
Ford: F1-Software als Waffe gegen Chinas Tech-Vorsprung
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Ford-CEO Jim Farley ist überzeugt, dass die Entwicklung des Formel-1-Motors für Red Bull Racing entscheidende Erkenntnisse liefert, um im globalen Wettbewerb um softwaredefinierte Fahrzeuge gegen China zu bestehen. Die Fortschritte in der Softwareentwicklung, die aus dieser Partnerschaft resultieren, sollen Ford einen wichtigen Vorteil verschaffen. Gleichzeitig steht das Red Bull Powertrains Team vor einer enormen Aufgabe, einen konkurrenzfähigen Motor für die Saison 2026 zu entwickeln.
Formel-1-Technologie als Schlüssel gegen China
Ford kündigte 2023 an, Oracle Red Bull Racing ab 2026 mit Motoren zu beliefern. Die Entwicklung dieses Red Bull Ford Powertrains Motors hat laut Jim Farley, CEO von Ford, eine zentrale Lehre vermittelt: Software ist der Schlüssel. In einem Interview mit Bloomberg betonte Farley, dass die Kontrollsoftware für das Hybridsystem und die prädiktiven Fehlerkomponenten die Essenz des neuen softwaredefinierten Fahrzeugs darstellen, um global gegen China zu bestehen. Diese Fähigkeiten aus der Formel 1 sollen direkt in Ford-Fahrzeuge wie den Transit-Transporter integriert werden.
Die Arbeit am F1-Motor mit Red Bull hilft Ford, große Sprachmodelle (LLMs) zu verstehen und Komponentenausfälle vorherzusagen. Dies kommt sowohl Red Bull-Fahrer Max Verstappen als auch den Kunden von Ford zugute. Ford ist kein Neuling in der Formel 1; das Unternehmen lieferte bereits von 1967 bis 2004 Motoren für das Rennen.
Software als entscheidender Wettbewerbsfaktor
Farley hat wiederholt die technologischen Fähigkeiten chinesischer Automobile gelobt. Im Oktober 2024 berichtete er, ein Elektrofahrzeug des chinesischen Tech-Giganten Xiaomi ein halbes Jahr lang gefahren zu haben und es nicht mehr hergeben zu wollen. Bereits im Juli hob er beim Aspen Ideas Festival die "weit überlegene In-Vehicle-Technologie" Chinas hervor, insbesondere Xiaomis Fähigkeiten zur Kopplung von Telefon und Auto.
Chinesische Automobilunternehmen, insbesondere Elektrofahrzeughersteller, setzen stark auf intelligente Technologien. Ein Manager von CATL, einem chinesischen EV-Batteriehersteller, erklärte letztes Jahr beim Weltwirtschaftsforum, dass Chinas Autohersteller den traditionellen Begriff "EVs" (Electric Vehicles) zugunsten von "EIVs" (Electric Intelligent Vehicles) aufgeben. Große Automobilhersteller wie BYD, Geely und Great Wall Motor haben zudem angekündigt, das im letzten Jahr von der chinesischen KI-Firma DeepSeek eingeführte R1-Modell in ihre Fahrzeuge zu integrieren.
Die immense Herausforderung für Red Bull Powertrains
Für Red Bull Powertrains bedeutet die Entwicklung eines eigenen F1-Motors eine enorme Herausforderung. Laurent Mekies, der neue Teamchef von Red Bull, sprach von "schlaflosen Nächten", da das Team gegen Rivalen mit einem "90-jährigen" Vorsprung in der Produktion von Rennmotoren antritt. Der DM01-Motor, benannt nach dem verstorbenen Gründer Dietrich Mateschitz, wird in der Saison 2026 zum Einsatz kommen.
Red Bull Powertrains hat sich mit Ford für dieses Projekt zusammengetan, wobei der amerikanische Konzern technische Unterstützung leistet. RBPT ist das einzige nicht von einem Hersteller unterstützte Team, das einen Motor für das 2026er Reglement produziert. Mekies räumte ein, dass es "naiv" wäre, sofort auf dem Niveau der Konkurrenz zu sein, und erwartet "einiges an Kampf, Kopfschmerzen und schlaflosen Nächten". Dennoch zeigte er sich zuversichtlich, dass das Team und seine Partner diese Schwierigkeiten überwinden werden. Jim Farley betonte, dass Fords "klarer Test" darin bestehe, genau zu wissen, wie und wo das Red Bull Team zu unterstützen ist, um einen erfolgreichen Start in die Saison zu gewährleisten.
Fords langfristiges Engagement in der Formel 1
Fords Rückkehr in die Königsklasse des Motorsports an der Seite von Red Bull im Jahr 2022 wurde zunächst stark mit der Aussicht auf Max Verstappen als Fahrer verbunden. Doch der amerikanische Automobilriese hat klargestellt, dass sein Engagement im Sport über einen einzelnen Superstar hinausgeht. Mark Rushbrook, Global Director von Ford Racing, betonte, dass das Projekt größer sei als jede einzelne Person, obwohl Verstappen als "Generationstalent" und Champion geschätzt wird.
Rushbrook stellte klar: "Max ist ein wichtiger Teil, aber es ist nicht so, dass wir sagen würden: 'Oh, wenn er das Team verlässt, sind wir auch weg'." Ford hat Vertrauen in das Team und die Fähigkeit, zukünftig andere Fahrer zu gewinnen.
Mehr als nur ein Superstar: Fords Strategie
Für Ford geht es nicht nur um Marketing, sondern um den Erfolg auf dem Podium. Unabhängig vom Fahrer konzentriert sich der Konzern auf das mechanische Herz des Autos und die technische Meisterschaft, die erforderlich ist, um unter den 2026er-Regularien zu gewinnen. Rushbrook bekräftigte: "Wir wollen an der Spitze des Feldes sein, egal was passiert."
Die Aufgabe, eine komplett neue Antriebseinheit zu entwickeln, um mit etablierten Größen wie Ferrari und Mercedes zu konkurrieren, ist gewaltig. Dennoch bleibt Rushbrook unerschrocken und bekräftigt Fords Absicht, an die Spitze zu gelangen. Die Zusammenarbeit mit Max Verstappen bleibt jedoch eng und fruchtbar; der Fahrer besucht regelmäßig das Powertrains-Zentrum und motiviert die Mitarbeiter vor der Deadline 2026. Die 2026er Formel-1-Autos von Oracle Red Bull und Visa CashApp wurden kürzlich in Detroit enthüllt, wobei Ford seine Rolle als Antriebslieferant und sein Engagement für die Rennserie unterstrich.