Flugpreise steigen: Kerosinmangel und Iran-Konflikt belasten Luftfahrt

Flugpreise steigen: Kerosinmangel und Iran-Konflikt belasten Luftfahrt

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Reisende müssen sich in den kommenden Wochen auf höhere Flugpreise und ein geringeres Flugangebot einstellen. Der anhaltende Konflikt mit dem Iran um die Straße von Hormus erschüttert die globalen Märkte und treibt die Treibstoffpreise in die Höhe, was die Luftfahrtindustrie stark belastet. Chevron-CEO Mike Wirth äußerte sich besorgt über die Entwicklung im Luftverkehr.

Steigende Kerosinpreise belasten Luftfahrt

Mike Wirth, CEO von Chevron, prognostizierte in einem Interview mit "Face the Nation with Margaret Brennan" am Donnerstag, dass sich die Situation im Luftverkehr in den nächsten Wochen wahrscheinlich verschärfen wird. Er stellte fest, dass bereits ein Aufwärtsdruck auf die Benzinpreise zu beobachten sei. Der Krieg mit dem Iran, der am 28. Februar begann, verschärft die Lage zusätzlich.

Wirth betonte, dass sich Flugzeugtreibstoff in Europa und Asien sehr schnell verknappe. Dies führe bereits dazu, dass Fluggesellschaften Anpassungen ihrer Flugpläne ankündigen und sich dies in den Flugpreisen niederschlage. Schon vor Kriegsbeginn gab es in bestimmten Teilen der Welt eine Kerosinknappheit.

Auswirkungen auf Fluggesellschaften und Reisende

Als Reaktion auf die Krise haben Fluggesellschaften bereits ihre Gebühren für aufgegebenes Gepäck erhöht und Routen gestrichen. Mike Wirth erwartet, dass der Aufwärtsdruck auf die Preise und die Marktverknappung zu einer weiteren Routenoptimierung führen wird. Dies bedeutet, dass Flüge möglicherweise nicht mehr so zahlreich sein werden und Flugzeuge wahrscheinlich voller sein werden.

Die Flugpreise könnten demnach weiter steigen, so Wirth. Laut der International Air Transport Association sind die Kerosinpreise in Nordamerika im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 80 Prozent gestiegen. US-amerikanische Fluggesellschaften sind dabei etwas besser positioniert als europäische, da die USA ihren eigenen Flugzeugtreibstoff produzieren.

Henry Harteveldt, Luftfahrtanalyst und Gründer der Atmosphere Research Group, kommentierte die Situation mit den Worten: "Das schadet jedem." Er fügte hinzu, dass sowohl Geschäfts- als auch Urlaubsreisen betroffen sein werden und der globale Handel gestört werde.

Drohende Engpässe und Preisanstiege

Die Straße von Hormus, eine entscheidende Verkehrsader für den globalen Ölmarkt, war fast zwei Monate lang geschlossen oder stark gestört. Dies hat dazu geführt, dass sich die Kerosinpreise in etwa verdoppelt haben und die Luftfahrtindustrie in einen "Triage-Modus" versetzt wurde. Die Internationale Energieagentur warnte laut Associated Press, dass Europas Kerosinversorgung innerhalb von sechs Wochen versiegen könnte.

Um Treibstoff zu sparen und die explodierenden Kosten auszugleichen, streichen Fluggesellschaften Routen, setzen saisonale Dienste aus und erhöhen zusätzliche Gebühren sowie Flugpreise. Dies setzt Reisende unter Druck, unabhängig davon, ob sie bereits Buchungen haben oder nicht. Wer noch keine Flüge gebucht hat, könnte sich mit zu hohen Preisen oder einer sehr begrenzten Auswahl an Flugdaten und -zeiten konfrontiert sehen.

Reiseplanung in unsicheren Zeiten

Die übliche "Goldlöckchen-Regel" für günstige Flugpreise – drei bis sieben Monate im Voraus für Inlandsreisen und vier bis zehn Monate für internationale Reisen – ist laut Reiseexperten hinfällig. Katy Nastro, Reiseexpertin bei Going, stellte fest, dass die günstigsten Plätze bereits teurer geworden sind und sie keine dramatischen Preisrückgänge, insbesondere für Europa-Flüge, erwartet.

Sara Rathner, Kreditkartenexpertin bei NerdWallet, rät Reisenden, so schnell wie möglich von Preisen und Verfügbarkeiten zu profitieren. "Sichern Sie diese Pläne und prüfen Sie später, ob andere Optionen bestehen", empfiehlt sie. Nastro betont, dass das Timing entscheidend ist, besonders für internationale Reisen, um Tickets zu buchen, bevor weitere Kürzungen die Preise aufgrund geringerer Konkurrenz und Verfügbarkeit noch weiter in die Höhe treiben.

Breitere Treibstoffpreisentwicklung

Die steigenden Treibstoffpreise betreffen nicht nur den Flugverkehr. Laut dem Preis-Tracker von CBS News lag der durchschnittliche Benzinpreis landesweit am Donnerstag bei 4,03 US-Dollar pro Gallone, fast einen Dollar mehr als vor einem Jahr. Diesel, der Lastwagen, Boote und Züge antreibt, ist noch schneller gestiegen und kostete am Donnerstag 5,47 US-Dollar pro Gallone.

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