Florida erweitert Einwanderungshaft: Bundesmittel und rechtliche Hürden

Florida erweitert Einwanderungshaft: Bundesmittel und rechtliche Hürden

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Florida wartet auf die bundesstaatliche Genehmigung zur Eröffnung eines dritten Einwanderungshaftzentrums im Panhandle, während bereits zwei Einrichtungen, "Alligator Alcatraz" und "Deportation Depot", in Betrieb sind. Diese Expansion ist Teil eines umfassenderen staatlichen und bundesstaatlichen Vorhabens zur Erhöhung der Abschiebekapazitäten, stößt jedoch auf rechtliche Herausforderungen.

Floridas Pläne für ein drittes Haftzentrum

Gouverneur Ron DeSantis kündigte an, dass Florida auf die Zustimmung des U.S. Department of Homeland Security (DHS) für ein drittes Einwanderungshaftzentrum im Panhandle wartet. "Wenn sie zustimmen, werden wir öffnen", erklärte DeSantis und betonte den Bedarf an zusätzlichen Haftplätzen. Die genaue Lage des Zentrums wird erst nach der bundesstaatlichen Genehmigung bekannt gegeben, wie DeSantis' Pressesprecherin Molly Best mitteilte.

Zusätzlich prüft der Bundesstaat eine potenzielle vierte Einrichtung in Südflorida. DeSantis zufolge soll das neue Zentrum im Panhandle die Bearbeitung von undokumentierten Einwanderern in Nordwestflorida lokalisieren und so Transfers zu bestehenden Einrichtungen in Südflorida erleichtern.

Bestehende Einrichtungen: "Alligator Alcatraz" und "Deportation Depot"

Florida betreibt bereits zwei staatlich geführte Einwanderungshaftzentren. Das erste, bekannt als "Alligator Alcatraz", wurde an einem abgelegenen Flugplatz in den Florida Everglades errichtet. Generalstaatsanwalt James Uthmeier beschrieb die Einrichtung als einen Ort, an dem es "wirklich nirgendwo hingeht" und Fluchtversuche durch die umgebenden Alligatoren und Pythons erschwert würden.

Das zweite Zentrum, das "Deportation Depot", befindet sich in der ehemaligen Baker Correctional Institution in Sanderson, Nordostflorida. Diese Einrichtung, die seit 2021 leer stand, bietet Platz für 1.300 Häftlinge und kann auf 2.000 Betten erweitert werden. Die Kosten für den Umbau wurden auf rund 6 Millionen US-Dollar geschätzt, und der Betrieb soll durch die Florida National Guard und staatliche Auftragnehmer erfolgen.

Bundesstaatliche Unterstützung und Finanzierung

Homeland Security Secretary Kristi Noem bestätigte, dass die Bundesregierung Floridas Bemühungen zur Einrichtung von Einwanderungshaftzentren "weitgehend" finanzieren wird. Die Mittel stammen aus dem Shelter and Services Program der Federal Emergency Management Agency (FEMA), einem vom Kongress geschaffenen Programm zur Unterstützung von Gruppen und Städten, die Migranten und Asylsuchende aufnehmen.

Noem erklärte, dass die Trump-Administration "mit Hochgeschwindigkeit an kosteneffizienten und innovativen Wegen" arbeite, um Massenabschiebungen umzusetzen. Generalstaatsanwalt Uthmeier gab bekannt, dass die Bundesregierung den Plan für "Alligator Alcatraz" und andere Einrichtungen, die insgesamt bis zu 5.000 Häftlinge aufnehmen könnten, genehmigt habe.

Rechtliche Herausforderungen und Kritik

Die Bedingungen in der Einrichtung "Alligator Alcatraz" haben zu drei Bundesklagen geführt. Anwälte von Häftlingen beschreiben die Zustände als "bedauerlich", mit überfluteten Zelten und Beamten, die Häftlinge unter Druck setzen, freiwillige Ausreiseanträge zu unterzeichnen, bevor sie ihre Anwälte konsultieren können.

Eine Klage fordert die Schließung der Einrichtung mit der Begründung, dass Einwanderung ein Bundesanliegen sei und Florida-Behörden sowie private Auftragnehmer keine Befugnis zum Betrieb hätten. Eine weitere Klage zielt darauf ab, den Zugang der Häftlinge zu vertraulicher Kommunikation mit ihren Anwälten sicherzustellen. Ein Bundesrichter ordnete im Sommer die Einstellung des Betriebs wegen einer fehlenden Umweltverträglichkeitsprüfung an, doch ein Berufungsgericht setzte diese Entscheidung vorläufig aus.

Hintergrund der Initiativen und Verhaftungszahlen

Gouverneur DeSantis betonte, dass Florida im vergangenen Jahr durch eine staatliche Initiative mit Bundesbehörden 10.000 Personen verhaftet habe, die sich illegal in den USA aufhielten. Weitere 10.000 Verhaftungen wurden von lokalen Strafverfolgungsbehörden vorgenommen, was eine Gesamtzahl von 20.000 Verhaftungen ergibt. Von den durch die staatliche Initiative Verhafteten hatten 63% eine kriminelle Verhaftung oder Verurteilung.

Florida hat sich laut DeSantis als führender Staat beim Bau von Einrichtungen zur Unterstützung der Einwanderungsbekämpfung der Trump-Administration positioniert. Die Trump-Administration lobte Floridas Partnerschaft als Modell für andere staatlich geführte Haftanstalten. DeSantis hob auch die "grundlegende Änderung" der Politik hervor, die es der Florida Highway Patrol ermöglicht, Einwanderungsgesetze bei Verkehrskontrollen durchzusetzen. Schätzungen zufolge gibt es in Florida 50.000 bis 100.000 illegale Einwanderer mit endgültigen Abschiebeanordnungen.

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