
FCC-Chef droht Sendern mit Lizenzentzug nach Trumps Medienkritik
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Der Vorsitzende der Federal Communications Commission (FCC), Brendan Carr, hat am Samstag mit dem Entzug von Rundfunklizenzen gedroht. Diese Äußerungen spiegeln die Kritik von Präsident Trump an der Berichterstattung von Nachrichtennetzwerken über den US-israelischen Krieg im Iran wider. Carr forderte Sender auf, ihren Kurs zu korrigieren, bevor ihre Lizenzverlängerungen anstehen.
Hintergrund der Drohungen
Brendan Carr erklärte auf Social Media, dass "Rundfunkanstalten, die Hoaxes und Nachrichtenverzerrungen – auch bekannt als Fake News – verbreiten, jetzt die Chance haben, ihren Kurs zu korrigieren, bevor ihre Lizenzverlängerungen anstehen." Er betonte: "Das Gesetz ist klar. Rundfunkanstalten müssen im öffentlichen Interesse handeln, und sie werden ihre Lizenzen verlieren, wenn sie dies nicht tun." Carr nannte keine spezifischen Netzwerke oder Geschichten, die seiner Meinung nach falsch berichtet wurden. Er bezog sich jedoch auf einen Truth Social-Beitrag des Präsidenten vom Samstagmorgen über fünf US-Tankflugzeuge in Saudi-Arabien.
Präsident Trump schrieb in seinem Beitrag: "Vier der fünf hatten praktisch keine Schäden und sind bereits wieder im Einsatz. Keines wurde zerstört oder war kurz davor, wie die Fake News in Schlagzeilen behaupteten." Trump hat die Medien wiederholt beschuldigt, falsch über den Krieg im Iran zu berichten. Bereits im September 2025 äußerte der Präsident, dass Netzwerke, die negativ über ihn berichten, "vielleicht" ihre Lizenzen entzogen bekommen sollten. Er sagte, eine solche Entscheidung liege "bei" Carr, den er Anfang desselben Jahres ernannt hatte. Im August erklärte Trump zudem, dass NBC und ABC ihm "97% SCHLECHTE GESCHICHTEN" lieferten und er "völlig dafür" wäre, deren FCC-Lizenzen zu entziehen.
Der Fall Jimmy Kimmel
Ein weiteres Beispiel für die Spannungen zwischen der Regierung und den Medien ereignete sich Mitte September. Nachdem Carr gegenüber dem rechten Podcaster Benny Johnson geäußert hatte, dass Kommentare des Late-Night-Moderators Jimmy Kimmel über den Verdächtigen in Charlie Kirks Ermordung "ein sehr, sehr ernstes Problem für Disney" seien, wurde Kimmels Sendung kurzzeitig aus dem Programm genommen. Präsident Trump lobte ABC, den Sender der Sendung, für diese Entscheidung. "Jimmy Kimmel Live!" wurde fast eine Woche später wieder ausgestrahlt.
Die Rolle der FCC und rechtliche Grenzen
Die FCC ist eine unabhängige Behörde, die Achtjahreslizenzen an einzelne Rundfunkstationen vergibt. Viele dieser Stationen werden von Fernsehnetzwerken betrieben und sind in deren Besitz. Die FCC lizenziert jedoch keine Fernsehnetzwerke wie CBS, NBC, ABC oder Fox direkt.
Auf ihrer Website erklärt die Behörde, dass der "Erste Zusatzartikel und das Kommunikationsgesetz die Kommission ausdrücklich daran hindern, Rundfunkinhalte zu zensieren." Sie gibt auch an, dass die Rolle der Kommission bei der Überwachung von Inhalten im Äther "sehr begrenzt" ist. Die FCC hat traditionell nur begrenzten Einfluss auf die von Fernsehnetzwerken ausgestrahlten Inhalte ausgeübt, was teilweise auf die Schutzbestimmungen des Ersten Zusatzartikels zurückzuführen ist.
Kontroverse und Reaktionen
Carrs Drohungen stießen auf gemischte Reaktionen. Einige Konservative, darunter der texanische republikanische Senator Ted Cruz, meinten, Carr sei zu weit gegangen. Der Präsident verteidigte ihn jedoch. "Ich denke, Brendan Carr macht einen großartigen Job", sagte der Präsident gegenüber Reportern.
Fox News im Fokus der Kritik
Die Standards, die Carr für Nachrichtenorganisationen aufgestellt hat, wurden kürzlich durch einen Vorfall bei Fox News auf die Probe gestellt. Am Samstag nahm Präsident Trump an einer Zeremonie auf der Dover Air Force Base teil, um die ersten sechs im Iran-Krieg getöteten US-Soldaten zu ehren. Trump erntete Kritik, weil er bei der Begrüßung der Särge eine Baseballkappe trug, die sein Wahlkampfshop für 55 US-Dollar verkauft.
Am Sonntagmorgen zeigte Fox & Friends Weekend jedoch monatealte Aufnahmen vom Dezember, die Trump bei einer ähnlichen Zeremonie für zwei im Syrienkrieg getötete US-Nationalgardisten und einen zivilen Dolmetscher zeigten. In diesen Aufnahmen trug der Präsident keine Baseballkappe, sondern einen Wintermantel. Kritiker deckten die Falschdarstellung schnell auf. Moderator Griff Jenkins entschuldigte sich später in der Sendung und behauptete, die Sendung habe "versehentlich Video von einer älteren würdevollen Übergabe anstelle der Zeremonie, die gestern stattfand, ausgestrahlt."
Fox News betonte in einer Erklärung, es sei ein Fehler gewesen: "FOX News Media-Programme haben versehentlich Archivmaterial von einer früheren würdevollen Übergabe ausgestrahlt, während die gestrige Zeremonie auf der Dover Air Force Base besprochen wurde. Das Archivmaterial wurde fälschlicherweise während des Video-Sourcing-Prozesses verwendet. Wir bedauern den Fehler und entschuldigen uns für das falsche Material." Es stellte sich jedoch heraus, dass das falsche Material nicht nur einmal ausgestrahlt wurde. CNN stellte fest, dass auch "The Big Weekend Show" und "Fox News Sunday" das falsche Material verwendeten, während "My View with Lara Trump" das korrekte Video zeigte. Fox News Sunday zeigte das falsche Material sogar zweimal, begleitet von Text, der fälschlicherweise "DOVER, DE. Saturday" anzeigte.