Fed-Vorsitz: Warsh und Hassett im Rennen – Arbeitsmarkt mit gemischten Signalen

Fed-Vorsitz: Warsh und Hassett im Rennen – Arbeitsmarkt mit gemischten Signalen

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Die Suche nach dem nächsten Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve spitzt sich zu, wobei Kevin Warsh und Kevin Hassett als Top-Kandidaten gehandelt werden. Gleichzeitig zeigen aktuelle Berichte des BLS und ADP gemischte Signale vom US-Arbeitsmarkt, die auf eine mögliche Trendwende hindeuten könnten.

Der Wettlauf um den Fed-Vorsitz: Warsh vs. Hassett

Präsident Donald Trump sucht einen Nachfolger für Jerome H. Powell, dessen Amtszeit als Fed-Vorsitzender im Mai ausläuft. Trump hat seinen Wunsch nach deutlich niedrigeren Zinsen klar geäußert und dies als "Lackmustest" für den nächsten Vorsitzenden bezeichnet. Er hat signalisiert, dass er bereits eine Vorstellung von seiner Wahl hat und wird in den kommenden Wochen seinen bevorzugten Kandidaten nennen.

Kevin Hassett, Trumps oberster Wirtschaftsberater und Leiter des National Economic Council, gilt als führender Kandidat. Er war bereits während Trumps erster Amtszeit ein wichtiger Wirtschaftsberater und hat eine enge Beziehung zum Präsidenten aufgebaut. Trump äußerte sich jedoch in einem Interview mit dem Wall Street Journal, dass der ehemalige Fed-Gouverneur Kevin Warsh derzeit an der Spitze seiner Liste stehe, während Hassett weiterhin fest im Rennen sei. Trump nannte beide "Kevin und Kevin" als starke Optionen. Er äußerte auch seine Enttäuschung über seine frühere Wahl von Jerome Powell im Jahr 2017. Eine letzte Interviewrunde ist im Gange, an der auch Finanzminister Scott Bessent beteiligt ist, der Gespräche mit Hassett sowie den Fed-Gouverneuren Christopher Waller und Michelle Bowman geführt hat.

Unterschiedliche Ansätze in der Geldpolitik

Die beiden führenden Kandidaten, Kevin Warsh und Kevin Hassett, unterscheiden sich erheblich in ihren Hintergründen und geldpolitischen Ansichten, was ihre potenziellen Auswirkungen auf die Kapitalmärkte beeinflussen könnte.

  • Kevin Warsh:
  • War von 2006 bis 2011 Fed-Gouverneur und mit 35 Jahren der jüngste in der Geschichte.
  • Glaubt, dass die Federal Reserve in Krisenzeiten eine integrale Rolle bei der Unterstützung der Wirtschaft und der Finanzmärkte spielen sollte.
  • Ist jedoch kein Befürworter des Quantitative Easing (QE) in einem normaleren Marktumfeld. Er bezeichnete QE einmal als "Reverse Robin Hood" und argumentierte, dass es Kapital von der Wirtschaft zu den Finanzmärkten fehlalloziiert.
  • Begann seine Karriere an der Wall Street, was ihm ein besseres Verständnis der Kapitalmärkte und der Auswirkungen der Fed auf diese verleiht.
  • Wird als hawkish angesehen und hat häufig das Inflationsrisiko einer dovish Geldpolitik erwähnt.
  • Folgt einer Logik im Stil von Milton Friedman: Inflation ist eine Funktion von übermäßigem Geldmengenwachstum.
  • Könnte die Stimmung am Anleihemarkt verbessern und dadurch langfristige Renditen senken.
  • Kevin Hassett:
  • War ein lebenslanger Ökonom, sowohl als Wirtschaftsprofessor an der Columbia University als auch in verschiedenen hochrangigen Wirtschaftsrollen in der Regierung.
  • Ihm fehlt, wie vielen Federal Reserve-Mitgliedern, die "reale" Erfahrung an der Wall Street.
  • Wird als dovish angesehen und befürwortet aktiv tiefere Zinssenkungen zur Wachstumsstimulierung.
  • Konzentriert sich auf wachstumsorientierte Lockerung und ist nicht übermäßig besorgt über Inflation.
  • Spricht Präsident Trump wahrscheinlich mehr an wegen seiner dovish Ansichten und seiner langjährigen Zusammenarbeit.

Trumps Einfluss und Erwartungen an den Fed-Vorsitz

Präsident Trump hat seine Erwartungen an den nächsten Fed-Vorsitzenden klar formuliert. Er möchte, dass die Zinsen bei etwa 1% oder niedriger liegen, um die Kosten für die Finanzierung der rund 30 Billionen US-Dollar an US-Staatsschulden zu senken. Er erwartet zudem, dass der nächste Fed-Vorsitzende sich mit dem Weißen Haus über Zinsentscheidungen berät, was seiner Meinung nach früher üblicher war.

Diese Äußerungen folgten auf eine frische Zinssenkung der Federal Reserve, bei der die Entscheidungsträger die Kreditkosten um einen Viertelpunkt auf eine Spanne von 3,5% bis 3,75% senkten. Dies war die dritte Senkung des Jahres und führte zu ungewöhnlich vielen internen Meinungsverschiedenheiten, wobei drei Beamte dagegen stimmten. Fed-Beamte begründeten den Schritt mit einem sich abkühlenden Arbeitsmarkt und einer weiterhin höheren Inflation.

Gemischte Signale vom US-Arbeitsmarkt

Nach über zwei Monaten hat das Bureau of Labor Statistics (BLS) seinen Arbeitsmarktstatusbericht aktualisiert und Daten für Oktober und November veröffentlicht. Die Arbeitsplätze fielen im Oktober um 105.000, stiegen aber im November um 64.000. Netto ist der Arbeitsmarkt schwach, aber der Anstieg im November könnte Hoffnung auf eine Trendumkehr geben.

Die Arbeitslosenquote stieg von 4,4% auf 4,6%. Interessanterweise stieg die U-6-Arbeitslosenquote, ein umfassenderes Maß für die Arbeitslosigkeit, stark von 8,0% auf 8,7%.

ADP meldete in seinem neuen wöchentlichen Berichtsformat einen Zuwachs von 16.000 Arbeitsplätzen in der letzten Woche, nach einem Plus von 2.000 in der Vorwoche. Diese nahezu in Echtzeit verfügbaren Daten bestätigen den BLS-Jobzuwachs im November. Es ist jedoch zu beachten, dass sich die Wirtschaft inmitten volatiler Feiertagsbeschäftigungsaktivitäten befindet, sodass die Daten wahrscheinlich in Zukunft revidiert werden. Historische Daten zeigen, dass ADP- und BLS-Berichte eng korrelieren, was die wöchentlichen ADP-Berichte zu einem nützlichen Echtzeit-Indikator für den Arbeitsmarkt machen könnte.

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