
Ford ruft über 254.000 SUVs wegen Softwarefehlern zurück
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Ford Motor Company hat einen umfangreichen Rückruf für über 254.000 SUVs in den USA angekündigt. Ein kritischer Softwarefehler kann die Funktionalität von Rückfahrkameras und wesentlichen Fahrerassistenzsystemen beeinträchtigen, was die Sicherheit der Fahrzeuge erheblich mindert und das Unfallrisiko potenziell erhöht.
Softwarefehler im Fokus: Das Image Processing Module A (IPMA)
Der Rückruf betrifft insgesamt 254.640 Fahrzeuge in den Vereinigten Staaten. Die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) identifizierte als Ursache einen Defekt im Image Processing Module A (IPMA), der zu einem unerwarteten Reset der Bildverarbeitungssoftware führen kann. Dies hat zur Folge, dass das Bild der Rückfahrkamera ausfällt und wichtige Advanced Driver-Assistance Systems (ADAS) wie der Pre-Collision Assist, der Spurhalteassistent und die Toter-Winkel-Überwachung deaktiviert werden.
Regulierungsbehörden warnen, dass der Verlust dieser Sicherheitsfunktionen die Fähigkeit des Fahrers, Gefahren zu erkennen, erheblich einschränken und somit das Risiko eines Unfalls steigern kann. Das Problem tritt auf, wenn das IPMA-Modul bei der Verfolgung einer hohen Anzahl bewegter Objekte – beispielsweise im dichten Stadtverkehr – überlastet wird und einen System-Reset auslöst. Wiederholte Resets über mehrere Zündzyklen hinweg können zu einem dauerhaften Funktionsverlust führen.
Fahrer können bei Auftreten des Problems Warnmeldungen wie "Front Camera Fault", "Pre-Collision Assist Not Available" oder "Lane-Keeping System Off" auf dem Display sehen. Auch die Toter-Winkel-Anzeigen können aufleuchten. Ford hat bisher keine Kenntnis von Unfällen, Verletzungen oder Bränden im Zusammenhang mit diesem Defekt.
Betroffene Modelle und die Lösung
Der aktuelle Rückruf betrifft spezifische Modelle der Jahre 2022 bis 2025 des Lincoln Navigator, 2024 bis 2025 des Lincoln Nautilus, 2025 des Lincoln Aviator sowie 2025 des Ford Explorer.
Ford plant, das Problem durch ein Software-Update für das IPMA-System zu beheben. Dieses Update wird den betroffenen Fahrzeughaltern entweder als Over-The-Air (OTA) Update oder kostenlos bei Ford-Händlern zur Verfügung gestellt. Die Benachrichtigung der Eigentümer soll voraussichtlich ab dem 30. März 2026 per Post erfolgen. Betroffene Fahrgestellnummern (VINs) können ab dem 25. März auf der Website der NHTSA überprüft werden. Die Rückrufnummer lautet 26V165.
Fords Qualitätskontrolle und der Wandel der Automobilbranche
Dieser jüngste Rückruf wirft erneut Fragen bezüglich der Qualitätskontrollpraktiken der Ford Motor Company auf. Einem Bericht zufolge waren seit 2020 fast alle Ford-Modelle von Rückrufen betroffen, mit der bemerkenswerten Ausnahme des mittlerweile eingestellten Ford GT, bei dem lediglich zwei Modelle wegen eines Ventils am Heckflügel betroffen waren. Zuvor hatte der Detroiter Automobilhersteller bereits über 604.533 Fahrzeuge der Modelljahre 2020-2022 (Ford Explorer, Escape SUVs, Lincoln Aviator und Corsair) wegen Problemen mit den Heckscheibenwischern zurückgerufen.
Der Vorfall unterstreicht die wachsende Abhängigkeit der Automobilindustrie von Software zur Steuerung zentraler Fahrzeugsicherheitssysteme. Gleichzeitig zeigt er die Herausforderungen auf, die entstehen können, wenn diese komplexen Systeme im realen Fahrbetrieb versagen oder unvorhersehbar reagieren. Moderne Fahrerassistenzsysteme sind in Neufahrzeugen immer häufiger anzutreffen, wobei Regulierungsbehörden bestimmte Technologien, wie Rückfahrkameras, in allen neuen in den USA verkauften Autos vorschreiben.
Im Februar verzeichnete Ford einen Rückgang der Verkaufszahlen um 5,5 % auf 149.962 Einheiten auf dem US-Markt. Die kumulierten Jahresverkäufe lagen im Februar bei 285.324 Einheiten, was einem Rückgang von 5,4 % gegenüber 2025’s 301.619 Einheiten entspricht. Die Aktie von Ford (NYSE:F) stieg am Dienstag im Premarket-Handel um 2,34 % auf 11,79 US-Dollar. Benzinga Edge Rankings bewerten Ford mit "Satisfactory Momentum".