
Ford setzt auf Eigenentwicklung: 30% Kostenersparnis bei autonomem Fahren
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Ford treibt die interne Entwicklung von autonomen Fahrfunktionen voran, um die Kosten für fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme (ADAS) signifikant zu senken. Das Unternehmen plant, bis 2028 autonome Fähigkeiten wie "Eyes-off-Driving" für öffentliche Straßen bereitzustellen. Diese Strategie verspricht erhebliche finanzielle und technologische Vorteile.
Ford setzt auf Eigenentwicklung bei autonomem Fahren
Doug Field, Fords Chef für Elektrofahrzeuge (EVs), leitet die Initiative zur internen Entwicklung von selbstfahrenden Fähigkeiten. Ford kündigte während der CES in Las Vegas an, dass es kostengünstiger sei, die Technologie im eigenen Haus zu entwickeln, als sie von externen Anbietern zu beziehen. Das Ziel ist es, autonome Funktionen, die ein Fahren ohne ständige Blickkontrolle auf die Straße ermöglichen, bis 2028 für den öffentlichen Straßenverkehr einsatzbereit zu machen.
Kostenvorteile durch Inhouse-Strategie
Ford erwartet, durch die Eigenentwicklung der Technologie eine Kostenersparnis von 30% zu erzielen. Diese Zahl bezieht sich laut Chris Morse, einem Sprecher von Ford, auf das "heutige Zuliefersystem". Ein spezifischer Zulieferer wurde dabei nicht genannt. Die interne Entwicklung soll es Ford ermöglichen, "deutlich mehr Fähigkeiten zu 30% geringeren Kosten zu liefern, als wenn wir sie von externen Anbietern kaufen würden", was die Skalierbarkeit fortschrittlicher Fahrerassistenzsysteme (ADAS) erheblich verbessert.
Technologische Integration als Schlüssel zur Effizienz
Die interne Entwicklung bietet Ford eine größere Kontrolle über die Integration und Nutzung der Sensoren. Sammy Omari, Leiter ADAS und Infotainment bei Ford Motor Company, erklärte, dass das Unternehmen so die Informationen aller Sensoren auf die kosteneffektivste Weise kombinieren kann, um die höchste Leistung zu erzielen. Dies sei ein Hauptgrund für die angestrebte Preissenkung.
Paul Costa, der Fords Elektrotechnik-Team leitet und zuvor bei Apple tätig war, hob hervor, dass Ford die Anzahl separater Computermodule in seinen Fahrzeugen reduzieren kann. Statt einzelner Computer für ADAS, Infotainment, Audio und Netzwerk, können diese in einem einzigen, leistungsstarken Computer zusammengeführt werden. Diese Integration ist mit externen Zulieferern nicht im gleichen Maße möglich und ermöglicht laut Costa eine "Trifecta": kleinere, günstigere und leistungsstärkere Systeme.
Wettbewerbsumfeld und Fords Positionierung
Der Markt für die Lizenzierung von ADAS-Systemen ist vielfältig, mit Anbietern wie Nvidia, Waymo und Wayve. Ford hatte 2020 eine Partnerschaft mit Mobileye zur Entwicklung seiner ADAS-Software BlueCruise angekündigt; ein Sprecher von Mobileye lehnte einen Kommentar ab. Führende EV-Unternehmen in den USA, darunter Tesla und Rivian, verfolgen ebenfalls einen Inhouse-Ansatz bei der Entwicklung ihrer selbstfahrenden Technologie. Rivian kündigte im Dezember an, einen eigenen Siliziumchip für den autonomen Fahrcomputer seiner zukünftigen Fahrzeuge entwickelt zu haben.
Ford hingegen ist nicht daran interessiert, eigene Chips zu produzieren. Paul Costa betonte, dass Ford keinen "TOPS-Krieg" führen möchte, eine Metrik, die Chiphersteller gerne hervorheben. Er fügte hinzu: "Ehrlich gesagt, ich will kein kundenspezifisches Silizium. Wenn ich das Volumen anderer Leute auf Silizium bekommen kann, das ich brauche, ist das gut für die Demokratisierung." Ford ist mit seinen aktuellen Zulieferern in diesem Bereich zufrieden.