
French Open: Preisgeld steigt auf 61,7 Mio. Euro – Tradition trifft Innovation
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Das Preisgeld der French Open steigt in diesem Jahr um rund 10% auf insgesamt 61,7 Millionen Euro (72,1 Millionen US-Dollar). Diese signifikante Erhöhung um 5,3 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr unterstreicht die wachsende finanzielle Bedeutung des Turniers, das am Sonntag, den 24. Mai, in Roland Garros in West-Paris beginnt.
Rekord-Preisgeld bei den French Open
Die Gesamtprämie von 61,7 Millionen Euro markiert einen neuen Höchststand für das prestigeträchtige Sandplatzturnier. Diese Steigerung soll die Attraktivität für die weltbesten Tennisspieler weiter erhöhen und die Wettbewerbsfähigkeit des Turniers im globalen Sportkalender sichern.
Die French Open sind bekannt für ihre einzigartige Atmosphäre und die Herausforderung des Sandplatzes, der strategisches und physisch anspruchsvolles Tennis erfordert. Die erhöhten finanziellen Anreize spiegeln die Bedeutung des Turniers wider.
Finanzielle Details für Spieler
Die Verteilung des Preisgeldes ist detailliert festgelegt und bietet Anreize über alle Runden hinweg. Die Einzel-Champions bei den Herren und Damen erhalten jeweils eine beträchtliche Summe.
Hier die wichtigsten Preisgeldkategorien im Überblick:
- Einzel-Champions (Herren und Damen): jeweils 2,8 Millionen Euro
- Finalisten: jeweils 1,4 Millionen Euro
- Halbfinalisten: 750.000 Euro
- Erstrunden-Verlierer: 87.000 Euro
- Doppel-Sieger (Herren und Damen): 600.000 Euro
- Mixed-Doppel-Champions: 122.000 Euro
Im vergangenen Jahr gewann Carlos Alcaraz nach einem epischen Fünf-Satz-Finale gegen Jannik Sinner den Herrentitel, während Coco Gauff Aryna Sabalenka im Damenfinale besiegte.
Innovationen und Spieler-Datenerfassung
Neben den finanziellen Neuerungen gibt es auch organisatorische und technologische Entwicklungen. Vor den Herren- und Damen-Finals wird eine etwa sechsminütige Eröffnungszeremonie stattfinden, deren Programm vom französischen Choreografen Benjamin Millepied gestaltet wird.
Erstmals dürfen Spieler tragbare Datenerfassungsgeräte auf dem Platz tragen. Dies soll ihnen ermöglichen, Informationen über ihre körperliche Leistung zu sammeln, wie Turnierdirektorin Amélie Mauresmo auf einer Pressekonferenz am Donnerstag mitteilte.
Schutz der Privatsphäre im Fokus
Ein wichtiges Thema, das Amélie Mauresmo ansprach, ist der Schutz der Privatsphäre der Spieler. Dieses Anliegen wurde bereits bei den diesjährigen Australian Open von Spielerinnen wie Iga Swiatek und Coco Gauff thematisiert.
Swiatek äußerte, dass die scheinbar grenzenlosen Kameras, die Spieler verfolgen, ihnen das Gefühl gäben, wie "Tiere im Zoo" beobachtet zu werden. Gauffs Schläger-Zerstörung abseits des Platzes ging viral und verdeutlichte die Intensität der öffentlichen Beobachtung. Mauresmo betonte, dass der Tennissport den "Respekt vor der Privatsphäre wahren" und einen abgeschiedenen Bereich bieten sollte. "Spieler brauchen einen privaten Bereich, etwas, das sich nicht ändern wird", sagte sie. "Kein Kamera-Zugang (dort)."
Festhalten an Traditionen und Zukunftsperspektiven
Die French Open bleiben ihren Traditionen treu und grenzen sich bewusst von anderen Turnieren ab. So wird es in Roland Garros keinen "1 Point Slam" geben, wie er bei den Australian Open eingeführt wurde, bei dem ein lokaler Amateur Jannik Sinner besiegte und Millionär wurde.
"Unsere Ambition ist es nicht, alles zu wiederholen, was anderswo gemacht wird", erklärte Mauresmo. "Das entspricht nicht uns, dem Image von Roland Garros." Auch beim elektronischen Linien-Calling, das von Wimbledon und den meisten großen Tennisturnieren übernommen wurde, bleiben die French Open bei menschlichen Linienrichtern. Mauresmo begründete dies mit der Aussage: "Sie sind nicht 100% zuverlässig, aber unsere Entscheidung war es, bei unserer Methode zu bleiben."
Mauresmo zeigte sich jedoch offen für die Idee, dass Frauen wie ihre männlichen Kollegen Fünf-Satz-Matches spielen könnten. "Man kann ein Format nicht über Nacht von Best-of-Three auf Best-of-Five ändern", sagte die ehemalige Wimbledon-Siegerin. "Aber wenn wir darüber nachdenken, wäre es nur das Halbfinale, das Finale oder für alle Matches? Das könnte eine Win-Win-Situation sein, aber wir müssen darüber mit den Spielerinnen sprechen." Als Spielerin hätte sie sich dies gewünscht, insbesondere im Masters-Finale 2005.
Auch die Terminplanung für Abendspiele wurde angesprochen. Mauresmo erklärte, dass "nichts abgeschlossen und nichts in Stein gemeißelt ist, es hängt von den Auslosungen und den Aufstellungen ab." Im letzten Jahr gab es einen Mangel an Damenmatches während der Abendsessions. Eine Änderung gibt es am Final-Samstag: Das Herren-Doppelfinale wird vor dem Damen-Einzel-Finale ausgetragen.
Kulinarisches und Public Viewing
Für die Fans wird es im "Jardin des Chefs" neben dem Court Simonne-Mathieu die Möglichkeit geben, französische Gastronomie zu probieren. Ein Team von 13 französischen Köchen wird täglich arbeiten, wobei drei Köche pro Tag im Einsatz sind.
Der berühmte Place de la Concorde wird in der zweiten Turnierwoche vom 3. bis 7. Juni erneut Matches kostenlos auf einer Großleinwand zeigen.
Ehrungen und Investitionen in Sandplätze
Das Turnier wird den französischen Veteranen Gaël Monfils und den Champion von 2015, Stan Wawrinka, ehren, die beide am Ende der Saison ihre Karriere beenden.
Die French Open sind untrennbar mit Sandplätzen verbunden, ähnlich wie Wimbledon mit Rasen. Um diese Identität zu stärken, kündigte Gilles Moretton, Direktor des französischen Tennisverbandes, starke Investitionen in den Bau weiterer Sandplätze, sowohl echter als auch synthetischer, an. Derzeit machen Sandplätze nur 13% der Tennisplätze in Frankreich aus.