
Ford strafft EV-Sparte: Doug Field geht, Fokus auf 8% Marge unter Galhotra
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Der Automobilhersteller Ford leitet eine umfassende Umstrukturierung seiner Elektrofahrzeug-Sparte ein, die mit dem Abgang von Doug Field, dem bisherigen Chief EV, Digital and Design Officer, einhergeht. Diese Neuausrichtung zielt darauf ab, die Produktentwicklung und Industrialisierung zu optimieren und bis 2029 eine angepasste EBIT-Marge von 8% zu erreichen.
Ford strukturiert EV-Sparte neu: Doug Field geht, Galhotra übernimmt
Ford hat die Gründung einer neuen Abteilung namens „Product Creation and Industrialization“ bekannt gegeben. Diese wird von Chief Operating Officer (COO) Kumar Galhotra geleitet und integriert das „Electric Vehicle, Digital and Design Team“ des Unternehmens mit seinem „global Industrial System“, das Fertigung, Lieferkette und Industrialisierung umfasst. Doug Field, der seit 2021 bei Ford war und zuvor bei Apple und Tesla tätig war, wird das Unternehmen nach einer einmonatigen Übergangsphase verlassen. Er war maßgeblich am Aufbau der „Model e“-Sparte beteiligt, die 2022 für Elektrofahrzeuge gegründet wurde.
Die Neuorganisation stellt eine Neuausrichtung dar, bei der die EV-, Digital- und Design-Gruppe in die globalen Fertigungsabläufe integriert wird. Alan Clarke, Leiter des in Kalifornien ansässigen Advanced Electric Vehicle Development Teams, wurde zum Vice President, Advanced Development Projects, befördert. Kieran Cahill, VP of Manufacturing für Europa und IMG, geht zum 1. Mai in den Ruhestand.
Ambitionierte Ziele für Profitabilität und Portfolio
Mit dieser strategischen Neuausrichtung verfolgt Ford das Ziel, bis 2029 eine angepasste EBIT-Marge von 8% zu erzielen, gegenüber einer aktuellen Bruttomarge von rund 5,8%. CEO Jim Farley betonte, dass diese Veränderung den „modernen Ford“ repräsentiere, der „hochwertige, softwaredefinierte Fahrzeuge“ mit mehreren Antriebsoptionen und „unverwechselbaren digitalen Erlebnissen“ anbiete.
Das Unternehmen plant zudem eine umfassende Erneuerung seines Fahrzeugportfolios:
- Über 80% des nordamerikanischen Portfolios und 70% des globalen Portfolios sollen bis 2029 aktualisiert werden.
- Bis 2030 sollen über 90% der Fahrzeuge über aktualisierte elektrische Architekturen und elektrifizierte Antriebe verfügen.
- Das BlueCruise-System soll ab 2028 Level-3-Autonomie (Eyes-off-Driving) bieten, beginnend mit einem mittelgroßen Elektro-Pickup für 30.000 US-Dollar, der auf der Universal EV Platform basiert.
- Fords internes High Performance Compute Center liefert laut Unternehmensangaben „deutlich mehr Leistung zu 30% geringeren Kosten“ als externe Lösungen.
Gemischte Quartalsergebnisse und Marktstimmung
Ford meldete für das vierte Quartal 2025 gemischte Ergebnisse. Der Umsatz von 42,45 Milliarden US-Dollar übertraf die Markterwartungen von 41,53 Milliarden US-Dollar. Die bereinigten Gewinne pro Aktie lagen jedoch bei 13 Cent und verfehlten damit die Schätzungen von 18 Cent pro Aktie.
Nachbörslich am Mittwoch sank der Aktienkurs (F) um 0,37% auf 12,66 US-Dollar. Laut Benzinga Edge Rankings zeigt Ford ein zufriedenstellendes Momentum und einen günstigen langfristigen Preistrend. Wall-Street-Analysten prognostizieren mehrheitlich einen Anstieg des Aktienkurses, wobei 3 Analysten zum Kauf, 10 zum Halten und 1 zum Verkauf raten. Die durchschnittliche Prognose liegt bei 13,65 US-Dollar, mit einem Tief von 11,00 US-Dollar und einem Hoch von 16,00 US-Dollar.
Jüngste Anpassungen der Kursziele umfassen:
- TD Cowen senkte am 15. April 2026 das Kursziel von 15 auf 14 US-Dollar und behielt die „Hold“-Empfehlung bei.
- Goldman Sachs Mark Delaney reduzierte am 14. April 2026 das Kursziel von 15 auf 13 US-Dollar und behielt die „Neutral“-Empfehlung bei, unter Verweis auf steigende Inputkosten und schwache Q1-Automobilverkäufe in China.
Ford im Fokus der nationalen Verteidigung
Abseits der Restrukturierung wurde bekannt, dass die Regierung von Präsident Donald Trump Ford, neben anderen Unternehmen, angesprochen hat, um die heimischen Verteidigungsfertigungskapazitäten zu stärken. Dies soll durch die Produktion von Waffen, Munition und anderer militärischer Ausrüstung geschehen.