Gaspreise explodieren: Iran-Krieg treibt Inflation auf Rekordhoch

Gaspreise explodieren: Iran-Krieg treibt Inflation auf Rekordhoch

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Die Gaspreise in den USA verzeichneten im März den größten monatlichen Anstieg aller Zeiten, maßgeblich getrieben durch den Iran-Krieg. Dieser Rekordanstieg trug erheblich zur Gesamtinflation bei und belastet die Budgets der amerikanischen Haushalte spürbar. Die Entwicklungen könnten weitreichende Folgen für die Wirtschaft und die Geldpolitik haben.

Historischer Anstieg der Energiepreise

Im März stiegen die Gaspreise laut neuen Daten des Verbraucherpreisindex (CPI) um 21,2 % innerhalb eines Monats. Dieser Anstieg übertraf den bisherigen Rekord vom Juni 2009, als die Preise um 20 % zulegten. Der Iran-Krieg wird als Hauptursache für diesen rapiden Anstieg genannt, da er den Fluss von Rohöl durch die Straße von Hormus, einen kritischen Engpass für die globale Ölversorgung, beeinträchtigt hat.

Die nationalen Durchschnittspreise für Benzin erreichten im März laut AAA 4,153 US-Dollar pro Gallone und lagen am Freitag bei 4,15 US-Dollar. Vor Kriegsbeginn am 28. Februar lag der Preis bei 2,98 US-Dollar pro Gallone, was einem Anstieg von fast 40 % seit Ausbruch des Konflikts entspricht. Auch der Brent-Rohölpreis stieg von 73 US-Dollar vor dem Krieg auf 95,88 US-Dollar pro Barrel.

Auswirkungen auf die Gesamtinflation

Der sprunghafte Anstieg der Gaspreise trug im März zu etwa drei Vierteln des gesamten CPI-Anstiegs bei. Die Verbraucherpreise stiegen im März im Jahresvergleich um 3,3 %, ein deutlicher Anstieg gegenüber 2,4 % im Februar und der größte jährliche Anstieg seit Mai 2024. Monatlich erhöhten sich die Preise im März um 0,9 % gegenüber Februar, der größte monatliche Anstieg seit fast vier Jahren.

Die Kerninflation, welche die volatilen Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt, zeigte sich moderater. Sie stieg im März monatlich um 0,2 % und jährlich um 2,6 %. Dies deutet darauf hin, dass sich die steigenden Gaspreise noch nicht auf viele andere Kategorien ausgebreitet haben. Chris Zaccarelli, Chief Investment Officer bei Northlight Asset Management, kommentierte, dies sollte "der Wirtschaft etwas Spielraum geben, den höheren Energiepreisschock zu absorbieren."

Belastung für Haushalte und Konsum

Die hohen Energiepreise bereiten den Amerikanern große Sorgen. Eine Umfrage des Pew Research Center unter rund 3.500 US-Erwachsenen im März ergab, dass 69 % entweder sehr oder extrem besorgt über höhere Gas- und Kraftstoffpreise aufgrund der US-Militäraktionen gegen den Iran sind. Stephen Kates, Finanzanalyst bei Bankrate, kommentierte, dass der Bericht für Tankstellenbesucher keine Überraschung sei.

Kates betonte, dass "höhere Preise an der Zapfsäule einen weiteren Gegenwind für die Haushaltsbudgets darstellen, und diese zusätzliche 'Benzinsteuer' wird im Laufe der Zeit andere Ausgaben verdrängen." Er rät Haushalten, "die relativ niedrigeren Lebensmittelkosten zu nutzen und in Betracht zu ziehen, mehr zu Hause zu essen, um die gestiegenen Pendelkosten auszugleichen." Höhere Gaspreise mindern die Kaufkraft der Verbraucher und könnten das Wirtschaftswachstum bremsen.

Langfristige Perspektiven und weitere Kosten

Die Auswirkungen der Gaspreisanstiege könnten länger anhalten. Kates prognostiziert: "Selbst wenn die Preise für Benzin und Diesel nach Beilegung des Konflikts zu sinken beginnen, werden die Auswirkungen auf die Wirtschaft längerfristig sein." Er fügt hinzu, dass "die Kraftstoffpreise nicht so schnell fallen werden, wie sie gestiegen sind, aber sie sollten in den Monaten nach dem Ende des Konflikts relativ schnell sinken."

Die Energiekrise beeinflusst nicht nur die Gaspreise. Auch Flugpreise sind betroffen; sie stiegen im März monatlich um 2,7 % und jährlich um 14,9 %. Kates empfiehlt Reisenden: "Wenn Sie eine Sommerreise planen, buchen Sie Ihre Flüge sofort, da der jährliche Anstieg der Flugpreise um 14,9 % darauf hindeutet, dass die Reisekosten weiter steigen werden, solange die Energiepreise hoch bleiben." Heather Long, Chefökonomin bei Navy Federal Credit Union, warnte zudem: "Das ist erst der Anfang. Lebensmittelpreise, Reise- und Versandkosten werden im April alle steigen und den Schmerz verschärfen."

Reaktion der Zentralbank und Wirtschaftsausblick

Der Gaspreisschock hat die Inflationsentwicklung verändert, weg von einem langsamen Rückgang hin zu einem starken Anstieg, der das 2 %-Ziel der Federal Reserve weiter entfernt. Infolgedessen wird die Zentralbank Zinssenkungen wahrscheinlich um Monate verschieben, und einige Fed-Beamte haben sogar eine Zinserhöhung in Betracht gezogen, falls die Inflation nicht abkühlt. Der Personal Consumption Expenditures (PCE) Preisindex, ein weiteres wichtiges Inflationsmaß, lag im Februar bereits bei 2,8 % im Jahresvergleich.

Ein kürzlich vereinbarter zweiwöchiger Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran, der im neuen CPI-Bericht noch nicht berücksichtigt ist, könnte die Gaspreise entspannen, falls er hält. Energieexperten gehen jedoch davon aus, dass es Wochen dauern könnte, bis die Preise wieder unter 4 US-Dollar pro Gallone fallen. Im Gegensatz zur Inflationsspitze von 2021-2022, als die Inflation im Juni 2022 9,1 % erreichte, sind der Arbeitsmarkt und die Konsumausgaben heute schwächer, und es gibt keine großen staatlichen Konjunkturschecks, die die Nachfrage ankurbeln. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,3 %.

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