Gaspreise auf Höchststand seit 2024: U.S.-Iran-Krieg treibt Kosten

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Die Benzinpreise in den USA haben den höchsten Stand seit über anderthalb Jahren erreicht, da der U.S.-Iran-Krieg den globalen Ölhandel erheblich stört. Der durchschnittliche Preis für eine Gallone bleifreies Benzin stieg laut AAA am Dienstag auf etwa 3,54 US-Dollar, was einem Anstieg von 21 % innerhalb eines Monats entspricht und den höchsten Wert seit Mitte 2024 markiert. Dieser Anstieg hat weitreichende Auswirkungen auf die Verbraucher und die Wirtschaft.

Aktueller Preisanstieg und historische Vergleiche

Die jüngsten Daten zeigen einen deutlichen Preissprung. Am Montag lag der nationale Durchschnittspreis für Benzin laut AAA bei 3,48 US-Dollar pro Gallone, ein Anstieg von 48 Cent gegenüber der Vorwoche und 58 Cent gegenüber dem Vormonat. Dieser Anstieg gehört zu den schnellsten Raten seit Jahren. Zum Vergleich: Vor dem Krieg lag der Durchschnittspreis bei 2,98 US-Dollar pro Gallone.

Die globalen Preise für Brent-Rohöl, den internationalen Standard, kletterten über 100 US-Dollar pro Barrel und erreichten am frühen Montag sogar einen Spitzenwert von 119,50 US-Dollar pro Barrel. Dies ist das erste Mal seit Mitte 2022, nach dem Beginn der umfassenden Invasion Russlands in der Ukraine, dass die Ölpreise die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel überschritten haben.

Ursachen des Preisanstiegs: Der U.S.-Iran-Krieg und der Ölmarkt

Der Haupttreiber für den aktuellen Preisanstieg ist der U.S.-Iran-Krieg, der den Fluss von etwa einem Fünftel der weltweiten Erdölprodukte unterbricht. Nach den Angriffen vom 28. Februar schlossen iranische Beamte effektiv die Straße von Hormus, eine Schlüsselpassage, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer verbindet. Ali Larijani, Irans oberster Sicherheitsbeamter, betonte am Montag auf X, dass die Sicherheit von Schiffen in der Straße von Hormus nicht gewährleistet sei.

Zusätzlich zu den Kriegsereignissen tragen saisonale Faktoren zu den höheren Preisen bei. Laut AAA-Sprecherin Aixa Diaz steigen die Gaspreise um diese Jahreszeit tendenziell an, da die Frühjahrsferien beginnen. Später im Frühjahr kommt zudem teureres Sommerbenzin auf den Markt, das die Preise weiter in die Höhe treibt.

Globale Ölmärkte und Rohölpreisentwicklung

Die internationalen Rohölpreise reagierten unmittelbar auf die Eskalation des Konflikts. Brent-Rohöl stieg um 6,7 % auf 81,29 US-Dollar pro Barrel, während West Texas Intermediate (WTI), der US-Benchmark, um 8,6 % auf 77,36 US-Dollar pro Barrel zulegte. Beide Benchmarks erreichten am frühen Montag fast 120 US-Dollar pro Barrel, zogen sich aber im Laufe des Tages zurück: WTI stabilisierte sich bei 94,77 US-Dollar und Brent bei 98,96 US-Dollar.

Die Volatilität des Ölmarktes ist ein entscheidender Faktor. Bobby Griffin, Analyst bei Raymond James, merkt an, dass Einzelhändler bei anhaltend steigenden Rohölpreisen die höheren Preise "jagen" müssen, um den Margendruck zu mindern. Selbst wenn die Rohölpreise sinken, sehen Käufer möglicherweise keinen sofortigen Preisrückgang, da Einzelhändler Kosteneinsparungen nicht sofort an die Fahrer weitergeben.

Regionale Unterschiede in den USA

Die Benzinpreise variieren erheblich zwischen den einzelnen Bundesstaaten. Kalifornien führt die Liste mit durchschnittlich 5,20 US-Dollar pro Gallone an, gefolgt von Washington mit 4,63 US-Dollar. In Pennsylvania lag der Durchschnittspreis am Montag bei 3,59 US-Dollar, 11 Cent höher als der nationale Durchschnitt. Die niedrigsten Preise finden sich in Arkansas, Kansas und Oklahoma, wo die Preise zwischen 2,92 und 2,99 US-Dollar pro Gallone liegen.

Auch Dieselkraftstoff ist teurer geworden. Der Preis für Diesel stieg landesweit um fast 89 Cent innerhalb der letzten Woche auf 4,66 US-Dollar pro Gallone. In Pennsylvania lag der Durchschnittspreis für Diesel bei 4,93 US-Dollar pro Gallone, ein Anstieg von 69 Cent gegenüber der Vorwoche.

Auswirkungen auf die Wirtschaft und Verbraucher

Der Anstieg der Gaspreise bedroht die Bemühungen von Präsident Trump, die Lebenshaltungskosten zu senken, was ein zentraler Pfeiler seiner Wiederwahlkampagne war. Die Erschwinglichkeit bleibt ein wichtiges politisches Thema vor den US-Zwischenwahlen im November. Trump hatte Anfang des Jahres auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos erklärt, es gäbe "praktisch keine Inflation" in den USA und verwies auf sinkende Energiekosten als Beispiel.

Die Auswirkungen gehen jedoch über die Zapfsäule hinaus. Fast alle Waren, einschließlich Lebensmittel, müssen transportiert werden. Höhere Benzin-, Diesel- und Kerosinpreise lassen diese Kosten steigen. Gregory Daco, Chefökonom bei EY-Parthenon, warnt: "Je länger dies dauert, desto signifikanter wäre der Schock." Patrick De Haan, Petroleumexperte bei GasBuddy, bezeichnete den Anstieg der Dieselpreise als "massiven Schock für die Logistik-, Speditions- und Agrarsektoren".

Politische Dimension und Inflationsdebatte

Präsident Donald Trump verteidigte den Preisanstieg am Sonntag in einem Beitrag auf seiner Online-Plattform Truth Social. Er schrieb, kurzfristig höhere Ölpreise seien ein "sehr kleiner Preis für die Sicherheit und den Frieden der USA und der Welt". Das Weiße Haus erklärte am Montag, die Regierung habe einen "starken Plan, um die Energiemärkte stabil zu halten".

Experten wie David Kelly, Chef-Globalstratege bei J.P. Morgan Asset Management, gehen davon aus, dass die hohen Gaspreise aufgrund der höheren saisonalen Nachfrage im Sommer bis in den Herbst anhalten könnten. Ian Bremmer, Gründer der Eurasia Group, erwartet, dass die durchschnittlichen Gaspreise in der kommenden Woche 4 US-Dollar erreichen und sich auf diesem Niveau einpendeln könnten. Patrick De Haan von GasBuddy hingegen prognostiziert, dass die Wahrscheinlichkeit, 4 US-Dollar pro Gallone zu erreichen, geringer ist, wenn die Ölpreise weiter zurückgehen, und erwartet stattdessen einen Anstieg auf etwa 3,50 US-Dollar.

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