Fed-Chef Powell wehrt sich gegen DOJ-Drohung: Kampf um Geldpolitik

Fed-Chef Powell wehrt sich gegen DOJ-Drohung: Kampf um Geldpolitik

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Die Spannungen zwischen der US-Notenbank Federal Reserve und der Trump-Administration haben einen neuen Höhepunkt erreicht. Fed-Chef Jerome Powell erklärte am Sonntag, das Justizministerium (DOJ) habe der Zentralbank mit einer "Strafanzeige" gedroht, die sich auf seine Aussage vor dem Kongress zu den Renovierungskosten des Fed-Gebäudes beziehe. Powell bezeichnete diese Anschuldigungen als "Vorwände" und betonte, der eigentliche Konflikt drehe sich um die Kontrolle der US-Geldpolitik.

Eskalation der Spannungen: Strafanzeige gegen Fed-Chef Powell

Am Freitag erhielt die Federal Reserve Vorladungen einer Grand Jury vom Justizministerium, die eine strafrechtliche Untersuchung gegen ihren Vorsitzenden Jerome Powell betreffen. Diese Vorladungen drohten mit einer Strafanzeige im Zusammenhang mit Powells Aussage vor dem Senatsbankenausschuss im Juni 2025. Die Aussage betraf unter anderem ein mehrjähriges Projekt zur Renovierung historischer Bürogebäude der Federal Reserve.

Powell betonte in seiner Videobotschaft vom Sonntag, dass diese "beispiellose Aktion" im Kontext der wachsenden Drohungen und des Drucks der Administration in den letzten Monaten zu sehen sei. Er erklärte: "Ich habe tiefen Respekt vor der Rechtsstaatlichkeit und der Rechenschaftspflicht in unserer Demokratie. Niemand – schon gar nicht der Vorsitzende der Federal Reserve – steht über dem Gesetz."

Der Kern des Konflikts: Geldpolitik versus politische Einflussnahme

Laut Powell sind die Drohungen mit strafrechtlichen Anklagen lediglich eine "Konsequenz" der Tatsache, dass die Fed die Zinssätze "auf der Grundlage unserer besten Einschätzung dessen festlegt, was der Öffentlichkeit dient", anstatt den "Präferenzen des Präsidenten" zu folgen. Er argumentiert, dass die Konfrontation letztlich darum geht, ob die Federal Reserve weiterhin Entscheidungen "auf der Grundlage von Beweisen und wirtschaftlichen Bedingungen" treffen kann oder ob die US-Geldpolitik stattdessen durch "politischen Druck oder Einschüchterung" geformt wird.

Powell bekräftigte sein Engagement für seine Rolle: "Ich werde die Aufgabe, für die mich der Senat bestätigt hat, weiterhin mit Integrität und dem Engagement, dem amerikanischen Volk zu dienen, ausführen." Eine Sprecherin des Justizministeriums erklärte, Generalstaatsanwältin Pam Bondi habe ihre US-Staatsanwälte angewiesen, die Untersuchung von "Missbrauch von Steuergeldern" zu priorisieren, ohne jedoch einen spezifischen Fall zu nennen.

Die Renovierungskosten im Fokus

Das 2,5 Milliarden US-Dollar teure Renovierungsprojekt des Fed-Hauptquartiers und Powells Aussage dazu gerieten unter die Lupe der Trump-Administration. Russell Vought, Vorsitzender des Office of Management and Budget, warf Powell vor, ein "ostentatives" Renovierungsprojekt zu leiten, das möglicherweise "gegen das Gesetz verstößt". Powell hatte in seiner Senatsaussage einige Beschreibungen des Projekts als "irreführend und ungenau" bezeichnet.

Er stellte klar, dass es keinen neuen Marmor gebe, außer dem, der zum Ersatz von kaputtem alten Marmor notwendig sei. Auch "spezielle Aufzüge", neue Wasserspiele oder Dachgärten, wie von Vought behauptet, existierten nicht. Powell betonte, die Fed habe durch Aussagen und andere öffentliche Offenlegungen alle Anstrengungen unternommen, den Kongress über das Renovierungsprojekt zu informieren.

Marktreaktion auf die Unsicherheit

Die wachsende Bedrohung für die Unabhängigkeit der Federal Reserve treibt Anleger in sichere Häfen. Die Futures für Gold und Silber verzeichneten nach dieser Entwicklung deutliche Kursgewinne.

  • Gold-Futures für die Februar-Lieferung stiegen um 1,95 % auf 4.588,29 US-Dollar pro Unze.
  • Silber-Futures für die März-Lieferung legten um 5,14 % zu und notierten bei 83,360 US-Dollar pro Unze.

Gleichzeitig zeigten sich die Aktien-Futures im Minus.

  • Dow Jones Futures fielen um 0,44 % auf 49.505 Punkte.
  • Nasdaq Futures sanken um 0,71 % auf 25.755 Punkte.
  • S&P 500 Futures gaben um 0,47 % nach und notierten bei 6.972 Punkten.

Ein Blick auf die Vorgeschichte

Jerome Powell wurde ursprünglich von Herrn Trump während dessen erster Amtszeit als Fed-Vorsitzender nominiert und vom Senat mit 84 zu 13 Stimmen bestätigt. Der frühere Präsident Joe Biden nominierte ihn für eine zweite Amtszeit, die bis Mai 2026 läuft. Über Monate hinweg hatte Herr Trump im vergangenen Jahr seine Unzufriedenheit mit der Entscheidung der Fed, die Zinssätze stabil zu halten, geäußert. Der Präsident argumentierte, die Inflation sei bereits niedrig genug, um mit Zinssenkungen zu beginnen. Erst Ende 2025 begann die Fed mit Zinssenkungen. Der Präsident hatte wiederholt gedroht, Powell zu entlassen, zuletzt noch im Vormonat.

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