
Gaming-Branche 2025: Rekordumsätze, Konsolidierung und KI-Debatten
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Die globale Videospielindustrie hat 2025 ein beispielloses Wachstum erlebt und sich von einem Nischensektor zu einer Multi-Milliarden-Dollar-Branche entwickelt, die Mobile, PC, Konsolen, VR und neue Plattformen umfasst. Studios mussten sich schnell an neue Technologien, Spielerwartungen und Geschäftsmodelle anpassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Ein Rekordjahr für die Gaming-Branche
Das Jahr 2025 war ein monumentales Jahr für die Videospielindustrie, geprägt von neuen Geräten und Milliarden-Deals. Der globale Gaming-Markt wird voraussichtlich einen Rekordumsatz von 197 Milliarden US-Dollar erreichen, was einem Wachstum von 7,5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Diese Prognose von Newzoo stellt eine Aufwärtskorrektur dar, die hauptsächlich auf die stärker als erwartete Performance im PC- und Mobile-Bereich zurückzuführen ist.
Mobile Gaming wird voraussichtlich 108 Milliarden US-Dollar generieren, während der PC-Gaming-Markt mit einem Wachstum von 10,4 % auf 43 Milliarden US-Dollar ansteigen soll. Laut Newzoo haben hochwertige Premium-Veröffentlichungen auf dem PC die Erwartungen übertroffen und gezeigt, dass sich solche Inhalte trotz zunehmender Konkurrenz durchsetzen können.
Konsolenmarkt im Wandel: Neue Hardware und Strategieanpassungen
Im Konsolenbereich setzte Nintendo mit der Switch 2 einen neuen Meilenstein. Die Konsole wurde zum schnellstverkauften Gerät in Nintendos Geschichte und verkaufte in den ersten vier Monaten 10,36 Millionen Einheiten. Dies unterstreicht die anhaltende Relevanz von Hardware-Innovationen im Konsolenmarkt.
Gleichzeitig verschieben sich die Strategien etablierter Konsolenhersteller. Xbox hat sich von Exklusivtiteln abgewandt, indem Spiele wie "Indiana Jones" und "Forza Horizon" auch auf der PlayStation 5 veröffentlicht werden. PlayStation experimentiert derweil verstärkt mit der Veröffentlichung von Titeln auf dem PC. Strauss Zelnick, CEO von Take-Two Interactive, argumentierte im November gegenüber CNBC, dass diese Verschiebungen die Videospielindustrie offener machen werden. Er ist überzeugt, dass Konsolen auch in den nächsten fünf bis zehn Jahren existieren werden, sich aber in Richtung PC bewegen, da das Geschäft "offener statt geschlossener" wird.
Milliarden-Deals und Marktkonsolidierung
Die Konsolidierung innerhalb der Gaming-Branche setzte sich 2025 fort. Ein Konsortium unter Führung des Public Investment Fund (PIF) Saudi-Arabiens, zusammen mit Jared Kushners Affinity Partners und Silver Lake, kündigte Pläne an, Electronic Arts (EA) zu privatisieren. Der Deal im Wert von 55 Milliarden US-Dollar, der eine Fremdfinanzierung von 20 Milliarden US-Dollar beinhaltet, ist die größte fremdfinanzierte Übernahme in der Geschichte der Wall Street.
Laut Analysten von Omdia könnte dieser Schritt weitreichende Auswirkungen für EA haben. Die Frage sei nun, ob der PIF EA als "PR-Projekt" führen oder "maximale Renditen" aus dem Unternehmen erzielen wolle.
Herausforderungen für etablierte Publisher
Während einige Unternehmen florieren, standen andere vor erheblichen Herausforderungen. Der französische Spieleentwickler Ubisoft versuchte, seine Geschicke zu wenden, startete das Jahr 2025 jedoch mit einer zweiten Verzögerung des neuesten Teils seiner Flaggschiff-Serie "Assassin's Creed Shadows". Im März erhielt die Ubisoft-Aktie einen Schub, nachdem das Unternehmen die Gründung einer neuen Gaming-Tochtergesellschaft namens Vantage Studios mit dem chinesischen Tech-Giganten Tencent bekannt gab. Der neue Entwickler, der teilweise Tencent gehören wird, soll sich auf Ubisofts Schlüssel-IPs wie "Far Cry", "Assassin's Creed" und "Tom Clancy's Rainbow Six" konzentrieren. Trotz dieser Bemühungen verlor die Ubisoft-Aktie im Jahresverlauf über die Hälfte ihres Wertes und liegt über 90 % unter ihrem Höchststand von 2021.
