Fed im Fokus: Iran-Konflikt schürt Inflationssorgen und beeinflusst Zinspolitik

Fed im Fokus: Iran-Konflikt schürt Inflationssorgen und beeinflusst Zinspolitik

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Federal Reserve-Vertreter beobachten den Konflikt im Nahen Osten genau, da er potenzielle Auswirkungen auf die Inflation und die Verbraucherpreise haben könnte. Steigende Energiepreise, insbesondere Öl und Benzin, könnten die Inflationsdaten nach oben treiben und die Zinspolitik der Fed erschweren. Die Unsicherheit über die Dauer und das Ausmaß des Konflikts prägt die aktuelle Einschätzung der Notenbanker.

Geopolitische Spannungen und Inflationsrisiken

Der Konflikt im Nahen Osten wird von den Entscheidungsträgern der Federal Reserve genau beobachtet, da er die Inflation und die Verbraucherpreise beeinflussen könnte. Seit Ausbruch der Feindseligkeiten sind die Energiepreise gestiegen. Ölpreise überschritten kurzzeitig 100 US-Dollar pro Barrel, angetrieben von Ängsten vor Versorgungsunterbrechungen.

Die Straße von Hormuz, ein wichtiger Engpass, durch den etwa ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung fließt, ist besonders betroffen. Jüngste Angriffe auf Energieanlagen im Golf, darunter Treibstofftanks im Hafen von Fudschaira in den VAE und die Raffinerie Ras Tanura in Saudi-Arabien, verstärken die Sorgen um die Energieversorgung. Auch die Benzinpreise an den Zapfsäulen sind für die Verbraucher gestiegen.

Die Sicht der Federal Reserve

Mehrere Fed-Vertreter äußerten sich zur Lage. John Williams, Präsident der New York Fed, betonte, dass es noch zu früh sei, die genauen Auswirkungen des Krieges auf die US-Wirtschaft und die Inflation zu beurteilen. Er merkte an, dass vergangene Ölpreisanstiege die Wirtschaft nicht grundlegend verändert hätten, die aktuelle Situation jedoch sowohl die Inflation erhöhen als auch das globale Wachstum verlangsamen könnte. Die Übertragung durch die Finanzmärkte sei bisher "vernünftig gedämpft" gewesen.

Neel Kashkari, Präsident der Minneapolis Fed, zeigte sich weniger zuversichtlich bezüglich seiner ursprünglichen Prognose für eine Zinssenkung in diesem Jahr und forderte "viel mehr Daten". Susan Collins, Präsidentin der Boston Fed, sieht keine Dringlichkeit für zusätzliche politische Anpassungen und plädiert für einen "geduldigen, überlegten Ansatz". Sie weist auf ein weiterhin unsicheres Inflationsbild mit Aufwärtsrisiken hin.

Thomas Barkin, Präsident der Richmond Fed, warnte, dass der Nahostkonflikt Inflation auslösen könnte. Er betonte, dass die Fed langfristige Schocks nicht ignorieren könne, auch wenn die Lehrbuch-Geldpolitik kurzfristige Schocks außer Acht lasse. Die jüngsten Inflationsdaten erforderten weiterhin Vorsicht im Kampf gegen die Inflation.

Auswirkungen auf Energiepreise und Verbraucher

Ein Anstieg der Gaspreise führt laut Barkin naturgemäß zu Inflation. Sollten die Benzinpreise erheblich steigen, könnten auch Flugpreise und Versandkosten zunehmen, was sich wiederum auf Lebensmittelpreise auswirken könnte. Öl wird zudem in Chemikalien, Kunststoffen und vielen industriellen Prozessen verwendet, sodass höhere Preise weitreichende Folgen haben könnten.

Auch die Erdgaspreise sind nach der Abschaltung einer Flüssigerdgas-Anlage in Katar stark gestiegen, was die Strompreise in den USA erhöhen könnte. Trotz dieser Risiken ist die US-Wirtschaft heute weniger ölabhängig als früher, da die meisten Amerikaner im Dienstleistungssektor tätig sind. Rory Johnston von Commodity Context wies zudem darauf hin, dass die Ölbestände vor dem Konflikt recht hoch waren, was die Preise in Schach halten könnte.

Zinspolitik im Fokus

Die Federal Open Market Committee (FOMC) der Fed wird ihre nächste Sitzung zur Festlegung der Zinssätze am 17. und 18. März abhalten. Der Markt erwartet, dass die FOMC die Zinssätze in ihrem aktuellen Zielbereich von 3,5% bis 3,75% unverändert lässt. Das CME FedWatch Tool zeigt eine Wahrscheinlichkeit von 97,4% für keine Zinssenkung im März.

Fed-Vertreter wie John Williams betonen, dass Zinssenkungen "eventuell" gerechtfertigt sein werden, wenn die Inflation ihren Erwartungen entsprechend nachlässt. Die anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit, verstärkt durch die geopolitischen Entwicklungen, spricht jedoch für die Beibehaltung der aktuellen, leicht restriktiven Leitzinsen für einige Zeit, so Susan Collins.

Wirtschaftliche Resilienz und Unsicherheiten

Trotz der potenziellen Risiken für Inflation und Wachstum bleibt die US-Wirtschaft widerstandsfähig. Die Übertragung der Spannungen durch die Finanzmärkte sei bisher "vernünftig gedämpft" gewesen, so John Williams. Dennoch warnte Dan Katz vom Internationalen Währungsfonds, dass eine "signifikante Eskalation im Golf" sehr weitreichende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben könnte.

Die Dauer des Konflikts ist entscheidend: Ein kurzer Krieg würde die Inflation oder die Wirtschaft wahrscheinlich nicht lange schwächen, während ein mehrmonatiger Konflikt die Inflation verschärfen könnte, möglicherweise über 3% hinaus. Die Fed bleibt in einem "Wait-and-See"-Modus, um die Auswirkungen auf die zugrunde liegende Stärke der US-Wirtschaft und die Inflationsrate zu bewerten.

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