
Führungswechsel bei der Washington Post: Lewis geht, D'Onofrio übernimmt
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Führungswechsel bei der Washington Post: Lewis geht, D'Onofrio übernimmt
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Will Lewis ist nach zwei Jahren als Publisher und CEO der Washington Post zurückgetreten. Seine Amtszeit war von umfangreichen Entlassungen und einer strategischen Neuausrichtung geprägt. Jeff D'Onofrio, bisher CFO, übernimmt die Führung des renommierten Nachrichtenunternehmens, das sich inmitten finanzieller Herausforderungen befindet.
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Will Lewis tritt als Publisher der Washington Post zurück, Jeff D'Onofrio wird CEO. Die Entscheidung folgt auf massive Entlassungen und finanzielle Turbulenzen.
Will Lewis, Publisher und CEO der Washington Post, ist nach zweijähriger Amtszeit zurückgetreten. Seine Entscheidung folgt auf umfangreiche Entlassungen und eine Phase der Transformation, die das traditionsreiche Nachrichtenunternehmen durchlaufen hat. Jeff D'Onofrio, bisher Chief Financial Officer (CFO), übernimmt ab sofort die Position des amtierenden Publishers und CEO.
Führungswechsel bei der Washington Post
Will Lewis gab seinen Rücktritt am Samstag in einer E-Mail an die Mitarbeiter bekannt. Er erklärte, dass nach "zwei Jahren der Transformation bei The Washington Post" nun der richtige Zeitpunkt sei, um zurückzutreten. Lewis dankte Jeff Bezos, dem Eigentümer der Post, für dessen Unterstützung und Führung während seiner Amtszeit. Er betonte, dass "schwierige Entscheidungen getroffen wurden, um die nachhaltige Zukunft der Post zu sichern", damit sie weiterhin "hochwertige, überparteiliche Nachrichten" veröffentlichen könne.
Jeff D'Onofrio wurde umgehend zum amtierenden Publisher und CEO ernannt. D'Onofrio kam im Juni 2025 als CFO zur Washington Post und bringt umfangreiche Führungserfahrung aus globalen Unternehmen wie Raptive, Tumblr, Yahoo und Google mit. In seiner Antrittserklärung äußerte sich D'Onofrio "geehrt", Teil der Gestaltung der Zukunft zu sein und "sowohl das Vermächtnis als auch das Geschäft dieser energischen, geschichtsträchtigen amerikanischen Institution zu sichern".
Eine Ära der Transformation und Entlassungen
Lewis' zweijährige Amtszeit an der Spitze des fast 150 Jahre alten Zeitungsunternehmens, das 2013 von Milliardär Jeff Bezos gekauft wurde, war von "Buyouts" und einer "schrumpfenden Berichterstattung" geprägt. Zuletzt wurden am Mittwoch Hunderte von Journalisten entlassen, viele davon aus dem Bereich Außenpolitik. Mitarbeiter und Unterstützer versammelten sich am Samstag vor den Büros der Post, um gegen die drastischen Kürzungen zu protestieren.
Die Entlassungen betrafen weite Teile der Redaktion. Die Sportredaktion wurde vollständig eliminiert, und die Lokalredaktion wurde von über 40 auf etwa ein Dutzend Mitarbeiter reduziert. Auch die internationale Redaktion wurde stark dezimiert, darunter das gesamte Nahost-Team sowie ein Büroleiter und ein weiterer Kriegsberichterstatter. Letzterer erhielt die E-Mail mit der Kündigung, während er sich in einem Kriegsgebiet befand.
Finanzielle Herausforderungen und strategische Neuausrichtung
Lewis bezeichnete seine Zeit als "zwei Jahre der Transformation", doch sie war laut Quellen eher von "Turbulenzen statt eines klaren Weges" geprägt und endete mit brutalen Stellenstreichungen. Seine Versprechen radikaler Innovationen konnten "mehrere Jahre jährlicher Verluste in zweistelliger Millionenhöhe" nicht stoppen. Bei einem Mitarbeiter-Meeting im Juni 2024, nur fünf Monate nach seinem Amtsantritt, informierte Lewis die Belegschaft über Verluste, die einmal 100 Millionen Dollar erreicht hatten.
Jeff Bezos, Eigentümer der Washington Post, äußerte sich am Samstag erstmals öffentlich seit den Entlassungen. Er betonte: "Jeden Tag geben uns unsere Leser einen Fahrplan zum Erfolg. Die Daten sagen uns, was wertvoll ist und worauf wir uns konzentrieren müssen." Bezos sieht D'Onofrio zusammen mit Executive Editor Matt Murray und Opinion Editor Adam O’Neal als Team, das die Post in ein "aufregendes und florierendes nächstes Kapitel" führen wird.
Kritik und Vertrauensverlust im Newsroom
Lewis hatte "längst das Vertrauen der Post-Redaktion verloren". Während der Entlassungswelle war er "effektiv AWOL" (abwesend) und spielte keine sichtbare Rolle bei der Ankündigung der Kürzungen in einem obligatorischen Zoom-Call für die Redaktion am Mittwoch. Auch wandte er sich nicht öffentlich an die Leser, um deren Bedenken zu zerstreuen.
Die Empörung in der Redaktion wurde weiter angeheizt, als Lewis nur einen Tag nach den Entlassungen auf einem "glamourösen Pre-Super Bowl Event" in Nordkalifornien auf dem roten Teppich gesichtet wurde. In den Wochen zuvor hatten Journalisten in Briefen direkt an Jeff Bezos appelliert, um das Blatt vor weiteren Kürzungen zu bewahren und finanzielle Stabilität zu finden. Bezos reagierte auf diese Appelle nicht.