
Fed-Zinssenkungs-Hoffnungen schwinden: Geopolitik und Inflation dominieren
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Die Hoffnungen der Märkte auf baldige Zinssenkungen durch die US-Notenbank Federal Reserve schwinden zusehends. Steigende Energiepreise und wachsende Inflationsängste haben die Erwartungen an eine Lockerung der Geldpolitik deutlich gedämpft. Dies markiert eine Abkehr von früheren Prognosen, die noch eine frühe Sommer-Entspannung vorsahen.
Erwartungen an die Fed schwinden
Händler haben in den letzten Tagen die Hoffnung auf eine Lockerung der Geldpolitik durch die Zentralbank im Frühsommer aufgegeben. Dieser Sinneswandel fiel mit den US-israelischen Angriffen auf den Iran und einem Anstieg der Ölpreise auf rund 100 Dollar pro Barrel zusammen. Zuvor hatte der Markt laut Berechnungen der CME Group's FedWatch eine Zinssenkung um einen Viertelprozentpunkt im Juni erwartet, wahrscheinlich eine weitere im September und mit einer geringen Wahrscheinlichkeit sogar drei, abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung.
Geopolitische Spannungen und Inflation im Fokus
Ein Großteil der ursprünglichen Annahme basierte auf der Erwartung eines sich abschwächenden Arbeitsmarktes, einer moderateren Inflation und dem Amtsantritt eines neuen, dovish eingestellten Vorsitzenden im Mai, der die Fed zu einer lockereren Haltung bewegen würde. Doch solange die Spannungen im Iran andauern, bleibt die Inflationsbekämpfung das vorrangige Ziel. "Ein höherer Inflationspfad wird es der Fed erschweren, bald mit Zinssenkungen zu beginnen", kommentierten Ökonomen von Goldman Sachs in einer aktuellen Notiz.
Goldman Sachs passt Prognose an
Goldman Sachs hat seine Zinsprognose offiziell angepasst und die nächste Zinssenkung von Juni auf September verschoben. Die Ökonomen des Unternehmens gehen jedoch weiterhin davon aus, dass die Fed vor Ende 2026 noch einmal die Zinsen senken könnte. Sie merkten an, dass "wenn sich der Arbeitsmarkt früher und substanzieller abschwächt als erwartet, wir nicht glauben, dass die Sorge um die Auswirkungen höherer Ölpreise auf Inflation und Inflationserwartungen ein Hindernis für frühere Zinssenkungen wäre."
Hintergrund der ursprünglichen Erwartungen
Die ursprünglichen Erwartungen an frühere Zinssenkungen wurden durch die Annahme eines sich abschwächenden Arbeitsmarktes und einer moderateren Inflation genährt. Zudem wurde die Möglichkeit eines neuen, dovish eingestellten Vorsitzenden im Mai in Betracht gezogen, der die Federal Reserve zu einer lockereren Geldpolitik bewegen könnte. Die aktuelle Entwicklung, insbesondere die geopolitischen Ereignisse und die damit verbundenen Energiepreise, haben diese Annahmen jedoch grundlegend verändert.