
Freestone Grove: Der stille Aufstieg eines Milliarden-Hedgefonds
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Während 2024 als ein herausragendes Jahr für Hedgefonds-Neugründungen galt, mit prominenten Namen wie Jain Global und Taula Capital, die jeweils mit über 5 Milliarden US-Dollar starteten, hat sich ein dritter Gigant leise im Hintergrund entwickelt. Freestone Grove, ebenfalls 2024 gegründet, hat seine verwalteten Vermögenswerte unbemerkt verdoppelt und übertrifft nun sogar einige seiner bekannteren Konkurrenten.
Freestone Grove: Ein stiller Riese im Hedgefonds-Markt
Freestone Grove, ein auf Aktien fokussierter Multimanager-Fonds, wurde von ehemaligen Citadel-Führungskräften ins Leben gerufen. Der Fonds startete mit 3,5 Milliarden US-Dollar und 90 Mitarbeitern, eine Summe, die in normalen Jahren ausgereicht hätte, um den Titel der "größten Neugründung" zu sichern.
Laut einer Einreichung bei den Aufsichtsbehörden im März beschäftigt Freestone Grove inzwischen über 180 Mitarbeiter. Die verwalteten Vermögenswerte haben die Marke von 6 Milliarden US-Dollar überschritten und sollen weiter wachsen, da das Unternehmen in diesem Jahr ausgewählten Investoren zugänglich gemacht wird. Damit hat Freestone Grove Jain Global, den meistbeachteten Start der jüngeren Vergangenheit, dessen Vermögen bei etwa 5,9 Milliarden US-Dollar liegt, übertroffen.
Performance und Strategie: Das "Anti-Pod"-Modell
Freestone Grove verzeichnete 2024 Gewinne von 11 % und 2025 von 8,5 %. Wie viele seiner Wettbewerber liegt der Fonds jedoch bis März 2026 mit 3 % im Minus.
Der Fonds vermarktete sich bei Investoren als "Anti-Pod"-Ansatz, mit weniger Geldmanagern, die mehr Kapital handeln. Risikoträger investieren ausschließlich in Aktien und konzentrieren sich auf engere Segmente des Aktienmarktes. Zusammenarbeit ist Standard, und quantitative Prozesse sind durchgängig integriert.
Dieser Ansatz ähnelt eher einer Aktienabteilung von Citadel, was die Gründer Todd Barker und Daniel Morillo, ehemalige Citadel-Führungskräfte, beabsichtigten zu replizieren. Andere aktienmarktneutrale Hedgefonds mit ähnlichen Stilen sind Holocene Advisors, Woodline Partners und Alyeska Investment – allesamt Citadel-Aktienableger, die unabhängig von breiteren Marktbewegungen Gewinne erzielen wollen.
Der Multimanager-Ansatz: Herausforderungen und Kosten
Jain, Taula und Freestone teilen alle ein notorisch teures Hedgefonds-Modell: die Multimanager-Struktur. Die Kosten dieses Modells können die Renditen schnell schmälern. Selbst bei etablierteren Firmen ist die Geduld der Investoren unerlässlich, wobei die besten Firmen Kapital über Jahre binden.
Große Allokatoren haben in den letzten Jahren angesichts eines kostspieligen Talentwettbewerbs auf die Kosten gedrängt und einige Firmen zu Performance-Hürden veranlasst. Neue Fonds, die mit diesem Modell starten, stehen vor einer noch größeren Herausforderung, da zusätzliche Anlaufkosten für den Aufbau des Unternehmens von Grund auf anfallen. Ankerinvestoren erhalten in der Regel ermäßigte Gebühren im Austausch für langfristige Verpflichtungen.
Der Handel mit Aktien, der breitesten und reifsten Anlageklasse mit günstigeren Prime-Brokerage-Bedingungen, ist im Vergleich dazu ein anderes und etwas weniger kompliziertes Geschäft.
Vergleich mit anderen Giganten von 2024
Jain Global, der mit über 5 Milliarden US-Dollar startete, verwaltet etwa 5,9 Milliarden US-Dollar und verfolgt das Multistrategie-Pod-Modell. Die Performance von Jain war bisher schwach, wobei die Kosten den Großteil der Brutto-Performance aufzehrten. Der singapurische Staatsfonds GIC plant Berichten zufolge, Kapital abzuziehen.
Taula Capital, ebenfalls mit über 5 Milliarden US-Dollar gestartet, verwaltet nach einer jüngsten Kapitalbeschaffung über 8,5 Milliarden US-Dollar. Der Fonds konzentriert sich auf festverzinsliche Wertpapiere und Makrostrategien und erzielte 2025 zweistellige Gewinne. Im März 2026 erlitt Taula jedoch, wie viele andere Makrofonds, erhebliche Verluste inmitten des Krieges im Iran.
Freestone Grove hatte einen starken Start im Debütjahr mit zweistelligen Gewinnen. Im zweiten Jahr 2025 blieb die Performance jedoch hinter breiten Hedgefonds-Indizes, einem PivotalPath-Benchmark für aktienmarktneutrale Fonds und etablierteren Wettbewerbern wie Alyeska, Holocene und Woodline zurück.
Stabilität und Ausblick
Die bisherige Stabilität des Unternehmens ist ein positives Zeichen für Investoren, so Quellen nahe der Firma. Der Personalwechsel unter den ursprünglichen Mitarbeitern war begrenzt, betraf aber den Chief Financial Officer, den Head of Data Science, den Head of Equity Capital Markets und einige Investmentanalysten.
Der Großteil der Führungsebene und des Investmentpersonals, einschließlich aller sechs Sektorleiter vom ersten Tag an, bleibt bestehen. Dies ist ein ermutigendes Zeichen für Limited Partners (LPs) angesichts der hohen Kosten für die Rekrutierung von Investmenttalenten in einem hart umkämpften Markt. Freestone plant, Teams in jedem seiner Abdeckungsbereiche hinzuzufügen, mit dem Ziel, letztendlich zwei bis drei Teams pro Sektor zu haben.