Finanzunternehmen zieht es von der Wall Street nach St. Petersburg, Florida

Finanzunternehmen zieht es von der Wall Street nach St. Petersburg, Florida

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Immer mehr Finanzunternehmen verlagern ihren Hauptsitz von der Wall Street und New York nach St. Petersburg, Florida. Dieser Trend wird von Faktoren wie einer besseren Lebensqualität, attraktiven Geschäftsumfeldern und einem wachsenden Talentpool angetrieben, die die Region zu einem aufstrebenden Zentrum für Finanzdienstleistungen machen. Unternehmen wie Webull, ARK Investment Management und Dynasty Financial Partners sind Pioniere dieser Entwicklung.

Webulls Weg von der Wall Street nach St. Petersburg

Als Carlos Questell, Chief of Staff und Head of Strategic Partnerships bei Webull, 2021 zu dem FinTech-Startup stieß, hatte das Unternehmen noch zwei Etagen an der Wall Street. Heute befindet sich der Hauptsitz in St. Petersburg, Florida. Obwohl die Märkte in der DNA eines FinTech-Unternehmens verankert sind und eine Präsenz an der Wall Street weiterhin wichtig ist, stieß Webull in New York an räumliche Grenzen und wollte ein eigenes Gebäude erwerben, was für ein Startup in der Metropole selten sei.

Nach der Besichtigung mehrerer Städte im ganzen Land, darunter Atlanta, Austin, Charlotte, Raleigh, Miami, Tampa, St. Petersburg, Denver und Salt Lake City, entschied sich Webull für St. Petersburg. Carlos Questell räumt ein, dass es schwierig war, seine Annahme zu hinterfragen, dass Finanzinnovationen nur in New York oder anderen Metropolen stattfinden können. Doch der Umzug ermöglichte ihm persönliches Wachstum und eine bessere Lebensqualität für seine Familie.

Kriterien für den neuen Hauptsitz: Warum St. Petersburg statt Miami?

Webull hatte klare Kriterien für die Wahl des neuen Hauptsitzes festgelegt: ein geschäftsfreundliches Umfeld, ein starker lokaler Talentpool und eine hohe Lebensqualität für die Mitarbeiter. Da eine Präsenzkultur im Büro für das Unternehmen sehr wichtig ist, sollte der Standort attraktiv sein.

Obwohl Miami ebenfalls in Betracht gezogen wurde und viele Unternehmen dorthin umziehen, entschied sich Webull dagegen. Carlos Questell nennt die Übersättigung des Geschäftsverkehrs in Miami als einen Grund. Das Unternehmen wollte sich abheben und nicht in einer Welle neuer Unternehmen untergehen, insbesondere da es sich auf einen Börsengang vorbereitete und beschleunigtes Wachstum erwartete.

St. Petersburg: Ein aufstrebendes FinTech-Zentrum

St. Petersburg wird von Carlos Questell als eine Stadt beschrieben, die am Rande eines echten Wachstums steht, vergleichbar mit Austin vor etwa zehn Jahren. Die Stadt bietet einen großen Talentpool mit Tausenden von Absolventen pro Jahr von Hochschulen wie der University of South Florida, der University of Tampa und dem St. Petersburg College. Auch eine große Forschungsgemeinschaft sei vorhanden.

Viel Energie fließe in das Wachstum der Unternehmen und die Entwicklung St. Petersburgs zu einem FinTech-Hub. Webull sah die Chance, einer der Anker zu sein, die dieses Wachstum mitgestalten. Ein Vorteil des Umzugs in einen weniger gesättigten Markt sei, dass das Unternehmen sowohl für Talente als auch für Kunden hervorsticht.

Der Umzugsprozess und persönliche Vorteile

Carlos Questells wichtigster Rat für Unternehmen, die einen Umzug in Erwägung ziehen, ist die Kontaktaufnahme mit einer Organisation, die für die Ansiedlung von Unternehmen zuständig ist. Webull arbeitete eng mit der St. Petersburg Area Economic Development Corporation zusammen, um Einblicke in den Umzugsprozess zu erhalten.

Einige Mitarbeiter zogen um und arbeiteten von August 2022 bis Januar 2023 in einem Coworking Space, während sie nach einer geeigneten Immobilie suchten. Ende 2022 erwarb Webull ein fünfstöckiges Gebäude mit über 150.000 Quadratfuß im Finanzviertel von St. Petersburg für 29.500.000 US-Dollar. Mittlerweile sind über 150 Mitarbeiter in St. Petersburg ansässig, wobei Webull weiterhin zwei Etagen an der Wall Street mietet und ein Team in New York unterhält.

Für Carlos Questell persönlich war der Umzug ein Segen. Nach über 20 Jahren in New York kann er seine sechsjährige Tochter nun in einer Umgebung aufziehen, in der sie fast 360 Tage im Jahr draußen sein kann. Seine Frau genießt die Nähe zum Strand und die einfache Erreichbarkeit des Tampa International Airport, der nur 20 Minuten vom Büro entfernt ist. Der Umzug hat Webull auch operativ Vorteile gebracht, da die Kosten in Florida besser sind und Investitionen in Produktinnovationen ermöglicht werden.

Weitere Finanzunternehmen folgen dem Trend

Der Umzug von Webull ist Teil eines breiteren Trends. Auch andere namhafte Finanzunternehmen haben St. Petersburg als neuen Hauptsitz gewählt:

  • ARK Investment Management: Das von Cathie Wood gegründete Unternehmen, das Technologie-Fonds verwaltet und zu den Top 10 der US-ETF-Manager zählt, verlegt seinen Hauptsitz von New York nach St. Petersburg. Es plant, Anfang nächsten Jahres den Grundstein für ein neues Hauptquartier in einem Technologie-Inkubator im Süden von St. Petersburg zu legen. ARK verfolgt ein hybrides Remote-Arbeitsmodell.
  • Dynasty Financial Partners: Dieser Dienstleister für Vermögensverwalter mit über 30 Milliarden US-Dollar auf seiner Plattform verlegte seinen Hauptsitz bereits im zweiten Quartal 2019 von New York nach St. Petersburg. Das Unternehmen, das 47 angeschlossene registrierte Anlageberatungsfirmen betreut, unterhält weiterhin Büros in New York, Chicago und San Francisco.

St. Petersburg als attraktiver Standort für Finanzdienstleister

Dynasty Financial Partners suchte ein Jahr lang nach einem idealen Standort, der wirtschaftliche Vorteile, eine hohe Lebensqualität für das Team, eine robuste Infrastruktur und einen starken Talentpool bot. St. Petersburg erwies sich als herausragend in allen Belangen. Das Unternehmen beabsichtigt, neue Mitarbeiter in St. Petersburg in Bereichen wie Geschäftsentwicklung, Kundenbeziehungsmanagement, Technologie, Betrieb, Kundenservice, Investitionen, Personalwesen, Recht und Compliance einzustellen.

St. Petersburgs Bürgermeister Rick Kriseman äußerte sich erfreut über die Ansiedlung von Dynasty Financial Partners und betonte, dass die Firma zu einem der besten Finanzdienstleistungssektoren des Landes gehören werde. Chad Loar, damaliger Vorsitzender der St. Petersburg EDC, bezeichnete Dynastys Umzug als "unglaublichen Gewinn" für die Gemeinschaft, der den Ruf der Region als Finanzdienstleistungszentrum weiter stärken werde. Shirl Penney, Präsident und CEO von Dynasty Financial Partners, sieht in Florida eine wachsende Gruppe talentierter Finanzdienstleistungsexperten.

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