
Fed-Baukosten: Justizministerium schließt Untersuchung gegen Jerome Powell – Weg frei für Warsh?
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U.S. Attorney Jeanine Pirro hat die Untersuchung des Justizministeriums gegen die Federal Reserve und ihren Vorsitzenden Jerome Powell wegen Kostenüberschreitungen bei einem Bauprojekt eingestellt. Stattdessen wird der Inspector General der Fed die Milliarden Dollar teuren Renovierungskosten prüfen. Diese Entscheidung könnte den Weg für Donald Trumps Nominierten Kevin Warsh ebnen.
Untersuchung der Fed-Baukosten eingestellt
U.S. Attorney for the District of Columbia Jeanine Pirro gab am Freitag, den 24. April, bekannt, dass sie ihr Büro angewiesen hat, die Untersuchung gegen die Federal Reserve bezüglich eines Bauprojekts einzustellen. Die Untersuchung konzentrierte sich auf Kostenüberschreitungen bei der Renovierung des Hauptsitzes der Federal Reserve in Washington, D.C. Die Baukosten waren von ursprünglich geschätzten 1,9 Milliarden US-Dollar auf rund 2,5 Milliarden US-Dollar gestiegen, was Milliarden von Dollar an Mehrausgaben für die Steuerzahler bedeutete.
Pirro betonte jedoch, dass sie nicht zögern werde, eine strafrechtliche Untersuchung wieder aufzunehmen, sollten die Fakten dies rechtfertigen. Sie schrieb auf X: „Beachten Sie jedoch, dass ich nicht zögern werde, eine strafrechtliche Untersuchung wieder aufzunehmen, sollten die Fakten dies rechtfertigen.“
Rolle des Inspector General
Pirro hat den Inspector General (IG) der Federal Reserve beauftragt, die Baukostenüberschreitungen genau zu prüfen. In einem Post auf X schrieb Pirro: „Der IG hat die Befugnis, die Federal Reserve gegenüber den amerikanischen Steuerzahlern zur Rechenschaft zu ziehen.“ Sie fügte hinzu: „Ich erwarte einen umfassenden Bericht in Kürze und bin zuversichtlich, dass das Ergebnis dazu beitragen wird, die Fragen zu klären, die zu den Vorladungen geführt hatten.“
Der IG hatte das Projekt bereits zweimal überprüft und keine Verfehlungen festgestellt. Auf Wunsch von Powell und angesichts der anhaltenden Prüfung durch Gesetzgeber wird nun eine weitere Überprüfung durchgeführt.
Politischer Kontext und Jerome Powell
Die Untersuchung, deren Eröffnung durch Pirros Büro im November auf Geheiß von Präsident Donald Trump erfolgte und deren Existenz Federal Reserve Chairman Jerome Powell im Januar bekannt gab, hatte für Spannungen gesorgt. Powell bezeichnete die Untersuchung als Vorwand Trumps, um die Fed zu Zinssenkungen zu drängen. Das Verhältnis zwischen Trump und Powell war zunehmend angespannt, da Trump über die Zinssätze frustriert war und Powell, den er 2017 nominiert hatte, als „Narren“ bezeichnete und forderte, die Zinsen sofort zu senken. Powell hatte angedeutet, dass er bis zur Klärung der Untersuchung als Interims-Vorsitzender dienen würde.
Auswirkungen auf Kevin Warshs Nominierung
Die Einstellung der Untersuchung beseitigt ein großes Hindernis für Donald Trumps Nominierten Kevin Warsh, der Powell als Fed-Vorsitzenden ablösen soll. Powells Amtszeit endet am 15. Mai. Senator Thom Tillis (R-N.C.), Mitglied des Senatsbankenausschusses, hatte zuvor geschworen, Warshs Bestätigung zu blockieren, solange die DOJ-Untersuchung lief. Tillis hatte die Untersuchung als „fadenscheinig“ bezeichnet und erklärt, es gebe keine Beweise für ein Verbrechen. Mit der nun geschlossenen Untersuchung sagte Tillis, er werde Warshs Nominierung unterstützen.
Hintergründe der Kostenüberschreitungen
Die Federal Reserve genehmigte das Renovierungsprojekt bereits 2017, bevor Powell Vorsitzender wurde. Die Zentralbank führte die Kostenüberschreitungen auf unvorhergesehene Probleme zurück. Dazu gehörten:
- Mehr Asbest als erwartet
- Ein Senkloch
- Steigende Arbeits- und Materialkosten