Gehebelte ETFs im Vergleich: SOXL vs. SSO – Risiko, Rendite & Diversifikation

Gehebelte ETFs im Vergleich: SOXL vs. SSO – Risiko, Rendite & Diversifikation

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Gehebelte Exchange Traded Funds (ETFs) wie der ProShares Ultra S&P 500 ETF (NYSEMKT:SSO) und der Direxion Daily Semiconductor Bull 3X Shares ETF (NYSEMKT:SOXL) sind Instrumente für Anleger, die überdurchschnittliche tägliche Renditen anstreben. Sie unterscheiden sich jedoch erheblich in ihrem Risikoprofil, ihrer Hebelwirkung und ihrer Diversifikation. Während SSO eine breite Marktexposition bietet, konzentriert sich SOXL auf den hochvolatilen Halbleitersektor.

SSO: Breitere Marktpräsenz mit 2x Hebel

Der ProShares Ultra S&P 500 ETF (SSO) bietet eine 2-fache tägliche Hebelexposition auf den gesamten S&P 500 Index. Er verteilt das Risiko auf 503 Beteiligungen und mehrere Sektoren, wobei Technologie, Finanzwerte und zyklische Konsumgüter dominieren. Seine größten Positionen sind Nvidia, Microsoft und Apple, wobei jede weniger als 10 % des Gesamtvermögens ausmacht.

Die breitere Basis von SSO bedeutet ein geringeres Sektorkonzentrationsrisiko. Obwohl es sich immer noch um einen gehebelten ETF mit hohem Risiko handelt, trägt sein 2-facher täglicher Hebel dazu bei, einen Teil der Volatilität im Vergleich zu SOXL zu begrenzen.

SOXL: Hochkonzentrierter Fokus auf Halbleiter mit 3x Hebel

Der Direxion Daily Semiconductor Bull 3X Shares ETF (SOXL) ist eine hochkonzentrierte Wette auf die Halbleiterindustrie. Er bietet eine 3-fache tägliche Hebelexposition und umfasst lediglich 44 Beteiligungen, die alle aus dem Technologiesektor stammen. Zu seinen Top-Positionen gehören Broadcom, Nvidia und Advanced Micro Devices, die jeweils etwa 5 % des Gesamtvermögens ausmachen.

Die 3-fache Hebelwirkung von SOXL erhöht sein Risiko und seine Volatilität erheblich. Dies zeigt sich auch in einem wesentlich tieferen maximalen Drawdown im Vergleich zu SSO. Aufgrund der Konzentration auf ein kleines Marktsegment – die Halbleiterindustrie – bietet SOXL eine deutlich geringere Diversifikation als ein breiter aufgestellter ETF.

Gemeinsamkeiten und Risiken gehebelter ETFs

Beide Fonds sind für Trader konzipiert, die auf vergrößerte tägliche Renditen abzielen. Sie nutzen eine tägliche Hebelanpassung (Daily Leverage Reset), was dazu führen kann, dass die tatsächlichen langfristigen Renditen von der erwarteten Vervielfachung des Index abweichen, insbesondere in volatilen Märkten. Dieser Zinseszinseffekt kann die langfristige Performance beeinflussen.

Die Handelskosten und die Liquidität sind bei beiden Fonds ähnlich. Gehebelte ETFs sind generell Hochrisiko- und Hochrendite-Investitionen, die primär von kurzfristigen Tradern genutzt werden. In Phasen, in denen ihre zugrunde liegenden Indizes florieren, können sie deutlich überdurchschnittliche Renditen erzielen. In volatilen Perioden können ihre Hebelanpassungen jedoch zu erheblichen Verlusten führen.

Kosten und Renditeaspekte

SOXL bietet eine etwas niedrigere Dividendenrendite als SSO, weist aber auch eine geringere Kostenquote auf. Obwohl diese Faktoren wichtig sind, können sie insbesondere für langfristige Anleger eine größere Rolle spielen. Gehebelte ETFs tendieren jedoch dazu, als kurzfristige Anlagen besser abzuschneiden.

Expertenmeinung zu gehebelten ETFs

Eine Einschätzung besagt, dass gehebelte ETFs Hochrisiko- und Hochrendite-Investitionen sind, die hauptsächlich von kurzfristigen Tradern genutzt werden. Die Wahl des Investments hängt von der individuellen Risikotoleranz und den Renditezielen ab. SOXL hat mit seinem gezielten Ansatz auf Tech-Aktien und seinem 3-fachen Hebel das Potenzial für höhere Renditen, ist aber auch wesentlich volatiler. SSO mag ein geringeres Verdienstpotenzial haben, ist aber gleichzeitig stabiler und weitaus stärker diversifiziert.

Glossar

  • Gehebelter ETF: Ein Exchange Traded Fund, der Finanzderivate nutzt, um tägliche Renditen zu vervielfachen, oft um das 2- oder 3-fache des Index.
  • Kostenquote (Expense Ratio): Die jährliche Gebühr, ausgedrückt als Prozentsatz des Vermögens, die ein Fonds zur Deckung der Betriebskosten erhebt.
  • Dividendenrendite (Dividend Yield): Jährliche Dividenden, die von einem Fonds gezahlt werden, ausgedrückt als Prozentsatz seines aktuellen Aktienkurses.
  • **Beta:** Ein Maß für die Volatilität eines Fonds im Vergleich zum Gesamtmarkt; ein höheres Beta bedeutet größere Preisschwankungen.
  • Maximaler Drawdown (Max Drawdown): Der größte prozentuale Rückgang vom Höchstwert eines Fonds bis zu seinem Tiefpunkt über einen bestimmten Zeitraum.
  • Tägliche Hebelanpassung (Daily Leverage Reset): Der Prozess, bei dem gehebelte ETFs die Exposition täglich neu ausbalancieren, was aufgrund des Zinseszinseffekts die langfristigen Renditen beeinflusst.
  • Risikoadjustierte Rendite (Risk-adjusted Return): Ein Maß dafür, wie viel Rendite eine Investition im Verhältnis zum eingegangenen Risiko generiert.
  • Sektorkonzentrationsrisiko (Sector Concentration Risk): Das Risiko von Verlusten, die dadurch entstehen, dass ein Fonds stark auf eine Branche oder einen Sektor fokussiert ist.
  • **Verwaltetes Vermögen (Assets under Management, AUM):** Der gesamte Marktwert der Vermögenswerte, die ein Fonds im Auftrag von Anlegern verwaltet.
  • Zinseszinseffekt (Compounding): Der Prozess, bei dem Anlageerträge im Laufe der Zeit eigene Erträge generieren und die langfristige Performance beeinflussen.