
FCC prüft Disneys Rundfunklizenzen vorzeitig wegen DEI-Bedenken
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Die Federal Communications Commission (FCC) hat eine vorzeitige Überprüfung der Rundfunklizenzen von Disney angeordnet. Diese Maßnahme erfolgt Jahre vor dem regulären Ablaufdatum und ist auf Bedenken bezüglich der Vielfalts-, Gleichberechtigungs- und Inklusionsbemühungen (DEI) des Unternehmens zurückzuführen. Disney muss nun innerhalb von 30 Tagen, also bis zum 28. Mai, Anträge auf vorzeitige Verlängerung für seine ABC-eigenen Fernsehsender einreichen.
FCC leitet vorzeitige Prüfung ein
Die Lizenzen der ABC-eigenen Sender wären ursprünglich erst zwischen 2028 und 2031 zur Verlängerung angestanden. FCC-Vorsitzender Brendan Carr begründete die Anordnung in einem Schreiben mit einer bereits im letzten Jahr begonnenen Untersuchung der DEI-Bemühungen von Disney. Die FCC, die als Bundesbehörde die Medien- und Telekommunikationsbranche reguliert, untersucht mögliche Verstöße gegen den Communications Act von 1934 und die eigenen Regeln zum Verbot unrechtmäßiger Diskriminierung.
Disneys Reaktion und die Rolle von ABC
Disney bestätigte am Dienstag den Erhalt der FCC-Anordnung zur beschleunigten Lizenzprüfung. In einer Stellungnahme betonte das Unternehmen: „ABC und seine Sender verfügen über eine lange Erfolgsbilanz, die FCC-Regeln vollständig einzuhalten und ihren lokalen Gemeinden vertrauenswürdige Nachrichten, Notfallinformationen und gemeinnützige Programme zu bieten.“ Disney zeigte sich zuversichtlich, seine Qualifikationen als Lizenznehmer gemäß dem Communications Act und dem First Amendment durch die entsprechenden rechtlichen Kanäle nachweisen zu können.
Politischer Kontext und Jimmy Kimmel
Die Entscheidung der FCC fällt in eine Zeit, in der ABC erneut mit Gegenwind vom Präsidenten konfrontiert ist. Dies geschah nach Kommentaren des Komikers Jimmy Kimmel in einer Eröffnungsrede seiner Late-Night-Show auf ABC. Kimmel hatte die First Lady Melania Trump als „erwartende Witwe“ bezeichnet, Tage vor einem angeblichen Attentatsversuch beim White House Correspondents' Dinner. Der Präsident erneuerte daraufhin seine Forderung, ABC solle Kimmel aus dem Programm nehmen.
Die Untersuchung der FCC
Die Untersuchung der FCC zu Disneys DEI-Bemühungen begann im März letzten Jahres. Obwohl Disney's ABC nach Angaben der Behörde auf zwei Anfragen „angeblich geantwortet“ hat, sah die Agentur weiteren Handlungsbedarf. Die Anordnung zur vorzeitigen Verlängerung betrifft acht von Disney betriebene und im Besitz befindliche Sender – drei in Kalifornien sowie weitere in Illinois, New York, Texas, North Carolina und Pennsylvania. Affiliates, die von anderen Rundfunkanstalten wie Nexstar Media Group betrieben werden, sind davon nicht betroffen.
Branchenweite DEI-Prüfungen
Disney ist nicht das einzige Medienunternehmen, das einer Untersuchung bezüglich seiner DEI-Bemühungen unterzogen wird. Unter dem von Präsident Donald Trump ernannten FCC-Vorsitzenden Carr leitete die FCC im vergangenen Jahr auch Untersuchungen gegen Comcast, den Eigentümer von NBCUniversal, sowie gegen Paramount vor dessen Fusion mit Skydance ein.
Kritische Stimmen und Meinungsfreiheit
Die Entscheidung der FCC stieß auf umgehende Kritik. FCC-Kommissarin Anna Gomez bezeichnete den Schritt in einem Post auf X als „beispiellos, ungesetzlich und aussichtslos“ und als „politischen Stunt, der nicht halten wird.“ Sie riet Unternehmen, diesen direkt anzufechten, da das First Amendment auf ihrer Seite sei.
Auch Experten für das First Amendment äußerten Bedenken. Jameel Jaffer, Geschäftsführer des Knight First Amendment Institute an der Columbia University, erklärte in einer E-Mail-Stellungnahme: „Die FCC hat keine Befugnis, Rundfunklizenzen wegen ihrer wahrgenommenen politischen Ansichten zu entziehen.“ Er warnte, dass der Präsident versuche, die Kontrolle darüber zu konsolidieren, was Amerikaner im Radio, Fernsehen und in sozialen Medien sehen und hören. Dies wäre „schädlicher für die Demokratie oder beleidigender für das First Amendment“ als kaum ein anderes Ergebnis.