Fed-Chef Powell unter Druck: Justizministerium ermittelt wegen Renovierung

Fed-Chef Powell unter Druck: Justizministerium ermittelt wegen Renovierung

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Der Vorsitzende der US-Notenbank Federal Reserve, Jerome Powell, sieht sich mit einer strafrechtlichen Untersuchung des Justizministeriums konfrontiert. Am Freitag erhielt die Fed Vorladungen einer Grand Jury, die sich auf Powells Aussage vor dem Senat im Juni 2025 und ein Renovierungsprojekt der Fed-Gebäude beziehen. Powell deutet die Ermittlungen als politischen Druck, der auf die Zinsentscheidungen der Notenbank zurückzuführen sei.

Ermittlungen gegen Fed-Chef Jerome Powell

Die Federal Reserve erhielt am Freitag, dem 10. Januar 2026, Vorladungen einer Grand Jury vom US-Justizministerium (DOJ). Dies gab Fed-Chef Jerome Powell am Sonntag in einer Videobotschaft bekannt. Die Vorladungen sind Teil einer strafrechtlichen Untersuchung, die sich auf Powells Aussage vor dem Senatsbankenausschuss im Juni 2025 bezieht.

Powell zufolge drohen die Vorladungen mit einer strafrechtlichen Anklage. Seine damalige Aussage betraf unter anderem ein mehrjähriges Projekt zur Renovierung historischer Bürogebäude der Federal Reserve.

Renovierungsprojekt im Fokus

Das Renovierungsprojekt und Powells Senatsaussage im vergangenen Jahr gerieten unter die Lupe der Trump-Regierung. Russell Vought, der damalige Vorsitzende des Office of Management and Budget, warf Powell vor, ein "ostentatives" Bürorenovierungsprojekt zu leiten, das möglicherweise "gegen das Gesetz verstößt".

Voughts Behauptungen umfassten die Installation von neuem Marmor, "speziellen Aufzügen", neuen Wasserspielen und Dachgärten. Powell wies diese Darstellungen in seiner Senatsaussage als "irreführend und ungenau" zurück. Er erklärte, es gebe keinen neuen Marmor, außer dem, der zum Ersatz von kaputtem alten Marmor notwendig sei, und dementierte das Vorhandensein von speziellen Aufzügen, Wasserspielen oder Dachgärten.

Powell sieht politischen Druck

In seiner Erklärung vom Sonntag betonte Powell: "Ich habe tiefen Respekt vor der Rechtsstaatlichkeit und der Rechenschaftspflicht in unserer Demokratie. Niemand – schon gar nicht der Vorsitzende der Federal Reserve – steht über dem Gesetz." Er fügte jedoch hinzu: "Aber diese beispiellose Maßnahme sollte im breiteren Kontext der Drohungen und des anhaltenden Drucks der Regierung gesehen werden."

Powell interpretierte die neue Bedrohung nicht als Reaktion auf seine Aussage im Juni oder die Renovierung der Fed-Gebäude. Er sagte: "Es geht nicht um die Aufsichtsrolle des Kongresses; die Fed hat durch Aussagen und andere öffentliche Offenlegungen alle Anstrengungen unternommen, den Kongress über das Renovierungsprojekt zu informieren. Das sind Vorwände." Er ist der Ansicht, dass die Androhung strafrechtlicher Anklagen eine Konsequenz daraus ist, dass die Federal Reserve die Zinssätze auf der Grundlage ihrer besten Einschätzung dessen festlegt, was der Öffentlichkeit dient, anstatt den Präferenzen des Präsidenten zu folgen.

Hintergrund der Spannungen: Geldpolitik und Präsidentschaft

Jerome Powell wurde ursprünglich von Herrn Trump während dessen erster Amtszeit als Fed-Chef nominiert und vom Senat mit 84 zu 13 Stimmen bestätigt. Der ehemalige Präsident Joe Biden nominierte ihn für eine zweite Amtszeit, die bis Mai 2026 läuft.

Monatelang im vergangenen Jahr äußerte Herr Trump seine Unzufriedenheit mit der Entscheidung der Fed, die Zinssätze stabil zu halten. Der Präsident argumentierte, die Inflation sei bereits niedrig genug, um mit Zinssenkungen zu beginnen. Erst Ende 2025 begann die Fed mit der Senkung der Zinssätze. Der Präsident hatte wiederholt gedroht, Powell zu entlassen, zuletzt noch im vergangenen Monat.

Stellungnahme des Justizministeriums

Ein Sprecher des Justizministeriums erklärte in einer Stellungnahme, dass Generalstaatsanwältin Pam Bondi ihre US-Staatsanwälte angewiesen habe, die Untersuchung jeglichen Missbrauchs von Steuergeldern zu priorisieren. Dabei wurde jedoch kein spezifischer Fall genannt.

Powell bekräftigt Unabhängigkeit

Abschließend erklärte Powell in seiner Sonntagsbotschaft: "Ich habe unter vier Regierungen, Republikanern und Demokraten gleichermaßen, bei der Federal Reserve gedient. In jedem Fall habe ich meine Pflichten ohne politische Angst oder Bevorzugung erfüllt, ausschließlich auf unser Mandat der Preisstabilität und maximalen Beschäftigung konzentriert." Er bekräftigte: "Ich werde die Arbeit, für die mich der Senat bestätigt hat, weiterhin mit Integrität und dem Engagement, dem amerikanischen Volk zu dienen, ausführen."

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