Ford-CEO Farley fordert fairen Handel und Schutz vor China für US-Autoindustrie

Ford-CEO Farley fordert fairen Handel und Schutz vor China für US-Autoindustrie

Aktualisiert:
3 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

Jim Farley, CEO von Ford, pflegt einen direkten Draht zum Weißen Haus und nutzt diesen, um die Anliegen der US-Autoindustrie zu artikulieren. Er fordert von der Administration gezielte Maßnahmen zur Stärkung der heimischen Fertigung und zur Bewältigung globaler Handelsherausforderungen, die von chinesischer Konkurrenz bis hin zu Zöllen reichen.

Enge Zusammenarbeit mit dem Weißen Haus

Die Beziehung zwischen Ford und der US-Regierung unter Präsident Donald Trump ist eng. Farley betonte in einem Interview mit Bloomberg Television, dass das Weiße Haus stets erreichbar sei, auch wenn eine lange Liste von Themen abgearbeitet werden müsse. Präsident Trump besuchte am 13. Januar Fords Werk in Dearborn, Michigan, um die Produktion des F-150-Trucks zu besichtigen und seine Unterstützung für die US-Fertigung zu demonstrieren.

Ford zufolge werden über 80 Prozent der in den USA verkauften Fahrzeuge des Unternehmens im Inland gefertigt. Farley lobte die Entscheidung der Trump-Administration, die Kraftstoffeffizienzstandards (CAFE-Standards) zurückzunehmen, und bezeichnete dies als "Sieg für Erschwinglichkeit und gesunden Menschenverstand". Er argumentierte, dass frühere Standards nicht mit der Kundennachfrage übereinstimmten und Hersteller zum Verkauf von Elektrofahrzeugen (EVs) zwangen, die von den Käufern nicht immer gewünscht wurden.

Herausforderungen durch chinesische Konkurrenz

Farley identifiziert China als eine "existenzielle Bedrohung" für die US-Autoindustrie. Dies liege nicht nur an Chinas technologischer Überlegenheit, sondern auch an der dortigen Arbeitsinfrastruktur, die die Fertigung unterstütze. Er erklärte im September, dass die amerikanische Fertigung in der "essenziellen Wirtschaft" – Industrien, die physische Güter herstellen – hinter chinesischen Rivalen zurückbleibe.

Laut Farley konnte China im europäischen EV-Markt einen Marktanteil von bis zu 10 Prozent erobern, was er auf niedrigere Preise und massive staatliche Subventionen zurückführt. Er betonte, dass diese Entwicklung eine Bedrohung für lokale Arbeitsplätze darstelle und forderte eine Entscheidung darüber, was ein "faires Spielfeld" im globalen Handel sei.

Zölle und ihre Auswirkungen

Die Administration hat laut Farley Anstrengungen unternommen, einige Bedenken der Autoindustrie zu adressieren, darunter die Lockerung bestimmter Autozölle. Dennoch bleibt Ford von Zöllen betroffen, insbesondere jenen auf Aluminium, einem gängigen Material in der Automobilherstellung. Farley prognostizierte im Februar 2025, dass diese Zölle Ford Milliarden von Dollar kosten würden, während sie gleichzeitig ein "Bonanza" für asiatische Automobilhersteller darstellten.

Die Zukunft des CUSMA-Handelsabkommens

Ein zentrales Anliegen Farleys ist die Fortführung des Canada-United-States-Mexico-Agreement (CUSMA), das das North American Free Trade Agreement (NAFTA) ersetzte. Das Abkommen steht dieses Jahr zur Überprüfung an und wird entweder auslaufen oder für 16 Jahre verlängert. Farley betonte die Bedeutung des CUSMA: "Wir haben unser gesamtes Fahrzeuggeschäft als Industrie zwischen Kanada, Mexiko und den USA aufgebaut. Wir müssen dies überarbeiten."

Obwohl Präsident Trump im vergangenen Jahr einen 25-prozentigen Zoll auf Autos aus Mexiko und Kanada verhängte, ermöglichte CUSMA Umgehungsmöglichkeiten, um die Belastung dieser Zölle zu mindern. Farley möchte das Abkommen schützen, da die nordamerikanische Autoindustrie stark vernetzt ist und auf offene grenzüberschreitende Lieferketten angewiesen ist, die Effizienz und Kosteneinsparungen ermöglichen. Trump äußerte sich jedoch kritisch zum CUSMA und sagte nach seinem Besuch im Ford-Werk: "Wir könnten es haben oder nicht. Es wäre mir egal. Es kümmert mich nicht wirklich."

Strategische Neuausrichtung bei Ford

Ford investiert 19,5 Milliarden US-Dollar in eine Neuausrichtung seiner Produktion, weg von einigen größeren Elektrofahrzeugen hin zu kostengünstigeren und mehr Hybridmodellen. Dieser Schritt ist eine Reaktion auf die geringere Nachfrage nach EVs und die Bedenken der Verbraucher hinsichtlich der Erschwinglichkeit. Die Neuausrichtung folgt auch der Aufhebung eines EV-Steuerkredits durch Trump, der Ende September in Kraft trat. Farley betonte, dass Kunden nun die Wahl hätten, was sie kaufen möchten, anstatt durch Mandate dazu gezwungen zu werden.

Erwähnte Persönlichkeiten