Fed Zinserhöhung 2026: BofA nennt 3 Bedingungen für unerwartete Wende

Fed Zinserhöhung 2026: BofA nennt 3 Bedingungen für unerwartete Wende

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Die Federal Reserve könnte die Märkte in diesem Jahr mit einer Zinserhöhung überraschen, obwohl zuvor Zinssenkungen erwartet wurden. Die Bank of America schließt dieses Szenario nicht aus, knüpft es jedoch an drei spezifische Bedingungen, die sich aus dem anhaltenden Konflikt im Iran und der Entwicklung der US-Wirtschaft ergeben.

Unerwartete Wende: Zinserhöhungen wieder im Gespräch

Nach den restriktiven Äußerungen von Fed-Chef Jerome Powell auf der März-Sitzung der Zentralbank haben Investoren ihre Zinserwartungen angepasst. Laut dem CME FedWatch Tool liegt die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung des Leitzinses durch die Fed nun bei 12%, ein Anstieg von 0% in der Vorwoche. Auch Polymarket zeigt eine Wahrscheinlichkeit von 24% für eine Zinserhöhung im Jahr 2026, verglichen mit nur 6% vor dem Krieg im Iran.

Die kurzfristigen Zins-Futures haben alle verbleibenden Zinssenkungen für dieses Jahr effektiv eingepreist. Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen stieg am Donnerstag um 12 Basispunkte auf 3,92%, der stärkste Anstieg an einem einzigen Tag seit April 2025. Auf Monatsbasis sind die Renditen um 54 Basispunkte gestiegen, der größte Anstieg seit Februar 2023. Diese Entwicklung signalisiert eine deutliche Verschiebung der Markterwartungen, wobei Investoren zunehmend das Risiko erneuter Zinserhöhungen berücksichtigen.

Die Rolle des Iran-Konflikts und der Ölpreise

Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten, insbesondere der Krieg im Iran, wird als wesentlicher Faktor für die Neubewertung der Zinsaussichten angesehen. Die Ökonomen der Bank of America weisen darauf hin, dass "anhaltende, aber moderate" Auswirkungen auf die US-Wirtschaft durch diesen Konflikt die Risiken einer Zinserhöhung erhöhen.

Sie betonen, dass der "Sweet Spot" für Zinserhöhungen wahrscheinlich im Bereich von 80 bis 100 US-Dollar pro Barrel für US-Rohöl liegt. Ein Anstieg des WTI-Preises um 10% führt im Laufe der Zeit zu einem Anstieg der Kerninflation um etwa 7 Basispunkte.

BofA nennt drei Bedingungen für eine Zinserhöhung

Die Bank of America hat drei spezifische Bedingungen identifiziert, die erfüllt sein müssen, damit die Federal Reserve eine Zinserhöhung im Jahr 2026 ernsthaft in Betracht zieht:

1. Ein stabiler Arbeitsmarkt

Die erste Bedingung für eine potenzielle Zinserhöhung ist ein robuster Arbeitsmarkt. Die Fed müsste zuversichtlich sein, dass der Arbeitsmarkt stabil bleibt. Die Bank of America geht davon aus, dass die Arbeitslosenquote unter 4,5% bleiben muss. Der jüngste Arbeitsmarktbericht zeigte im Februar einen leichten Anstieg der Arbeitslosenquote auf 4,4%, wobei die US-Wirtschaft im selben Monat überraschend Arbeitsplatzverluste verzeichnete. Ein moderates Lohnwachstum, stabile Arbeitslosenanträge und eine konstante Rate offener Stellen würden diesen Fall stützen.

2. Anhaltender Anstieg der Kerninflation

Die Fed müsste feststellen, dass der Krieg im Iran zu einer höheren Kerninflation führt, die über reine Energiepreise hinausgeht. Dies könnte geschehen, indem höhere Energiepreise die Inputkosten in der gesamten Wirtschaft erhöhen, was ein langsamer, aber hartnäckiger Inflationsfaktor wäre. Eine weitere Möglichkeit sind Lieferkettenstörungen durch den Konflikt, die zu Preisspitzen führen könnten, die nicht direkt mit Öl zusammenhängen. Beispiele hierfür sind Schocks bei der Düngemittel- und Heliumversorgung, die die Lebensmittelpreise sowie die Kosten im Technologie- und Gesundheitssektor erhöhen könnten. Die Analysten merken an, dass die Fed eine Inflation, die auf Zölle zurückzuführen ist, möglicherweise übersehen könnte, da diese als vorübergehender angesehen wird. Ein Ausbruch der Kerninflation über 3,2% wäre ein klares Signal.

3. Jerome Powell bleibt Fed-Vorsitzender

Die letzte Bedingung ist, dass Jerome Powell weiterhin Vorsitzender der Zentralbank bleibt. Powells Amtszeit läuft im Mai aus. Trumps Kandidat, Kevin Warsh, müsste vom Senat bestätigt werden, bevor er das Amt vor der Juni-Sitzung antreten könnte. Es bestehen jedoch Risiken, dass Warshs Bestätigung verzögert wird. Senator Thom Tillis aus North Carolina hat erklärt, Warsh erst zu bestätigen, wenn die rechtlichen Ermittlungen der Trump-Administration gegen Powell abgeschlossen sind. Die Bank of America betrachtet Powell als "moderaten Tauben", der "den Arbeitsmarkt über die Inflation priorisieren wird, wenn die Risiken für beide ungefähr ausgeglichen sind". Im Vergleich dazu wäre die Hürde für eine Zinserhöhung unter Warsh als Vorsitzendem deutlich höher. Powell hat signalisiert, dass er als Interims-Vorsitzender bleiben würde, falls kein Nachfolger bestätigt wird, und auch als Gouverneur, solange die Untersuchung andauert.

Marktreaktionen und Ausblick

Die Geschwindigkeit der Neubewertung der Zinsaussichten ist ebenso bemerkenswert wie ihre Richtung. Anfang März 2026 wurde noch ein Konsens von zwei bis drei Zinssenkungen erwartet. Dieser Konsens wurde in weniger als drei Wochen durch eine einzige Variable, den Rohölpreis, aufgelöst.

Sollten Zinserhöhungen zum Basisszenario werden, geraten zinssensitive Aktien, wie der Invesco QQQ Trust (NASDAQ:QQQ), tendenziell stark unter Druck, ähnlich wie während des Straffungszyklus von 2022. Die Ökonomen der Bank of America glauben jedoch weiterhin, dass Zinssenkungen der Fed im Jahr 2026 wahrscheinlicher sind als Zinserhöhungen, insbesondere wenn der Ölpreisschock durch den anhaltenden Krieg im Iran nachlässt.

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