
Finanzielle Sorgen der Amerikaner auf Rekordhoch: Bezahlbarkeit dominiert Ängste
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Die finanzielle Situation von über der Hälfte der Amerikaner, genauer gesagt 55 %, hat sich laut einer neuen Gallup-Umfrage verschlechtert. Dieser Prozentsatz ist der höchste, den Gallup seit Beginn der Erhebung im Jahr 2001 verzeichnet hat. Viele Befragte äußern große Sorgen bezüglich der Deckung monatlicher Rechnungen und der Begleichung von Kreditkarten-Mindestzahlungen.
Die Umfrage, die vom 1. bis 15. April 2024 unter 1.001 Erwachsenen durchgeführt wurde, zeigt, dass die Verbraucher weniger optimistisch sind als während der COVID-19-Pandemie im Jahr 2020 oder der Großen Rezession im Jahr 2008. Die Bezahlbarkeit von Gütern und Dienstleistungen ist das dominierende Thema.
Bezahlbarkeit dominiert die Bedenken
Die Gallup-Umfrage unterstreicht, dass die Bezahlbarkeitssorgen nicht neu sind, sondern sich über Jahre hinweg aufgebaut haben. Langjährige Probleme wie die steigenden Kosten für Gesundheitsversorgung und Bildung tragen maßgeblich dazu bei. Insgesamt dominieren Bezahlbarkeitssorgen die diesjährige Liste der finanziellen Ängste.
Die Kombination aus Inflation, Energie-, Wohn- und Gesundheitskosten – zusammen mit Studiengebühren, Transportkosten und Kinderbetreuung – übertrifft alle anderen Arten finanzieller Bedenken bei weitem. Etwa 55 % der Befragten gaben an, dass die jüngsten Preissteigerungen finanzielle Schwierigkeiten verursacht haben.
Steigende Energiepreise und ihre Auswirkungen
Ein besonders akutes Problem sind die steigenden Energiepreise. Rund 13 % der Befragten nannten steigende Öl- und Gaspreise als Hauptsorge, ein Anstieg um 10 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr und der höchste Wert seit 2008. Diese Sorge teilt sich den zweiten Platz mit den Wohnkosten.
Elizabeth Renter, Senior Economist bei NerdWallet, erklärte gegenüber CBS News: "Die Amerikaner spüren diese Preise sehr deutlich – wir haben häufig mit ihnen zu tun, und sie sind weitgehend notwendig." Sie fügte hinzu, dass es schwierig sei, den aktuellen Preissteigerungen zu entkommen, und die Unsicherheit über die Dauer dieser Inflationsphase die Aussichten der Verbraucher trübe. Die durchschnittlichen Benzinpreise erreichten am Dienstag 4,18 US-Dollar pro Gallone, den höchsten Stand seit Beginn des Iran-Krieges.
Langfristige Ängste: Rente und Bildung
Neben den kurzfristigen Belastungen äußerten die Amerikaner auch verstärkt finanzielle Ängste bezüglich langfristiger Themen. Dazu gehören die Altersvorsorge und die Finanzierung der Hochschulausbildung ihrer Kinder. Etwa 62 % der Befragten befürchten, nicht genug Geld für den Ruhestand zu haben, ein Anstieg um 3 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.
Die Finanzierung des Ruhestands ist zwar seit Langem eine Sorge, doch die steigenden Lebenshaltungskosten führen zu neuen Bedenken, die eigenen Ersparnisse im Alter zu überleben. Eine aktuelle Studie des Allianz Center for the Future of Retirement, Teil von Allianz Life, ergab, dass 67 % der Amerikaner mehr Angst davor haben, dass ihnen das Geld ausgeht, als vor dem Tod. Dies ist ein Anstieg um 10 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.
Kurzfristige Belastungen: Kreditkarten und Budget
Auch kurzfristige Probleme belasten die Verbraucher. Die Gallup-Umfrage zeigt, dass 28 % der Befragten sich Sorgen machen, die Mindestzahlungen ihrer Kreditkarten nicht leisten zu können. Dies ist ein Anstieg um 2 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr und um 11 Prozentpunkte gegenüber 2021.
Elizabeth Renter kommentierte dazu: "Ein knappes Budget kann ziemlich schnell unüberschaubar werden, wenn Dinge wie Benzin und Lebensmittel teurer werden." Die aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen und die anhaltende Inflation stellen somit eine erhebliche Herausforderung für die finanzielle Stabilität vieler amerikanischer Haushalte dar.