Im Gegensatz dazu stiegen die Aktien von Take-Two Interactive im Laufe des Jahres 2025 weiter an, da die Erwartungen an den nächsten "Grand Theft Auto"-Titel wuchsen. Zwölf Jahre sind seit der Veröffentlichung von "GTA 5" vergangen. Die Funkstille bezüglich "GTA 6" führte jedoch zu Spekulationen über eine weitere Verzögerung des ursprünglich für den 26. Mai 2026 geplanten Veröffentlichungstermins. Obwohl Take-Two CEO Strauss Zelnick im Mai gegenüber CNBC seine "sehr, sehr hohe Überzeugung" äußerte, dass der Termin eingehalten werden könne, wurde das Spiel im November auf den 19. November 2026 verschoben. Die Aktien von Take-Two fielen daraufhin. Das Spiel wird sechs Jahre nach der Veröffentlichung der PlayStation 5 und Xbox Series X und S erscheinen.
Generative KI: Erste Markttests und ethische Debatten
Das Jahr 2025 markierte den ersten Markttest für generative KI in der Gaming-Branche. Während 2024 einige Titel generative KI einsetzten, lieferte 2025 harte Daten über deren Performance. Laut Daten von Totally Human Media haben Spiele, die den Einsatz generativer KI auf Steam offenlegten, etwa 660 Millionen US-Dollar eingespielt.
Analysten und Branchenbeobachter diskutierten die Entwicklungen des Jahres 2025 kontrovers. Während Optimisten eine Branche im Wandel sahen, die sich von Entlassungen und Studioschließungen seit 2022 erholt, kritisierten Zyniker die Ausbeutung von Arbeitnehmern und Spielern. Einige Spiele wie "Hidden Door" erforschten, wie Large Language Models (LLMs) neue Gameplay-Stile ermöglichen können, ohne ethische Bedenken hinsichtlich des CO2-Verbrauchs oder unethisch gesammelter Daten aufzuwerfen. Andere Unternehmen wie Embark Studios setzten jedoch Funktionen wie KI-generierte Stimmen in Spielen wie "Arc Raiders" ein, scheinbar ohne große Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf das Ökosystem der Synchronsprecher. "Arc Raiders" zeigte jedoch auch die Nuancen der KI-Technologie, indem maschinelles Lernen für Animationen und In-Game-Stimmenwechsler als überzeugende Anwendungsfälle neben KI-generierten Sprachzeilen standen, die auch von Menschen hätten gesprochen werden können.
Premium-Spiele dominieren PC-Markt
Der PC-Gaming-Markt wurde 2025 maßgeblich von Premium-Veröffentlichungen angetrieben. Newzoo listete die Top 10 der umsatzstärksten PC-Veröffentlichungen des Jahres auf:
- Battlefield 6 Schedule 1
- Arc Raiders
- Monster Hunter Wilds
- Borderlands 4
- EA FC 26
- REPO
- The Elder Scrolls 4: Oblivion Remastered
- Sid Meier's Civilization 7
- Dune: Awakening
Alle Titel in den Top 10 waren Premium-Spiele, was die Rolle von Vollpreis-Launches für die PC-Performance in diesem Jahr unterstreicht. Auch AA- und Indie-Spiele wie "Schedule 1", "Arc Raiders", "REPO" und "Dune: Awakening" waren stark vertreten. Bemerkenswert ist die Abwesenheit von "Call of Duty" aus dieser Top-10-Liste, obwohl "Black Ops 7" laut Circana auf Platz 7 der Gesamtverkaufszahlen über Konsolen und PC lag. "Monster Hunter Wilds" hielt sich überraschend hoch, obwohl seine Verkaufszahlen nach der Veröffentlichung stetig zurückgingen.