in einer Fox News-Sendung mit einer Klage gedroht hatte. Auch die Autorin Sarah Fitzpatrick äußerte sich und betonte, The Atlantic sei "nichts als sorgfältig" und sie stehe "zu jedem Wort."
Der rechtliche Standard: "Actual Malice"
Für öffentliche Personen wie Kash Patel ist die rechtliche Hürde in Verleumdungsklagen besonders hoch. Ein wegweisendes Urteil des Obersten Gerichtshofs aus dem Jahr 1964 im Fall *New York Times Company v. Sullivan* legt fest, dass eine öffentliche Person nachweisen muss, dass der Verleger mit "tatsächlicher Böswilligkeit" gehandelt hat, um in einer Verleumdungsklage erfolgreich zu sein.
Das Gericht definierte "tatsächliche Böswilligkeit" in diesem Urteil als eine Aussage, die "mit dem Wissen, dass sie falsch war, oder mit rücksichtsloser Missachtung der Frage, ob sie falsch war," gemacht wurde. Patels Klage behauptet, The Atlantic habe genau diesen Standard erfüllt, indem es die Vorwürfe trotz vorheriger Warnungen und Dementis veröffentlichte.
Chronologie der Ereignisse
Die Ereignisse entwickelten sich rasch:
- 17. April 2026: The Atlantic veröffentlicht den Artikel. Zuvor hatte Patels Anwalt Jesse Binnall kurz vor 16:00 Uhr einen Brief an die Redaktion geschickt, in dem er mehr Zeit zur Widerlegung der 19 Vorwürfe forderte, die die Reporterin dem FBI-Pressebüro mitgeteilt hatte. Der Artikel wurde um 18:20 Uhr veröffentlicht.
- 19. April 2026: Patel droht in einem Fernsehauftritt mit einer Klage.
- 20. April 2026: Die Verleumdungsklage wird eingereicht.
Die Klage von Kash Patel ist ein weiteres Beispiel für die angespannte Beziehung zwischen der Regierung und der Presse, wobei in jüngster Zeit Klagen in beide Richtungen geflogen sind.