Fed hält Leitzinsen stabil: Inflation und Arbeitsmarkt im Fokus

Fed hält Leitzinsen stabil: Inflation und Arbeitsmarkt im Fokus

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Die US-Notenbank Federal Reserve hat ihre Leitzinsen im März 2026 zum zweiten Mal in Folge unverändert gelassen, im Bereich von 3,5% bis 3,75%. Hauptgründe sind die anhaltend hohe Inflation, verstärkt durch den Nahostkonflikt, und ein unsicherer Arbeitsmarkt, während die Fed weiterhin eine Zinssenkung im Laufe des Jahres in Aussicht stellt.

Zinsentscheidung und Inflationsdruck

Das Federal Open Market Committee (FOMC) stimmte am 18. März 2026 mit 11 zu 1 Stimmen dafür, den Leitzins im Zielbereich von 3,5% bis 3,75% zu halten. Gouverneur Stephen Miran sprach sich als einziger für eine Senkung um einen Viertelpunkt aus. Die Entscheidung war angesichts der unsicheren Aussichten, die durch die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten getrieben werden, weitgehend erwartet worden.

Die Inflation bleibt über dem 2%-Ziel der Fed. Die Notenbank hob ihre Prognose für den bevorzugten Inflationsindikator (PCE) für Ende 2026 von 2,4% auf 2,7% an, erwartet jedoch eine Mäßigung auf etwa 2,1% bis 2027. Der Konflikt zwischen den USA und Israel mit dem Iran hat die globalen Energiepreise in die Höhe getrieben, wobei Öl über 100 Dollar pro Barrel und Benzinpreise über 3 Dollar pro Gallone erreichten. Fed-Chef Jerome Powell betonte, dass das FOMC die Auswirkungen von Zöllen und des Krieges auf die Inflationsraten genau beobachtet.

Die jüngsten Inflationsdaten waren gemischt: Der Verbraucherpreisindex (CPI) lag im Februar bei 2,4% im Jahresvergleich, nach 2,7% im Januar. Der PCE-Preisindex im Januar erreichte jedoch den höchsten Stand seit März 2024. Emily Roland und Matt Miskin, Co-Chief Investment Strategists bei Manulife John Hancock Investments, weisen darauf hin, dass die Wohnkosten, die im CPI stärker gewichtet sind, eine stabilisierende Rolle spielen könnten. Sie merken an, dass die 30-jährige Festhypothekenrate kürzlich von etwas über 6% auf fast 6,5% gestiegen ist, was den Immobilienmarkt weiter belasten könnte.

Der Arbeitsmarkt im Fokus

Obwohl das gesamtwirtschaftliche Wachstum robust ist, zeigt sich die Lage am Arbeitsmarkt angespannt. Niedrige Einstellungs- und Kündigungsraten, begrenzte offene Stellen und eine schwindende Erwerbsbeteiligung könnten anhalten, insbesondere wenn die Zinsen hoch bleiben. Im Februar verzeichnete das Bureau of Labor Statistics einen Verlust von 92.000 Arbeitsplätzen. Obwohl die Arbeitslosenquote historisch niedrig ist, sind Arbeitssuchende zunehmend frustriert über Entlassungswellen und einen umkämpften Arbeitsmarkt für Angestellte. Die Fed, die im Januar noch optimistisch war, zeigte sich im März vorsichtiger.

Ein Lichtblick sind die Produktivitätsgewinne. Powell kommentierte: „Höhere Produktivität ist das, was Einkommen im Laufe der Zeit steigen lässt. Es ist also eine großartige Sache.“ Er merkte jedoch an, dass die Lieferkette für KI und Rechenzentren möglicherweise nur langsam mit der Nachfrage Schritt halten kann.

Jerome Powells ungewisse Zukunft

Jerome Powells Amtszeit als Fed-Vorsitzender endet am 15. Mai. Präsident Donald Trump hat den ehemaligen Wall-Street-Manager und früheren Fed-Gouverneur Kevin Warsh als Powells Nachfolger nominiert, dessen Bestätigung jedoch unsicher ist. Kongressabgeordnete beider Parteien zögern, Trumps Kandidaten zu bestätigen, insbesondere nach der Untersuchung des Justizministeriums gegen Powell.

Powell deutete an, dass er möglicherweise überraschend in das Komitee zurückkehren könnte. Sollte Warsh nicht rechtzeitig bestätigt werden, würde Powell als Vorsitzender bleiben – zumindest bis die Untersuchung des Justizministeriums abgeschlossen ist. Danach, so Powell, „habe ich diese Entscheidung noch nicht getroffen, und ich werde diese Entscheidung auf der Grundlage dessen treffen, was ich für das Beste für die Institution und für die Menschen halte, denen wir dienen.“ Es ist selten, dass Vorsitzende nach ihrer Amtszeit in das FOMC zurückkehren, aber Powell ist berechtigt, bis Januar 2028 als Gouverneur zu dienen.

Die Untersuchung des Justizministeriums zu Powells Umgang mit Bauprojekten in Washington, D.C., wurde von Bundesrichter James Boasberg abgewiesen. Boasberg stellte fest, dass die Begründungen der Regierung „so dünn und unbegründet sind, dass das Gericht nur zu dem Schluss kommen kann, dass sie vorgeschoben sind“, um Powell zu niedrigeren Zinsen zu drängen. Powell riet seinem Nachfolger: „Halten Sie sich aus der gewählten Politik heraus. Lassen Sie sich nicht in die gewählte Politik hineinziehen. Tun Sie es nicht.“

Ausblick auf Zinspolitik und Wirtschaft

Die Fed-Beamten erwarten, dass der Konflikt im Nahen Osten die Inflation in diesem Jahr weiter anheizen wird, rechnen aber mit einem allmählichen Nachlassen des Preisdrucks. Die Notenbank prognostiziert für 2026 mindestens eine Zinssenkung um einen Viertelpunkt und eine weitere im Jahr 2027. Kein Entscheidungsträger sprach sich für eine Zinserhöhung in diesem Jahr aus.

Powell machte keine Versprechungen bezüglich einer Zinssenkung im April, betonte jedoch: „Fortschritt sollte später in diesem Jahr kommen. Wenn wir diesen Fortschritt nicht sehen, werden Sie keine Zinssenkung sehen.“ Die Fed verfolgt ein duales Mandat: maximale Beschäftigung und stabile Preise.

Die nächsten Sitzungstermine des FOMC für 2026 sind:

  • 28. bis 29. April
  • 16. bis 17. Juni
  • 28. bis 29. Juli
  • 15. bis 16. September
  • 27. bis 28. Oktober
  • 8. bis 9. Dezember

Jede Sitzung dauert zwei Tage und endet mit der Veröffentlichung einer politischen Entscheidung um 14 Uhr Eastern Standard Time, gefolgt von der Pressekonferenz des Fed-Vorsitzenden um 14:30 Uhr.

Erwähnte Persönlichkeiten